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Tauchen ist auch im Lockdown möglich

Der Tauchsportclub Ebermannstadt nutzt trotz Kälte die Seen der Region - 03.03.2021 14:16 Uhr

Auch in Nordbayerns Seen gibt es prächtige Fische wie diesen Hecht zu sehen.

03.03.2021 © Foto: privat


"Ich glaube nicht, dass sich jemand unter Wasser angesteckt hat. Meine Frau und ich haben schon fast jeden Ozean gesehen. Und ja: Umso wärmer desto schöner! Vor allem, wenn man den Abend danach unter Palmen verbringen kann. Aber auch die deutschen Seen haben ihren Reiz."


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Und diese erkundet Norbert Held, der Vorsitzende des Tauchsportclubs Ebermannstadt, derzeit ausgiebig. Denn Reisen an ferne Küsten sind durch die Corona-Beschränkungen nahezu ausgeschlossen. Und der Freistaat Bayern macht es Tauchern auch nicht einfach. Denn prinzipiell sei dieser Sport in allen öffentlichen Gewässern erst einmal untersagt.

"Da muss man sich vorher bei den zuständigen Behörden erkundigen, ob es dort vielleicht doch ausnahmsweise erlaubt ist. Umgekehrt ist es in Sachsen: Da ist das Tauchen grundsätzlich erlaubt, und da, wo es anders ist, steht ein Verbotsschild", berichtet Held.

Gerade im näheren Umkreis sei die Auswahl nicht sehr groß, denn natürlich braucht man ja Seen, in denen man auch etwas sehen kann. "Bei Sichtweiten von einem halben bis einem Meter hat man keinen Spaß", so Norbert Held. Seine Frau und er haben dennoch den ganzen Winter über ihrer Leidenschaft gefrönt. So waren sie am vergangenen Wochenende mit einem anderen Vereinsmitglied, das separat im eigenen Fahrzeug anreiste, an einem See nahe Schwandorf in der Oberpfalz.

Extreme Kälte

Ab unters Eis: „Harte“ Taucher wie Norbert Held lassen sich vom Wintereinbruch nicht abhalten.

03.03.2021 © Foto: privat


Trotz des Trockentauchanzugs, der länger warm hält, wurde es doch recht schnell frisch im Wasser, wie Norbert Held erzählt: "Nach 40 Minuten ist man dann schon froh, wenn man wieder raus darf."


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Noch eisiger war es vor 14 Tagen, als das kleine TSC-Team sogar unter dem Eis tauchte. Held: "Das war anstrengend und spannend zugleich, aber vor allem extrem kalt." Belohnt werden die "harten" Taucher mit viel besserer Sicht als üblich. Denn es sind um diese Jahreszeit viel weniger Gleichgesinnte unterwegs. Denn kommt ein Taucher auf dem Seegrund auf, löst er in aller Regel eine Sedimentwolke aus, die stundenlang den Nachfolgern den Blick auf Fauna und Flora erschwert.

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So richtig viel zu sehen gibt es in der nordbayerischen Unterwasserwelt zurzeit aber nicht. Karpfen und Co. haben sich weitgehend zurückgezogen, nur der Hecht und ein paar andere Fische sind noch auf Nahrungssuche.

In Hinsicht auf das Infektionsgeschehen findet Norbert Held sein Hobby absolut ungefährlich: "Wir hüpfen da getrennt mit Anzug und Maske in den See – und mir ist nicht bekannt, dass sich schon jemand unter Wasser mit Corona angesteckt hat."

Ausbildung bei anderen Vereinen

Dennoch sind momentan nur wenige der 45 TSC-Mitglieder aktiv, was allerdings mehr an den Temperaturen liegt. "Die meisten machen das nur im Urlaub im Süden."

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Darauf müssen die Freunde des Tauchsports wohl noch ein bisschen warten. Ebenso wie auf die Wiedereröffnung der öffentlichen Bäder. Denn die befinden sich aktuell wie alle anderen Sportstätten im Lockdown, was auch für die Tauchvereine ein Handicap ist: Die Ausbildung für Anfänger ist derzeit auf Eis gelegt, denn die ersten Schritte wie das richtige Schwimmen mit Flossen, das Anlegen der Tauchermaske und das Tauchen mit Gerät werden im Hallenbad geschult. Der Ebermannstädter Verein bietet seit dem Ausscheiden seines Tauchlehrers vor zwei Jahren keine eigenen Kurse mehr an, sondern schickt Interessenten zur Ausbildung zu benachbarten Vereinen, die damit dienen können.

Für diesen Sommer haben die Helds tatsächlich eine Tauchreise geplant. Nicht in den Pazifik, sondern an den Attersee im Salzburger Land. "Da gibt es einen Unterwasserwald mit 20, 30 Meter hohen Bäumen. Das ist schon sehr spektakulär", schildert Norbert Held. Nur der Abend unter Palmen entfällt . . .

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