Lokalpolitik in Treuchtlingen

Mandat im Stadtrat: Josef Ferschl hört auf

28.12.2021, 05:09 Uhr
Er verabschiedet sich: Josef Ferschel zieht sich von seinem Mandat zurück. Das Wohl der Treuchtlinger und Schambacher hätte ihm immer sehr am Herzen gelegen.

Er verabschiedet sich: Josef Ferschel zieht sich von seinem Mandat zurück. Das Wohl der Treuchtlinger und Schambacher hätte ihm immer sehr am Herzen gelegen.

Seinen Platz im Gremium nimmt nun nach einstimmigen Beschluss Listennachfolger Holger Maurer ein. Worte zum Abschied gab es von Bürgermeisterin Kristina Becker nicht nur für Ferschl, sondern ebenso fürs Jahr 2021.

Sie bedaure das Ausscheiden des Schambachers, gab ihm die Rathauschefin mit auf seinen weiteren Lebensweg. Zugleich aber könne sie diesen Schritt auch verstehen. Ferschl war bereits 2002 in das Gremium gewählt worden und bekleidete seither auch das Amt des Ortssprechers. Von 1990 bis 1996 war er zudem bereits als Mitglied im Ortsausschuss aktiv.

Sowohl für Treuchtlingen wie auch für Schambach habe er sich in all den Jahrzehnten auf vielfältige Weise eingesetzt, würdigte Becker seine Verdienste. Großes Engagement hat der pensionierte Schulleiter ihren Worten zufolge auch in den verschiedenen Ausschüssen des Rates gezeigt. Für die 18jährige Mitgliedschaft dort war ihm bereits der silbernen Ehrenring der Stadt verliehen worden.

Das Wohl Treuchtlingens und Schambachs im Fokus

Zugleich würdigte Becker die stets "faire Kommunikation und konstruktive Zusammenarbeit" mit ihm. Für das Abgeben seiner Ämter als Stadtratsmitglied und Ortssprecher hatte er schon im Vorfeld der Sitzung "persönliche Gründe" angegeben. Seinen Schritt erleichterte eine Gesetzesänderung, dank derer kein sachlicher Grund mehr für solch eine Amtsniederlegung eingefordert wird.


Die Ferschl-Brüder des VfL sind heute Apotheker und FC-Bayern-Mitarbeiter


Er selbst habe das Ehrenamt "immer gerne und aus Überzeugung ausgeübt", betonte Ferschl selbst in seiner kurzen Abschiedsrede. Ihm sei es nie um Parteipolitik, sondern das Wohl Treuchtlingens und Schambachs gegangen. Mit einem leicht lakonischen Hape-Kerkeling-Zitat verabschiedete er sich dann aus dem Gremium: "Ich bin dann mal weg". Er sei für sie "immer ein Vorbild gewesen", unterstrich in ihren Worten SPD-Fraktionssprecherin Kerstin Zischler; "Wir verlieren mit Dir einen wichtigen Ratgeber!", bedauerte sie. Es werde aber seitens der Genossen noch eine eigene Verabschiedung geben.

Nicht unter den Tisch fallen lassen wollte Becker an der Sitzung die Auszeichnung ihres Amtsvorgängers Werner Baum, der schon Ende November mit der kommunalen Verdienstmedaille in Bronze geehrt worden war, wovon sie leider erst aus der Zeitung erfahren habe.

Als Rathauschef "hat er zwölf Jahre lang die Entwicklung der Stadt maßgeblich geprägt." Im Stadtrat sei er stolze 36 Jahre engagiert gewesen. Zugleich habe er die Partnerschaft mit Bonyhad ins Leben gerufen. Er zeichne sich zudem durch seinen Einsatz in verschiedenen Vereinen aus und bekleide in der Fördergemeinschaft Burg Treuchtlingen das Amt des ersten Vorsitzenden.

Die vergangenen Sitzungen des Jahres Revue passieren lassen

Zu weiteren Personalia der Sitzung zählten die Bestätigung der gewählten Feuerwehrführungskräfte in Wettelsheim (Kommandant Günter Schwimmer, Stellvertreter Ulrich Auer) und Bubenheim (Christian Oechsner, Michael Neubauer).

In ihren Worten zum Jahreswechsel konnte Becker auf ein arbeitsreiches Jahr mit insgesamt 35 Sitzungen der verschiedenen Gremien zurückblicken. Spitzenreiter in Sachen Dauer sei eine Stadtratssitzung mit fast fünf Stunden Länge gewesen. Ein Ratsmitglied habe im Schnitt für die regelmäßige Teilnahme eine Zeitspanne von umgerechnet etwa fünf vollen Arbeitstagen fürs Gemeinwohl geopfert.

Schlaglichtartig ließ sie die Projekte des Jahres Revue passieren: die Baumaßnahmen an der Senefelder-Schule, der Neubau des Feuerwehrhauses Treuchtlingen, die Modernisierung der Altmühltherme, das Voranbringen des Gundelsheimer Baugebiets Kohlerberg II. Außerdem hätten sich mit dem Behinderten- und dem Seniorenbeirat zwei neue Gremien zusammengefunden. Für 2022 sei die Installation eines Klimaschutzmanagers geplant. Am Ende gab es auch für die Presse ein Lob und eine Anregung: "Wir mögen unseren TK! Aber es wäre schade, wenn künftig die Presseberichterstattung aufgrund Personalmangels zurückgefahren würde."

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