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Sonntag, 20.09.2020

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Gustavstraße: Klage gegen Grünen Baum abgewiesen

Hausbesitzer hatte sich gegen die Genehmigung für den Umbau gewandt - 13.03.2020 17:38 Uhr

Der Grüne Baum in der Gustavstraße.

© Tim Händel


Das Rathaus feiert die Entscheidung des Gerichts mit einer Pressemitteilung und den markigen Worten: "Die Fürther Traditionsgaststätte ,Grüner Baum´ in der Gustavstraße ist gerettet." Allerdings hatte der Hausbesitzer keinesfalls gegen den Gasthof an sich geklagt, sondern gegen die Umbaugenehmigung, die die Stadt dem Eigentümer vor einigen Jahren erteilt hatte.

Im Urteil, das am Freitag zugestellt wurde, habe das Verwaltungsgericht "den Bestandsschutz für das über 300-jährige Gasthaus" für ausschlaggebend erklärt, heißt es aus dem Rathaus. Oberbürgermeister Thomas Jung appelliert "an den Dauerkläger", nach nunmehr drei gerichtlichen Niederlagen in Folge doch endlich Frieden einkehren zu lassen. Der Mann war zuvor bereits mit zwei Eilverfahren gegen die Baugenehmigung gescheitert.

Der Grüne Baum konnte im Dezember 2019 nach jahrelangem Leerstand und einem grundlegenden Umbau neu eröffnet werden. Im Dezember 2014 hatten die letzten Pächter zugesperrt, 2016 kaufte die Unternehmerfamilie Streng das verwaiste Gebäude, Anfang 2018 begannen die Sanierungsarbeiten.

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Grüner Baum: Die feierliche Rückkehr eines Traditionsgasthofs

Die Gäste der Eröffnungsfeier staunten am Mittwochabend nicht schlecht, als sie durch den runderneuerten "Grünen Baum" in der Gustavstraße schlenderten. Vier Jahre stand der Gasthof leer, über ein Jahr lang wurde saniert. Noch ist nicht alles fertig, aber schon jetzt zeigt sich, dass den Eigentümern, der Unternehmerfamilie Streng, mit viel Liebe zum Detail und zum Denkmalschutz baulich ein großer Wurf gelungen ist.


Im Lärmstreit in der Gustavstraße war im Januar 2013 die erste Klage eingereicht worden, viele weitere folgten. Seit 2017 aber bemühen sich Stadt und Kläger um eine Annäherung. So konnten im vergangenen Jahr mehrere Verfahren beigelegt werden – ohne Urteil.

Zwei sind noch anhängig: Ein Hausbesitzer wehrt sich gegen den neuen
Bebauungsplan für die Altstadt. Das Rathaus hat darin den „besonderen Anwohnerschutz“, den der alte Bebauungsplan vorgab, aufs gesetzlich vorgeschriebene Maß zurückgefahren. Mit der Sache beschäftigt sich der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) in München.

Ein zweiter Hausbesitzer will erreichen, dass eine Altstadt-Kneipe ihre Sitzplätze im Freien reduziert. Die Klage wurde abgewiesen, seit zwei Jahren ist der Antrag auf Zulassung der Berufung anhängig.

Zuletzt hatte die Stadt Fürth mit der Ankündigung Aufsehen erregt, das Weinfest in der Gustavstraße 2020 wiederbeleben zu wollen.

 

ja/czi

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