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Parkinson: Forchheimer Selbsthilfegruppe gibt Betroffenen Kraft

Wenn das Zittern täglicher Begleiter ist - 06.05.2021 13:57 Uhr

Parkinson ist bis heute ein ungelöstes Rätsel in der Medizin. Die Krankheit ist bislang unheilbar. Betroffene in Forchheim unterstützen sich in einer Selbsthilfegruppe.

04.05.2021 © Foto: imago images/Turgay Koca


Den Schlüssel ins Schloss stecken, Geld aus dem Portemonnaie holen, das Hemd zuknöpfen oder Schuhe zubinden: all das erfordert Konzentration. "Ich kämpfe mit dem Gleichgewicht, brauche eine Gehhilfe, mir fallen Sachen herunter, das Umblättern der Zeitung fällt schwer. Manchmal geht es, manchmal geht es nicht."

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So geht es Betroffenen von Morbus Parkinson – eines der vielen ungelösten Rätsel der Medizin. In einer Selbsthilfegruppe in Forchheim tauschen sie sich aus.


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Verursacht durch einen Mangel des Botenstoffes Dopamin, leiden Patienten meist an einem Zittern in Händen, Armen und Beinen sowie einer Bewegungsverlangsamung, und Haltungsinstabilität. Die Feinmotorik lässt zusehends nach, wie ein Mitglied der Parkinson-Selbsthilfegruppe beschreibt.

Bis heute unheilbar - Medikamentenwirkung lässt nach zehn bis 15 Jahren nach

Parkinson tritt meist zwischen dem 50. Und 60. Lebensjahr auf und ist bisher nicht heilbar. Durch Medikation kann der Verlauf jedoch für einige Zeit verlangsamt werden. Das Problem: Die Wirkung des Medikaments lässt nach zehn bis fünfzehn Jahren nach.


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Eine weitere Möglichkeit ist eine tiefe Hirnstimulation. Dabei senden in Hirn eingesetzte Elektroden Impulse an Nervenzellen und beeinflussen so gewisse Bewegungsabläufe. Auch hier gibt es Einschränkungen, wie die Vorsitzende der Forchheimer Selbsthilfegruppe Eva Noé berichtet. Die Operation kann "nur bei gesunden Menschen durchgeführt werden", die weder an Herz- oder Lungenkrankheiten, noch an psychischen Erkrankungen wie einer Psychose oder Demenz leiden.

Parkinsonforschung fördern

Hilfe und Unterstützung erhalten die Patienten und ihre Angehörigen von der deutschen Parkinson-Vereinigung und ihren 450 Ortsgruppen, wie der in Forchheim. Gegründet 1981 von Betroffenen, fördert der Verein die Parkinsonforschung und setzt sich für eine Verbesserung des Bildes von Parkinsonpatienten in der Öffentlichkeit ein. Dazu gibt es unter anderem seit 1997 den Parkinson-Tag, der alle zwei Jahre am 11. April bundesweit stattfindet. So soll auch das Selbstbewusstsein der Patienten gestärkt werden. Für viele besteht die Gefahr, sich bei Verlust der Bewegungsfähigkeit im Verlauf der Krankheit nur noch über ihre Diagnose zu definieren.


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Die Forchheimer Gruppe lebt vom gemeinsamen Austausch und Aktivitäten, wie Ausflügen und Veranstaltungen, Sing- und Spielnachmittagen und lädt Interessierte ein, der Gruppe beizutreten. Außerdem findet Gymnastik und bis vor einem Jahr auch gemeinsame Wassergymnastik statt. "Während Corona versuchen wir die Gruppe durch Internetkonferenzen zusammenzuhalten", so Noé. Sobald es die Situation zulasse, wolle man die gemeinsamen Aktivitäten wieder aufnehmen.

Kontaktdaten für Interessierte: E-Mail evanoe@web.de, Telefonnummer (0 91 90) 99 78 32. Weitere Infos auf der Homepage der dPV.

ANNA WEHRFRITZ

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