Freitag, 16.04.2021

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Astrazeneca doch für Ältere: Ändert das die Impfreihenfolge?

Fragen und Antworten rund um die Corona-Impfung - 05.03.2021 16:00 Uhr

Corona-Impfung in der Zirndorfer Paul-Metz-Halle: Zum Auftakt der viertägigen Impfaktion ging es ruhig und geordnet zu, auch die Freiwillige Feuerwehr war zur Stelle und übernahm einige Aufgaben.

04.03.2021 © Foto: Thomas Scherer


Ab sofort dürfen auch Personen über 65 Jahren mit dem Serum von Astrazeneca geimpft werden. Wie kommt das bei den Verantwortlichen in Fürth an? Und: Wirbelt das die Reihenfolge durcheinander?

Die Nachricht über die Stiko-Entscheidung ist so frisch, dass die Verantwortlichen im Impfzentrum dazu nur sagen können: In den nächsten Tagen bleibt alles wie geplant. Das betrifft die Lehrkräfte, die am Samstag in der Grund- und der Förderschule Cadolzburg geimpft werden, alle Termine in Zirndorf, wo die Paul-Metz-Halle bis Sonntag als Impfstation genutzt wird, sowie den regulären Betrieb in der Rosenstraße. Wie es danach weitergeht, hängt von den konkreten Vorgaben ab, also von der Änderung der Corona-Impfverordnung.

Dass Astrazeneca jetzt auch Älteren verabreicht werden darf, war zu erwarten, sagt der Ärztliche Leiter des Impfzentrums, Dr. Michael Hubmann. Die Entscheidung zeige, dass es keine Bedenken wegen der Sicherheit und Qualität des Impfstoffs gibt.

Werden aus den Reihen des Schul- und Kita-Personals nur Pädagogen geimpft oder auch Leute aus der Verwaltung?

Das kann unterschiedlich sein. Grundsätzlich nimmt das Impfzentrum jede Kraft dran, die mit Kindern in Kontakt kommt.

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Angenommen, ich bin 75 und chronisch nierenkrank, falle also in die Gruppe zwei mit hoher Impfpriorität. Muss ich mich jetzt hinter den Lehrern anstellen?

Dass Personal von Grund- und Förderschulen sowie von Kitas höhergestuft wurde, war politisch gewollt. Die Prioritätengruppe zwei umfasst jetzt also mehr Menschen, und fest steht: Die Neuen haben schon wegen der für sie geschaffenen Zusatzangebote gute Chancen, rasch versorgt zu werden. Andererseits wird parallel dazu auch regulär geimpft. Wenn es kommt, wie Söder sagt, könnte die starre Priorisierung fallen, wenn auch in vielen Arztpraxen gegen Covid-19 geimpft wird.

Wann ist es soweit? Bei manchen Allgemeinärzten steht schon jetzt das Telefon nicht mehr still. . .

Noch brauche sich niemand beim Hausarzt nach einem Termin für die Impfung gegen Covid-19 zu erkundigen, stellt Hubmann klar. Bisher wird in Stadt und Landkreis Fürth in zwei Praxen geimpft, es handelt sich um Pilotprojekte am Übergang in die Regelversorgung. Der Ministerrat peilt an, dass Praxen, die das wollen, ab Ende März/Anfang April Corona-Impfungen anbieten können.

Warum werden Bürger mit Termin im Impfzentrum abgewiesen?

Es komme leider vor, räumt Klaus Meyer von der AGNF ein, die das Zentrum betreibt, dass Personen erscheinen, ihr Termin beim Abgleich aber im Registrierungsportal nicht angezeigt wird. Laut Meyer handelt es sich um Einzelfälle. Wenn es die Kapazitäten zulassen und die Betreffenden einer aktuellen Prioritätengruppe angehören, versuche man sie zu impfen, aber das sei nicht immer möglich.


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Warum herrscht mitunter kaum Betrieb im Impfzentrum? Ist dort mitten in der Pandemie nichts zu tun?

Das mag so aussehen, aber der Eindruck täuscht, versichern die Verantwortlichen. Beispiel Donnerstag: Von acht Teams waren drei bei der Zirndorfer Impfstation, zwei in Seniorenheimen und eines unterwegs zu Hausbesuchen bei Bettlägerigen. Auf die zwei Stockwerke des Impfzentrums verteilten sich also drei Teams. "Das kann schon mal leer aussehen", heißt es. Doch sei man aktuell mit 600 Impfungen pro Tag voll ausgelastet. Die Zahl der Mitarbeiter soll von 130 auf 200 aufgestockt werden, eine weitere Etage wird bald in Betrieb genommen.

Es soll auch vorkommen, dass 30 Leute vor dem Impfzentrum warten. Wie das?

An sich sind die Termine getaktet, es dürfte also zu keinen "Staus" kommen. Doch treffen zum einen viele Senioren weit vor ihrem Termin ein. Zum anderen, kritisiert Meyer, vergibt die Software BayIMCO immer wieder Termine an Leute, die noch gar nicht drankommen dürften, das seien schon mal Personen dritter Priorität. Und: Mit falschen Angaben bei der Registrierung will sich manch einer nach vorne mogeln.

Wer sich aber beispielsweise als Altenpfleger ausgibt, muss dafür einen Nachweis des Arbeitgebers vorlegen. Aufwendige Überprüfungen ziehen die Abwicklung in die Länge. Wartenden draußen werden Stühle angeboten.

Den Impfbogen, auf dem Fragen zur Gesundheit zu beantworten sind, kann man inzwischen daheim ausfüllen. Nur: Wo finde ich den?

Vor ihrem Impftermin müssten sich Bürger dazu im Registrierungsportal BayIMCO in ihren persönlichen Account einloggen. Dort gibt es einen Button zum Ausdrucken des Impfbogens. Wer ihn schon ausgefüllt zum Termin mitbringt, trägt dazu bei, dass sich die Wartezeiten verkürzen.

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