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Quelle-Pleite in Fürth ist längst Geschichte

Die Kleeblattstadt steht heute besser da als vor dem Ende des Konzerns - 21.10.2013 09:00 Uhr

Vor vier Jahren endete die Geschichte des einstigen Vorzeigeunternehmens Quelle. Fürths Oberbürgermeister Jung zieht dennoch eine positive Bilanz. © Daut


2012 hatte Jung aus Anlass des Jahrestags zum Pressetermin bei Bureau Veritas eingeladen; ein Unternehmen, das 13 Quelle-Mitarbeiter und die komplette Ausstattung des Quelle-Instituts für Warenprüfung übernommen hatte. Diesmal baten Jung und Wirtschaftsreferent Horst Müller zum Gespräch beim Kindermodenhändler Vertbaudet.

Vertbaudet war 2009 Teil der Quelle-Dachgesellschaft Primondo, aber von der Konzern-Pleite nicht betroffen. Im Gegenteil. 30 ehemalige Quelle-Mitarbeiter fanden dort neue Beschäftigung. Geschäftsführer Andreas Schröder kann heute von 80 Arbeitsplätzen und zweistelligen Wachstumsraten berichten. Sogar eine eigene Kinderkrippe baut das Unternehmen.

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Was von Quelle übrig blieb

Im Oktober 2009 kündigte der Insolvenzverwalter von Quelle die Abwicklung des Versandhauses an. Zurück blieben leere Kaufhäuser, riesige Versandzentralen und verlassene Büros. Der Fotograf Stefan Koch hat für sein Projekt "Meine Quelle-Geschichte" die brachliegenden Gebäude und die ehemaligen Mitarbeiter fotografiert.


Gute Wirtschaftszahlen können auch Jung und Müller vorweisen. Etliche Unternehmen investieren in Fürth und schaffen Arbeitsplätze. Siemens steckt 14 Millionen Euro in einen Neubau auf der Hardhöhe, Norma baut für 25 Millionen Euro ein Logistikzentrum. Weitere Großinvestitionen: Möbel Höffner & Teppich Kibek (100 Mio.), das Unternehmen LPKF (14 Mio.), Uvex (2,5 Mio.), das neue Kino (5 Mio.) und MIB mit seiner Neuen Mitte (55 Mio.).

Obwohl mit dem Quelle-Aus 2000 Stellen allein in Fürth wegfielen, liegt die Arbeitslosenquote heute bei 6,7 Prozent, 2009 waren es 8,2 Prozent. Die Einwohnerzahl stieg von 114.000 (2009) auf 119.000, die Gewerbesteuereinnahmen der Stadt erhöhten sich von 36 Millionen auf 50 Millionen Euro.

Alle elf Quelle-Immobilien wurden in Wohnungen und einen Gewerbepark umgewandelt. Horst Müller vergisst nicht, das 30 Millionen Euro schwere Strukturprogramm zu erwähnen, mit dem die Landesregierung half, die Krise zu überwinden. „Letztendlich“, sagt Müller und meint die Quelle-Pleite, „ist aus etwas Schrecklichem etwas Gutes geworden.“
 

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