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Freitag, 25.09.2020

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Urlauber bleiben weg: Tourismus in Gunzenhausen bricht ein

Wolfgang Eckerlein berichtet im Stadtrat von Verlusten in Höhe von 4,8 Millionen Euro - 04.08.2020 06:01 Uhr

Die Touristen sind zurück im Fränkischen Seenland. Doch nicht alle verhalten sich vernünftig, und ob der derzeitige Boom die Verluste der Corona-Monate März bis Mai auffangen kann, ist mehr als fraglich.

© News5/Bauernfeind


Dabei fing, erläuterte der Chef der städtischen Tourist-Information Wolfgang Eckerlein in der jüngsten Sitzung des Stadtratsausschusses für Wirtschaft, Tourismus und Kultur, das Jahr sehr gut an, für Januar und Februar verzeichnet die Statistik mehr Gäste als je zuvor in der Stadt. Doch dann kamen "gewaltige Einbrüche". Auch Ankünfte wurden zwischen März und Mai 14 338 weniger registriert.

Das bringt, machte Eckerlein in der Stadthalle deutlich, gewaltige Einbußen mit sich. Im Durchschnitt lässt ein Gast etwa 105 Euro in der Altmühlstadt, hochgerechnet sind das also rund 4,8 Millionen Euro, die unterm Strich fehlen. Im Einzelnen sind das etwa 1,7 Millionen weniger Einnahmen für die Anbieter von Unterkünften, die Gastronomie muss ein Minus von 1,3 Millionen verkraften. Etwa 214 000 Euro hätten die Besucher – statistisch gesehen – für Einkäufe ausgegeben und 691 000 Euro in den Bereich Freizeit und Unterhaltung gesteckt.

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"Wir können nur hoffen", so Eckerlein, "dass wir Hotellerie und Gastronomie im nächsten Jahr so vorfinden wie Anfang 2020". Sicher ist sich der Tourismusexperte da allerdings nicht. Er bangt vor allem auch um die kleineren Gastwirtschaften. Denn wenn es kalt wird und niemand mehr draußen sitzen will und kann, könnten diese ein echtes Problem bekommen. Denn ohne Lüftung und mit Abstandsregeln bleiben dann nicht viele Tische übrig.

"Mit 100 Sachen gegen die Wand"

Verluste muss aber auch die Stadt hinnehmen. Corona sorgte dafür, dass 50 000 Euro weniger über den Kurbeitrag in den Stadtsäckel geflossen sind.

"Wir sind mit 100 Sachen gegen die Wand gefahren", schildert Eckerlein die Situation in seinem Sachgebiet. Alle hätten sich darauf gefreut, dass es nun endlich losgehe mit den Veranstaltungen und den Urlaubern. Stattdessen musste er seine Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. "Corona war für uns ein ganz massiver Einschnitt", machte der Tourismus-Chef noch einmal klar.

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Nun seien alle froh, dass die Gäste zurück sind. Allerdings mit einem lachenden und einem weinenden Auge, denn längst nicht alle Gäste verhalten sich nach den Worten Wolfgang Eckerleins "vernünftig", etwa wenn es darum gehe, in den Räumen der Touristik-Information eine Mund-Nase-Maske zu tragen. Er könne nur hoffen, dass die Situation im Seenland nicht so eskaliere wie im Allgäu und in Oberbayern, wo es bereits Demonstrationen gegen die Touristen gibt.


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 Bürgermeister Karl-Heinz Fitz erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass die Stadt versuche, die Gastronomen "massiv zu unterstützen". So wurde der Bereich für die Außenbestuhlung erweitert. Allerdings werde dabei auf eine gerechte Verteilung geachtet, die Zahl der Tische müsse denen in Vor-Corona-Zeiten entsprechen.

https://www.nordbayern.de/region/corona-in-nurnberg-und-der-region-das-ist-der-aktuelle-stand-1.9891299

MARIANNE NATALIS

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