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Neue Testpflicht: Fürther Schulen holen sich Helfer

Apotheken und Ehrenamtliche unterstützen mancherorts die Lehrkräfte - 10.04.2021 11:15 Uhr

Ab Montag gilt eine Testpflicht für Schüler, die am Präsenzunterricht teilnehmen wollen.
 

09.04.2021 © Fleig / Eibner-Pressefoto, imago-images.de


Für Familien ist der Blick auf die Inzidenz zur Routine geworden: Der Freitags-Wert ist entscheidend dafür, wie die folgende Woche für Kita-Kinder und Schüler aussieht.

Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 168,1 in Fürth und 111,2 im Landkreis stand diesmal fest: Hier wie dort steht in den Kitas Notbetrieb an. Und hier wie dort wird die neue Testpflicht erst mal nur einen kleinen Teil der Schüler betreffen. Weil die Inzidenz über 100 lag, haben die meisten Schüler in der kommenden Woche Distanzunterricht. Nur die Abschlussjahrgänge sowie die vierten und elften Klassen sind im Wechselunterricht – für die Präsenztage braucht es den negativen Nachweis.

Die Fürther Schulen haben damit einen sanfteren Einstieg in den Test-Alltag als Schulen in Orten, wo gleich alle Jahrgänge zurückkehren. Schulreferent Markus Braun ist froh darüber. Erst am Mittwoch hatte der Ministerpräsident die generelle Pflicht angekündigt, Freitagmittag noch warteten die Schulen auf Details aus dem Kultusministerium. Alles müsse kurzfristig bewerkstelligt werden.

Braun betont einmal mehr, dass die Eltern viel Bereitschaft zeigen, "mitzumachen". Bedauerlich sei, dass der Freistaat ihre "konstruktiven Vorschläge" nicht berücksichtige. Eltern und Lehrkräfte hatten das Prozedere kritisiert. In einem Schreiben ans Kultusministeriums regten Elternvertreter aus Fürth an, dass sich die Kinder zuhause testen oder die Schulen Unterstützung durch Fachpersonal bekommen.

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Braun findet es ebenfalls nicht richtig, dass sich die Schüler, sogar die Jüngsten, im Klassenzimmer selbst testen sollen. "Das Testen ist eine neue Chance für uns, die Schulen sicherer zu machen", sagt er. Angesichts der deutlich infektiöseren britischen Mutation sei es aber "umso absurder", die Kinder für den Test im Klassenzimmer zu versammeln.

Konkret gilt: Wer am Präsenzunterricht teilnehmen will, muss einen Nachweis über einen negativen PCR– oder Antigen-Schnelltest dabei haben oder in der Schule unter Aufsicht einen Selbsttest machen. Der Test darf bei einer Inzidenz über 100 zu Beginn des Schultags nicht länger als 24 Stunden zurückliegen, bei einer Inzidenz unter 100 nicht länger als 48 Stunden.


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Grundsätzlich können sich Schüler also auch in Testzentren oder Apotheken überprüfen lassen. Doch weil der Abstrich so regelmäßig verlangt wird, ist damit zu rechnen, dass die Mehrheit ihn vor Ort erledigt.

Ehrenamtliche unterstützen bei der Aufsicht

Gerade für die Anfangszeit haben sich etliche Schulen Unterstützung gesucht. In der Rangau-Grundschule in Cadolzburg etwa stehen den Lehrkräften beim Beaufsichtigen der Tests bis Ende April Ehrenamtliche der DLRG zur Seite. "Unglaublich froh" ist Rektorin Ulrike Bürkel über das Engagement. Sie betont: "Es bleibt aber ein Selbsttest."

Auch einige weitere Schulen haben sich an Wohlfahrtsverbände gewandt, andere an Apotheken. "Wir alle machen uns Gedanken, wie diese Tests zu organisieren und durchzuführen sind", sagt auch Schulamtsdirektorin Ulrike Merkel. "Je nach Alter und Geschick der Schüler tun sich hier ja unterschiedliche Probleme auf. Wir haben für unsere Schulleitungen nach Unterstützung gesucht, leider mit eingeschränktem Erfolg."

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"Wir sind guter Dinge, dass wir den Start gut hinbekommen", sagt Schulleiter Dietmar Jungkunz. Auch in Zukunft will er den Abstrich, für den die Maske ja abgenommen werden muss, aus den teils kleinen Klassenzimmern raushalten. Geplant ist, dass die Schülerinnen und Schüler sich in der Sporthalle oder Mensa testen.

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An der Hans-Böckler-Schule will die Stadt Fürth Apotheken dauerhaft einbinden – für Schnelltests außerhalb des Klassenzimmers. Am Montag werden sie voraussichtlich ebenfalls in der Turnhalle stattfinden. Wenn das Modell klappt, würde Schulreferent Braun es gerne auf andere Schulen ausweiten. Gerne hätte er auch die Eltern einbezogen und auf eine Kombination aus Tests zuhause und Tests durch Apotheken an der Schule gesetzt.

Der Artikel wurde aktualisiert. Ursprünglich hieß es, dass der Test zu Beginn des Schultags nicht länger als 48 Stunden zurückliegen dürfe. Dies wurde jedoch für die Städte und Landkreise mit einer Inzidenz über 100 auf 24 Stunden geändert.


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