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Sonntag, 29.11.2020

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Kampf gegen Geisterradler: Pfiffige Idee im Landkreis Fürth

Landkreis Fürth startet neue Kampagne - 24.10.2020 16:00 Uhr

Der aufgesprühte Hinweis auf dem Gehsteig fordert Radler, die gegen die Fahrtrichtung unterwegs sind, auf, die Seite zu wechseln.

23.10.2020 © Roland Beck


Auf einem Radweg auf der linken Straßenseite entgegen der Fahrtrichtung darf man nur dann fahren, wenn Verkehrszeichen das ausdrücklich erlauben. Wer sich nicht daran hält, wird zum Geisterradler.

Gefährliches Verhalten

Um auf die damit verbundenen Gefahren hinzuweisen, hat der Landkreis Fürth eine neue Kampagne gestartet: "Während die Geisterfahrt mit dem Auto sofort als gefährlich und verbotswidrig erkannt wird, wird das beim Fahren mit dem Fahrrad oft ignoriert", sagte Landrat Matthias Dießl.

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äufig scheine es womöglich bequemer oder sogar sicherer, auf der falschen Seite zu fahren. Doch dieses Verhalten berge eher Gefahren.

Mit auf dem Radweg aufgetragener Sprühkreide sollen Geisterradler im Landkreis Fürth darauf aufmerksam gemacht werden, wenn sie verbotenerweise auf der falschen Seite unterwegs sind. Die Warnung "Geisterradler" kann nur gelesen werden, wenn der Radler aus der falschen Richtung kommt. Auf den Asphalt gesprüht ist ein Geist neben einem Fahrrad, verbunden mit dem Hinweis "Geisterradler?! Bitte Seite wechseln".


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Der Landrat hält die Kampagne "für sehr sinnvoll, denn oft merken Radler gar nicht, dass sie auf der falschen Seite fahren", sagt Dießl, der auch Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern ist. Der Fürther Landkreis ist bereits als fahrradfreundlicher Landkreis zertifiziert.

Mehrere neuralgische Routen

Die Sprühkreide hält mehrere Wochen. Die Kommunen bekommen sie sowie die Schablonen vom Landratsamt gestellt. Die Warnung findet sich zum Beispiel bereits in Zirndorf auf der Nürnberger Straße, auf Höhe der dortigen Tankstelle. Problemrouten sind darüber hinaus die Rothenburger Straße in Oberasbach und Zirndorf sowie die Hauptstraße in Stein.

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Geisterradler gefährden nicht nur andere Radfahrer, sondern auch sich selbst: Denn auch der abbiegende Autoverkehr rechnet normalerweise nicht damit, dass aus der falschen Richtung ein Radfahrer kommt. Dadurch kann schnell ein schwerer Unfall verursacht werden.

Eine der Hauptunfallursachen im Radverkehr

Experten gehen davon aus, dass rund zehn Prozent der Radunfälle von Geisterradlern provoziert werden. Damit zählt dieses Verhalten zu den Hauptunfallursachen im Radverkehr. Landrat Dießl betont allerdings, "die Kampagne soll die Radler nicht verurteilen, sondern das Bewusstsein für mögliche Gefahrensituationen schaffen".

fn

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