Sonntag, 29.11.2020

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Warnstreik: Menschenkette am Fürther Rathaus

Beschäftigte der Stadt Fürth folgten dem Aufruf der Gewerkschaft ver.di - 19.10.2020 13:24 Uhr

Vor dem Rathaus suchten die Streikenden das Gespräch mit dem Arbeitgebervertreter, OB Thomas Jung.

19.10.2020 © privat


Ihre Forderungen übergaben sie auch an Oberbürgermeister Thomas Jung als Vertreter der kommunalen Arbeitgeber. Stellvertretend für rund 2500 Beschäftigte der Stadt Fürth waren  - coronabedingt - 30 Frauen und Männer als Delegierte für die verschiedenen Bereiche in der Stadtverwaltung vor Ort.

Wie berichtet, erhöht die Gewerkschaft ver.di nach zwei ergebnislosen Verhandlungsrunden für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes den Druck: Die Beschäftigten von 37 mittelfränkischen Betrieben und Dienststellen, darunter die Städte Fürth und Zirndorf sowie die infra Fürth mit ihrer Verwaltung, beteiligten sich am Montag an den Streikaktionen.

Bereits im Frühjahr 2020 habe man der Arbeitgeberseite einen „Kurzläufertarifvertrag“ angeboten, damit Streiks in Zeiten von Corona vermieden werden können. "Dies hat der Verband kommunaler Arbeitgeber leider abgelehnt und die Beschäftigten damit in den Streik gezwungen“, sagt Rita Wittmann, Geschäftsführerin von ver.di Mittelfranken.

"Null Angebot"

Für die Region sind Harald Riedel (Kämmerer Stadt Nürnberg),  Stefanie Ammon (Kämmerin Stadt Fürth), Dr. Andreas Becke (Klinikum Nürnberg) und Fürths Landrat Matthias Dießl Mitglieder im Kommunalen Arbeitgeberverband. 
 

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Seit 1.September laufen die Tarifverhandlungen, aber auch heute noch gebe es "null Angebot". Die Beschäftigten, so Wittmann.  "streiken nicht nur weil viele von ihnen seit dem Frühjahr  extrem viel für unsere Gesellschaft geleistet haben, sondern auch, weil sie vielfach am Ende ihrer Kräfte sind". 

Seit Jahren klage man in  vielen Kommunen über eine unzureichende Finanzausstattung, spare aber  beim Personal. „Werde nicht gehandelt, habe das noch mehr offen Stellen in diesen Bereichen zur Folge. 

Keine zentrale Kundgebung

Mit Blick auf die steigenden Coronazahlen verzichtete die Gewerkschaft auf eine zentrale Kundgebung mit vielen Menschen und setzte stattdessen auf  viele kleinere Aktionen - wie jene in Fürth. 

"Für unsere Arbeit, die in der Tat systemrelevant ist, werden wir im Vergleich zu anderen Branchen viel zu schlecht bezahlt", hieß es hier in einer Stellungnahme des städtischen Personalrats.  Man liege bei den Entgelten im Durchschnitt aller Branchen zurück. "Das kann so nicht weitergehen."

Gerade jetzt setze man sich Risiken aus, etwa im Kontakt zu Bürgern Dieser Einsatz werde von den Arbeitgebern aber "nicht gewürdigt", die Krise  werde "auf unserem Rücken austgetragen, das ist inakzeptabel und empörend". 

4,8 Prozent mehr

Ver.di fordert für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen eine Anhebung der Einkommen um 4, 8 Prozent, mindestens aber 150 Euro pro Monat, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte sollen um 100 Euro pro Monat angehoben werden. 

Die dritte Runde der Verhandlungen ist für den 22. bis 24. Oktober in Potsdam angesetzt.

 

 

 

 

fn

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