Mittwoch, 21.04.2021

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Fürth bekommt den ersten Pop-Up-Radweg

Der Abschnitt der Hornschuchpromenade vor der Stadtgrenze wird für Radler reserviert - 24.07.2020 08:00 Uhr

Der Pop-Up-Radweg kommt - aber nicht in der Nürnberger Straße.

08.07.2020 © Hans-Joachim Winckler


Die Bedenken und Zweifel, die auch schnell aufploppen, wenn es um Pop-Up-Radwege geht, sind nicht ausgeräumt. Trotzdem war das Votum eindeutig: Mit großer Mehrheit – es gab nur drei Gegenstimmen – hat der Stadtrat beschlossen, der Sache eine Chance zu geben.

Die Sitzung des Verkehrsausschusses jüngst habe eines doch klar gezeigt, sagte Bürgermeister Markus Braun: "Wir können stundenlang drüber sprechen und kommen nicht weiter." Er empfahl daher: "Lasst uns an der Stelle Erfahrungen sammeln, an der es den meisten Konsens gibt." So wird es nun gemacht.

Die von der Stadtverwaltung bevorzugte Variante überzeugte die Stadträte am meisten: Fürths erster Pop-Up-Radweg wird deshalb ein 700 Meter langes Stück der Hornschuchpromenade sein – und zwar der Abschnitt zwischen Jakobinenstraße und der Stadtgrenze, die Fortsetzung der Gebhardtstraße also. Hier sehen die Behörden das geringste Konfliktpotenzial. Möglichst rasch, vielleicht schon im August, soll nach dem Willen des Stadtrats also eine der beiden Fahrspuren einige Monate lang für Radfahrer reserviert werden. Mit Baken wird sie abgetrennt.

Die Suche nach einer geeigneten Strecke in der Fürther Innenstadt hatte sich aufreibend gestaltet. Jede der vorgeschlagenen Routen hatte nach Einschätzung der Stadtverwaltung einen Haken. Vier Alternativen überprüfte sie jetzt erneut. Das Ergebnis: Pop-Up-Spuren in der Unterführung der Jakobinenstraße und in der Schwabacher Straße werden abgelehnt. In der Nürnberger Straße wiederum ließe sich die Idee nur umsetzen, wenn die Parkplätze auf der rechten Seite wegfielen – das wollte der Stadtrat nicht.

Spannend finden die Politiker indes die Option, die sich mit dem Pop-Up-Weg auf der Hornschuchpromenade auftut: Nimmt man die Gebhardtstraße hinzu, böte sich Radlern von der Schwabacher Straße, wo sie sich bald mit Bussen eine "Umweltspur" teilen sollen, bis zur Stadtgrenze eine attraktive Verbindung.

"Das wäre ein Riesenzugewinn", sagt Grünen-Rat Harald Riedel. Eine wichtige Lücke im Radwegenetz wäre geschlossen. Noch dazu, wie Benedikt Döhla (SPD) betonte, vor dem Hauptbahnhof, wo eine Mobilitätsdrehscheibe entsteht. Der Stadtrat beauftragte die Verwaltung daher, eine solche Verlängerung zu prüfen – ebenso wie eine Umweltspur auf der Nürnberger Straße, die Riedel anregte.

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Sein Eindruck als Pfleger der Fuß- und Radwege: Für die Bürger bestehe dort der größte Handlungsbedarf. Mit einer Umweltspur ließe sich der Radverkehr vom Gehweg nehmen, und Busse kämen schneller voran. Außerdem würde man damit einen Anschluss an die Fürther Straße schaffen – dort plant Nürnberg Pop-Up-Radwege – und an die Königstraße, die eines Tages Teil einer Fürther Radverkehrsachse vom Hauptbahnhof bis zur Billinganlage sein soll.


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Kämmerin Stefanie Ammon lenkte den Blick auf die Kosten der provisorischen Radwege: 35.000 Euro wird die Einrichtung des ersten Pop-Up-Wegs kosten, 65.000 Euro kämen bei der Verlängerung hinzu. Sie wünscht sich, dass man künftig nicht jedes Jahr Geld in Spuren steckt, die man dann wieder "wegkratzt". Die Stadtratsmehrheit aber sah es wie CSU-Fraktionschef Maximilian Ammon: "Ja, es kostet Geld, aber es ist ein Schritt in die Verkehrswende."

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