Zugreise

Bald Fernverkehr? Bahn-Konkurrenz Flixtrain peilt Fürth an

25.9.2021, 06:00 Uhr
Während der ICE nur durch Fürth braust, ohne zu stoppen, könnte das die Konkurrenz bald anders handhaben.

Während der ICE nur durch Fürth braust, ohne zu stoppen, könnte das die Konkurrenz bald anders handhaben. © Foto: Wolfgang Händel

Zur genauen Route wollte sich Sprecher Sebastian Meyer auf FN-Nachfrage nicht äußern. Nach Angaben des SPD-Bundestagsabgeordneten Carsten Träger handelt es sich um eine neue Linie, die von Nürnberg über Fürth, Frankfurt und Köln nach Hamburg führen soll. Träger beruft sich auf Informationen aus der Abteilung Politik des Bahn-Konkurrenten. Es sei damit zu rechnen, dass Fürth ab dem Sommerfahrplan 2022 Station der besagten Fernreiseroute werde.

In einer ersten Stellungnahme der Flixtrain-Pressestelle hatte es geheißen: "Wir können bestätigen, dass wir die Anbindung von Fürth aktuell sehr intensiv prüfen und Fürth sehr gerne an den Fernverkehr anschließen möchten – dies hängt jedoch noch von verschiedenen Faktoren ab." Auf Nachfrage bezeichnete Meyer die Pläne, nach Fürth zu kommen, als "sehr konkret". Sein Unternehmen habe bei der DB Netz Trassen für Fürth beantragt, also das Recht zu bestimmten Zeiten hier fahren und stoppen zu dürfen. Zwar stehe eine finale Entscheidung noch aus. Aber, so Meyer: "Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir 2022 auch Fürth ansteuern."

Flixtrain ist seit 2018 auf dem Markt und betreibt bundesweit inzwischen sechs Fernzugverbindungen, darunter Kiel – Hamburg – Berlin – Leipzig – München mit Stopps auch in Bamberg, Erlangen und Nürnberg. Die Firma wirbt mit Höchstgeschwindigkeitszugreisen zwischen 36 deutschen Städten, mit kostenfreier Sitzplatzgarantie, WiFi-Ausstattung und reinem Ökostrom-Betrieb.

2020 hatte der aus Langenzenn stammende Geschäftsführer und Firmenmitgründer André Schwämmlein erklärt, das Geschäft von Flixmobility werde sich in Deutschland "definitiv in Richtung Schiene verschieben". Das erfolgreiche Start-up ist mit seinen Bussen inzwischen weltweit präsent, seit 2016 auch in Fürth.

Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2003, also seit 18 Jahren, hält in Fürth kein ICE mehr. Die Zwischenstopps von Zügen von und nach Frankfurt wurden damals gestrichen. Die Bahn argumentierte, die wenigen zusteigenden Reisenden rechtfertigten keinen Halt, überdies lägen die Bahnsteige zu tief für den Ein- und Ausstieg. Seit März 2020 ist Fürth wieder Fernverkehrsstation, entgegen anderslautender Ankündigungen aber eher zufällig. Die Stadt profitiert dabei laut Wikipedia aber nur von nächtlichen Überführungsfahrten bestimmter Wagengarnituren eines Intercity, der zwischen Warnemünde und Wien verkehrt.

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