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Erster Kadaversuchhund Bayerns: Spürnase Uschi gegen die Schweinepest

Der erste geprüfte Kadaversuchhund für Wildschweine kommt aus Wolframs-Eschenbach - 29.12.2020 16:55 Uhr

Feines Näschen: Schäferhündin „Uschi“, hier mit Besitzerin Michaela Botz, soll verendete Wildschweine aufspüren.

29.12.2020 © Landratsamt Ansbach


Um verendete Wildschweine schneller aufspüren zu können, soll jetzt "Uschi" aus Wolframs-Eschenbach helfen – der erste geprüfte Kadaversuchhund Bayerns.

Die Ansteckung mit der ASP verläuft bei Wildschweinen über die Aufnahme von virushaltigem Fleisch, beispielsweise von verendeten Artgenossen. Da das Virus in Kadavern von Schwarzwild sehr lange überleben kann, könnten sich Wildschweine monatelang über Fraß von Teilen nicht entdeckter Kadaver neu infizieren. Deshalb sollten im Seuchenfall die verendeten Wildschweine möglichst schnell gefunden werden.

Der Mensch kommt dabei freilich mit seinem – im Verhältnis zu Tieren – schwach entwickelten Geruchsinn schnell an seine Grenzen und muss "mit den Augen suchen". Hier können Vierbeiner wirksam helfen.

Aufgrund einschlägiger Erfahrungen aus Belgien wurden im Saarland 2019/2020 Suchhunde zur ASP-Kadaversuche ausgebildet. Diese sind aufgrund ihrer feinen Nase viel besser als der Mensch in der Lage, selbstständig und großflächig Wildschweinrückzugsgebiete in ASP-Restriktionsgebieten abzusuchen.

Durch die spezielle Ausbildung werden die Hunde in die Lage versetzt, dem "Herrchen" einen Fund eines Wildschweinkadavers eindeutig anzuzeigen.

Nicht jeder Hund ist geeignet

Fachleute sprechen hier vom "Totverweiser", was etwa bei der Jagd bedeutet, dass der Jagdhund über das "Bringseln" seinem Hundeführer zu verstehen gibt, dass er das beschossene oder verletzte Wild gefunden hat. Dafür nimmt er einen Gegenstand, den er am Halsband trägt, zwischen die Zähne – und signalisiert so seine Entdeckung.

Nicht jeder Hund ist allerdings dafür geeignet. So muss er neben ausgeprägtem Finderwillen auch durch guten Grundgehorsam, etwa vor anderem Wild, charakterisiert sein. Die Ausbildung des Hundes ist aufwendig und setzt hohen Idealismus und Engagement voraus.

Frank und Michaela Botz aus Wolframs-Eschenbach haben mit ihrer holländischen Schäferhündin "Uschi" vor wenigen Tagen die Prüfung nach den Prüfungsvorgaben für ASP-Kadaversuchhunde in Mecklenburg-Vorpommern bestanden und die Ausbildung somit erfolgreich abgeschlossen. Der erste geprüfte ASP-Kadaversuchhund Bayerns kommt damit aus dem Landkreis Ansbach.

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