Höffner in Fürth: Countdown für umstrittenes Möbelhaus

17.12.2013, 08:54 Uhr
Höffner in Fürth: Countdown für umstrittenes Möbelhaus

© Hans-Joachim Winckler

Möbel Höffner selbst feiert seinen Familienzuwachs schon längst. Im Internet lobt der Möbel-Gigant die neue Filiale in Fürth-Steinach für ihr modernes Ökologiekonzept, für die kostenlosen Parkplätze, den See mit Freizeitanlage oder für die rund "400 neuen Arbeitsplätze, vorwiegend für Arbeitnehmer aus der Umgebung".

Am Mittwoch wird die Autobahn-Abfahrt bei Steinach im Fürther Norden eröffnet. Teil zwei der Party findet gleich nach den Weihnachtsfeiertagen statt: Am 27. Dezember fällt der Vorhang für das Möbelhaus selbst.

Auf insgesamt 160.000 Quadratmetern – einem Areal so groß wie 17 Fußballfelder – sollen am Ende nicht nur der Möbelpalast, sondern auch der Kibek-Teppichfachmarkt, viele Parkplätze und später noch ein Baumarkt untergebracht sein. Ohne müde zu werden, hatte der Bund Naturschutz den „hemmungslosen Flächenfraß“ angeprangert. Im Dezember letzten Jahres aber gab der Fürther Stadtrat grünes Licht für das Projekt – nach 13 Jahren, in denen geplant, diskutiert und protestiert wurde.

200 Millionen Euro wird alles am Ende in etwa gekostet haben.

Mit Baubeginn stieß der Berliner Möbelriese auf neue Hindernisse: Archäologen fanden auf dem Gelände zahlreiche Spuren einer vorgeschichtlichen Siedlung. Nach Angaben des Landesamts für Denkmalpflege wurden rund 2000 Funde vorwiegend aus der Urnenfelder- und Hallstattzeit (1200 bis 475 v. Chr.) dokumentiert

Die Ausgrabungen und das schlechte Wetter im Frühjahr wirbelten den Zeitplan gehörig durcheinander. Am Ende aber hat alles geklappt.

Anwohner fürchten derweil einen Verkehrs-Infarkt:Auf den Parkflächen ist Platz für 1000 Fahrzeuge - und nicht alle werden über den Frankenschnellweg kommen, sondern teilweise auch die B4 benutzen.

 

 

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