Freitag, 07.05.2021

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Altmühlfranken: Hoffnung für den Osterhasen

Der Bund Naturschutz fordert eine Ausweitung der naturnahen Flächen in der Agrarlandschaft. - 03.04.2021 17:19 Uhr

Ist auf eine intakte Natur und vielerlei Kräuter als Nahrung angewisen: der Feldhase.

02.04.2021


"Der Feldhase ist ein Kräuterspezialist. Doch die sind in der intensiven Landwirtschaft selten geworden", sagt Michael Hauer von der BN-Kreisgruppe Ansbach. Der BUND Naturschutz fordert deshalb von der Staatsregierung weniger Flächenverbrauch, endlich eine konsequente Umsetzung des erfolgreichen Volksbegehrens Artenvielfalt und eine Ökologisierung der Agrarzahlungen.

Ein seltener Anblick

Der Feldhase ist eine Art der Agrarlandschaft und war früher ein "Allerweltstier". Heute ist er wie viele andere Arten der Feldflur ein seltener Anblick geworden und steht in der sogenannten "Roten Liste" der gefährdeten Arten. "Mehr Blütenreichtum, weniger Pestizide, mehr Ökolandbau und Biotopverbund helfen auch Meister Lampe", erklärt BN-Kreisgeschäftsführer Helmut Altreuther. Deswegen profitiert der Feldhase in hohem Maß auch von den vielen durch den BN gesicherten und sachgemäß gepflegten Biotopflächen.

Er braucht artenreiche Kräuter-Nahrung sowie Verstecke vor Fressfeinden und für die Jungenaufzucht. In der intensiv genutzten Agrarlandschaft sind bunte Kräuterwiesen als Nahrungsgrundlage und ausreichende Versteckmöglichkeiten selten geworden. Dazu kommen noch die Gefahren durch Straßen und zunehmenden Verkehr sowie generell abnehmender Lebensraum durch Siedlungen und Gewerbegebiete. In der Konsequenz, so der stellvertretende BN-Kreisvorsitzender Herbert Sirois, bedeuten großflächige Ausweisungen von gegen Bevölkerung und Umwelt gerichteten Logistikstandorten wie Interfranken oder Dombühl auch vieler Feldhasen Tod.

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Auf dem Speiseplan des Feldhasen stehen unter anderem Margeriten, Wilde Möhre, Fenchel, Kamille, Rotschwingel, Klee und viele andere Kräuter. Diese "Kräuter-Apotheke" ist gerade im Frühjahr besonders wichtig, wenn die Hasenjungen fette und gesunde Milch brauchen.

"Um einen weiteren Rückgang der Hasenbestände zu vermeiden, brauchen wir den Erhalt und die Aufwertung der Landschaft mit blütenreichen Wiesen, Rainen, Säumen, Versteckmöglichkeiten wie alten Heckenbeständen und Brachflächen sowie einen Biotopverbund zur Vernetzung der Lebensräume", fordert Sirois. Das heißt Aufbau und Verbesserung dieser "grünen Infrastruktur" und Verminderung der negativen Wirkung der "grauen Infrastruktur" wie Zerschneidung der Lebensräume durch Straßen und Ausbau des landwirtschaftlichen Kernwegenetzes.

Auch viele andere Arten würden profitieren

Auch viele andere Arten der Agrarlandschaft wie Goldammer, Kiebitz, Grasfrosch oder viele Insektenarten würden davon profitieren. Der Biotopverbund auf 15 Prozent der Offenlandfläche ist seit dem erfolgreichen Volksbegehren 2019 im Bayerischen Naturschutzgesetz verankert und seine Herstellung bis 2030 gesetzliche Pflicht.

Meister Lampe profitiert auch vom ökologischen Landbau. Dieser verzichtet auf Mineraldünger und Chemie, baut viele verschiedene Kulturen an und sieht Wildkräuter nicht nur als Unkraut an.

Der Feldhase ist ein Tier mit beeindruckenden Fähigkeiten: Er ist ein Meister der Tarnung mit hervorragendem Gehör. Durch seine langen, kräftigen Hinterbeine ist der Feldhase sehr flink: Auf der Flucht erreicht er Geschwindigkeiten von etwa 50 km/h, kurzzeitig sogar bis zu 70 km/h – das ist schneller als ein Rennpferd im Galopp! Dabei schlägt er 90-Grad-Haken und kann bis zu drei Meter hoch und sieben Meter weit springen. Um die Hasendamen zu beeindrucken, liefern sich die männlichen Hasen in der Paarungszeit spektakuläre Boxkämpfe und Wettrennen.

 

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