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Sonntag, 15.09.2019

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Radlerschreck: Das Nadelöhr an der Fürther Stadtgrenze

Gefährlich schmal ist die Bahnunterführung Höfener Straße - 11.09.2019 06:00 Uhr

Ziemlich eng und ziemlich dunkel: Die Fahrt durch das Bahnviadukt wird für Fahrradfahrer nicht selten zur wahren Mutprobe. © Foto: Thomas Scherer


Radler, die den tief liegenden Gullys ausweichen, werden in der Unterführung regelmäßig von Autos bedrängt. Denn Verkehr gibt es reichlich auf der kürzesten Verbindung zwischen Frankenschnellweg und Südwesttangente. Hinzu kommen noch die infra-Busse auf dem Weg ins nahe Depot.

Im Gegensatz zu den großzügiger bemessenen Bahnunterführungen Jakobinenstraße und Schwabacher Straße sind die Gehsteige zu schmal zum Ausweichen. Und nachts sorgt das Schummerlicht für zusätzliche Unsicherheit. Daran hat sich auch nach dem Umbau der Kreuzung an der Stadtgrenze nichts geändert.

Die Lage der Unterführung im Grenzbereich der Nachbarstädte hat die Lösungssuche bislang erschwert. Auf Anhieb kann Fürths Verkehrsplaner Matthias Bohlinger gar nicht sagen, wo genau die Grenze in der Höfener Straße verläuft. Er weiß nur, dass die Chance einer Brückenverbreiterung schon bei der S-Bahn-Planung in den 1990er Jahren vertan worden ist.

"Die Bahn hat damals kein Interesse an einer Problemlösung gehabt", sagt Bohlingers Nürnberger Kollege Frank Jülich. Leider könne man den Lkw-Verkehr wegen zu geringer Durchfahrtshöhen anderer Unterführungen nicht umleiten, um für Entlastung zu sorgen, so Jülich.

Das Tieferlegen der Unterführung Schwabacher Straße hat Fürth abgelehnt, damit hier keine Lastwagen in die Stadt einfallen können. Zur Entspannung der Situation an der Stadtgrenze könnte nach Bohlingers Vorstellungen vielleicht eine eigene Fuß- und Radwegunterführung im Bereich des U-Bahnhofs Stadtgrenze beitragen.

"Wir verschließen uns nicht"

"Einer Zusammenarbeit wird sich Nürnberg nicht verschließen", sagt Jülich und fügt hinzu: "Vorausgesetzt, es gibt eine gute Idee, wie der Verkehr sicherer geführt werden kann." Natürlich müsse auch die Frage der Finanzierung geklärt werden. An den komplizierten Zuständigkeiten im Grenzbezirk würden Lösungsansätze nach seinem Dafürhalten jedoch nicht scheitern.

In der Unterführung Schwabacher Straße werden nach dem Abbau des provisorischen Rammschutzes an den Säulen Schutzstreifen für Fahrradfahrer angelegt. Das ist auch in der Unterführung Jakobinenstraße vorgesehen, wo die Linksabbiegespur aufgegeben werden soll, damit es Platz für Fahrradstreifen gibt.

Am 17. September findet ein NN-Forum zum Thema "Gesund oder gefährlich? Radfahren in Nürnberg" statt. Alle wichtigen Informationen dazu finden Sie hier! 

Volker Dittmar

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