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Zirndorf: Bürgermeister-Kandidat gezielt verleumdet

Bernd Klaski von der CSU muss sich Verunglimpfungen erwehren - 22.10.2019 21:00 Uhr

Hat Strafanzeige erstattet: Bürgermeister-Kandidat Bernd Klaski (Mitte). Neben ihm stehen Michael Maderer (li.) und Udo Nürnberger, ebenfalls von der CSU Zirndorf. © Thomas Scherer


 Er ist von Beruf Polizeihauptmeister der Inspektion Zirndorf und seit Juli Bürgermeister-Kandidat der CSU in der Bibertstadt – nun sieht sich Bernd Klaski heftigen Verleumdungen ausgesetzt: Der oder die Verfasser/in eines Schreibens, das derzeit per E-Mail und Postbrief kursiert, versucht, den 47-Jährigen gezielt zu diskreditieren. 

 

Ingridm@mail.de, so der Absender der E-Mail, die auch bei den Fürther Nachrichten einging, unterstellt dem Kandidaten,  ein „Betrüger, Ehebrecher und Fremdgänger“ zu sein. Klaski hat wegen übler Nachrede beziehungsweise Rufmord Strafanzeige erstattet. Die Fürther Kripo ermittelt, wie deren Leiterin Martina Sebald auf Nachfrage bestätigt. 

(ContentAd))Während der Bayerische Gemeindetag erst dieser Tage beklagte, Mandatsträger würden zusehends Opfer von Beleidigungen und Attacken in sozialen Netzwerken, trifft Klaski dieses Schicksal zu einem Zeitpunkt, da er noch nicht einmal ein politisches Amt bekleidet. Als er die erste Mail mit dem verunglimpfenden Inhalt zu Gesicht bekam, sei ihm "ehrlich gesagt, übel geworden".

Es blieb nicht bei einer. Die Empfänger brachten ihm die unappetitliche Post vorbei oder gingen gleich zur Polizei. "Von dem, was da drin steht, stimmt überhaupt nichts", sagt Klaski. Falsche Behauptungen und Unterstellungen würden im Internet eben sehr leicht geäußert, seien aber schwer zurückzuverfolgen. "Schade" findet Klaski, "dass die Gesellschaft so verroht." Doch er habe mittlerweile von vielen Kandidaten erfahren, die ähnliche Erfahrungen machten. "Wenn man für ein öffentliches Amt kandidiert, muss man anscheinend ein breites Kreuz haben."

Kripo-Chefin Sebald gesteht derweil unumwunden ein, "echt erschrocken" gewesen zu sein, als sie davon erfuhr. "Das ist heftig und auch perfide gemacht", spielt sie auf den Ton des Schreibens an: Die Urheberin gibt sich als alleinerziehende Mutter aus, die via Online-Partnerschaftsportal mit Klaski in Kontakt getreten sei. Dort habe sich der als "netter Polizist namens Bernado", geschieden, also alleinstehend, und kinderlieb ausgegeben. Das Schreiben geht so weit, Klaski ein Doppelleben zu unterstellen. Und gipfelt in dem Schluss: "Ich persönlich würde so einen Bürgermeisterkandidaten nicht wählen wollen."

Ergänzt ist die Mail um zwei Fotos, von denen Klaski ganz genau weiß, wo sie herkommen: Eines ist ein äußerst grobkörniger Ausschnitt aus einem Bild von der Homepage der CSU Zirndorf, das andere eine Kopie eines acht Jahre alten Urlaubsfotos, das ein Freund Klaskis im Internet veröffentlicht hatte. Der per Mail übermittelten Bitte der FN, sich telefonisch in der Redaktion zu melden, ist die Unbekannte nicht nachgekommen.

Die Ermittlungen hat die PI Zirndorf ganz bewusst an die Kripo Fürth abgetreten – um dem Vorwurf der Mauschelei im Kollegenkreis erst gar keine Nahrung zu geben. Klaski selbst, kreisweit bekannt als Verkehrserzieher, sagt zu dem Vorfall: "Noch dümmer, als mir da unterstellt wird, könnte ich ja gar nicht sein."

Sabine Dietz

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