Pro Kind ein Bäumchen: Ornbau erweitert den "Babywald"

8.11.2020, 17:14 Uhr
Am „Rupertsweiler“ nahe der Altmühl wurde bei prächtigem Herbstwetter eine Streuobstwiese mit zwölf kleinen Apfel- und Birnbäumchen für zwölf kleine Ornbauer angelegt.

Am „Rupertsweiler“ nahe der Altmühl wurde bei prächtigem Herbstwetter eine Streuobstwiese mit zwölf kleinen Apfel- und Birnbäumchen für zwölf kleine Ornbauer angelegt. © Foto: Margit Schachameyer

Nach 2017 und 2019 hat in der Stadt Ornbau nun bereits die dritte "Babywald"-Pflanzaktion stattgefunden, diesmal am "Rupertsweiler" nahe der Altmühl. Bürgermeister Marco Meier hieß die Familien willkommen, Klaus Fackler vom Landschaftspflegeverband Mittelfranken übernahm die Anleitung und stand mit Rat und Tat zur Seite. Bei sonnigem Wetter, aber schattigen Temperaturen ging man eifrig daran, eine Streuobstwiese zu schaffen.

Es fand also nun die Pflanzaktion für den Jahrgang 2019 statt, zu der Bürgermeister Marco Meier insgesamt zwölf Familien mit ihrem Nachwuchs am "Rupertsweiler" begrüßte. Die Aktion sei mit dem Gesundheitsamt abgesprochen, erklärte er. Durch die weiten Abstände zwischen den Pflanzorten für die Bäumchen werde der Abstand automatisch gewahrt. Außerdem werde die Aktion möglichst kurz gehalten.


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Meier freute sich, dass von 14 Familien, die 2019 Nachwuchs bekamen, zwölf bei der "Babywald"-Aktion mitmachen wollten. So wurden auch zwölf Obstbäumchen herbeigebracht. Zwölf Pfosten markierten bereits die Stellen, wo die Eltern das Apfel- oder Birnbäumchen für ihr Kind einpflanzen sollten. Nur einen Spaten brauchten die Familien selbst mitzubringen.

Kinder und Bäume werden gemeinsam groß

Klaus Fackler betonte, es sei immer eine Freude, eine Aktion mit Kindern zu machen – die Kinder und die Bäume würden zusammen groß. Er zeigte, wie man den kleinen Baum pflanzt, und erklärte, worauf man beim Setzen von Obstbäumchen unbedingt achten sollte.

Das Loch muss vom Umfang her groß genug sein für das Wurzelwerk, wobei man die größeren Wurzeltriebe etwas abschneiden kann, was die Wurzelbildung anregt. Der Pfosten zum Festbinden muss dabei "auf der kalten Seite" in den Boden geschlagen werden. Danach ist die Erde wieder gründlich einzufüllen, wobei man mit der Grasnarbe einen Gießrand formen und mit Hackschnitzeln mulchen kann. Dann das Bäumchen mit "doppeltem Achterschlag" zur Stabilisierung am Pfosten anbinden, überflüssige Triebe zurückschneiden und die Krone in Form eines fränkischen Hausdachs formen. Und zuletzt soll noch jedes Bäumchen seinen eigenen "Gartenzaun" zum Schutz vor Wildverbiss bekommen, so Fackler.

Historische und einheimische Sorten gepflanzt

So, dann ging’s an die Praxis. Mütter und Väter zückten den Spaten und schufen geeignete Löcher für die Bäumchen, was der Nachwuchs mit großem Interesse verfolgte. Es wurden heuer ausschließlich Apfel- und Birnbäumchen gepflanzt, wobei aber auf eine "bunte Vielfalt" historischer einheimischer Sorten geachtet worden sei, hieß es. Namen wie "Jakob-Fischer-Herbstapfel", "Köstliche von Charneux", "Kaiser-Wilhelm-Winterapfel", "Gelerts Butterbirne", "Danziger Kantapfel" oder "Rote Sternrenette" waren auf den Schildern an den Bäumchen zu lesen.

Für die Bäumchen sind die Familien nun verantwortlich. In der warmen Jahreshälfte müsse regelmäßig gegossen und gelegentlich auch für den Obstbaumschnitt gesorgt werden, gab Fackler den Erwachsenen mit auf den Weg. Später im Leben kann in Ornbau dann der Jahrgang 2019 von seinen eigenen Obstbäumen auf der Streuobstwiese am "Rupertsweiler" viele Jahre heimisches Obst ernten und genießen.

Hinter der Ornbauer "Babywald"-Aktion steckt die Intention, einen Ersatz für den Schulwald am Kappelweiher-Wiesmet-Park zu schaffen. Allerdings sei es nicht so einfach, alljährlich geeignete Flächen für neue Pflanzungen zu finden, heißt es vonseiten der Stadt.

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