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Landkreis ERH: HerzoPass soll kommen

Die grundsätzliche Zustimmung zum Antrag der Grünen-Stadtratsfraktion ist da, nur der Weg steht noch nicht fest. - 26.03.2021 17:50 Uhr

Der ErlangenPass, den NN-Redakteurin Barbara Zinecker hier zeigt, wurde in Erlangen bereits 2016 eingeführt. In Herzogenaurach ist von einer Kooperation mit der Nachbarstadt bis zur Eigeninitiative für einen HerzoPass noch alles möglich.

25.03.2021 © Harald Sippel


Das Thema wurde laut German Hacker vor zwei Jahren bereits bei einem der regelmäßigen "Nachbarschaftsgespräche" zwischen der kreisfreien Stadt Erlangen und den Umland-Gemeinden angesprochen. Seinerzeit habe Herzogenaurach laut German Hacker als einzige Gemeinde Interesse an einer Zusammenarbeit mit Erlangen in Sachen Sozialpass bekundet. "Das Ganze stellte sich dann als nicht so einfach heraus", erklärte Hacker in der jüngsten Stadtratssitzung.

Landratsamt sorgt für Daten

Beantragt werden müsse dieser Pass nämlich (kalender-)jährlich. Und für die Datenbasis der effektiv Bezugsberechtigten müsse das Landratsamt Erlangen-Höchstadt sorgen. "In Erlangen kümmern sich zwei Vollzeitkräfte um den ErlangenPass", weiß Hacker. Ob sich eine entsprechende Kooperation über eine von Herzogenaurach an Erlangen zu entrichtende Verwaltungspauschale lösen lässt, ist derzeit noch unklar.

Zusammenarbeit in beide Richtungen

Zudem müsse eine solche Zusammenarbeit aus Hackers Sicht "in beide Richtungen funktionieren". In diesem Zusammenhang erinnerte der Bürgermeister daran, dass Erlangen rund viereinhalb Mal so groß wie Herzogenaurach sei – und brachte als Idee einen "ErlangenPass plus" ins Spiel, der dann zusätzlich zum vorhandenen Erlanger Portfolio auch Angebote für Landkreisbürger beinhalten könnte. Es sei auf jeden Fall klar, dass die zugestandenen Vergünstigungen für Passinhaber bei den Anbietern finanziell kompensiert werden müssten.

Probleme bei der Kompatibilität

"In Erlangen ist der Pass auch für Ausflüge oder Klassenfahrten nutzbar, die sich die Betroffenen sonst nicht leisten könnten", erklärte German Hacker den Stadträtinnen und -räten. Kompatibilitätsprobleme zwischen den beiden Systemen sieht er auch darin, dass in Herzogenaurach jetzt schon manche Vergünstigung nicht daran geknüpft sei, ob jemand in der Stadt lebe und gemeldet sei. So genügt beispielsweise für den ermäßigten Eintritt ins Freizeitbad Atlantis unter anderem die Vorlage eines Studenten- oder Rentnerausweises, was auch von Studierenden aus Erlangen gerne genutzt werde. "Wir haben schon auch was zu bieten", stellte Hacker fest.

"Der Größere ist der Bestimmende"

Bei bisherigen Vorverhandlungen sei man nur bis zur Verwaltungsebene gekommen, am Ende werde der Größere (also Erlangen) auch der Bestimmende sein, meint Hacker. Die Diskussion laufe aktuell, erfordere aber, "mit spitzer Feder zu rechnen". German Hackers Fazit aus der bisherigen Entwicklung: "Der HerzoPass könnte Realität werden, aber er würde wohl keinen großen Unterschied zum derzeitigen Ist-Stand ausmachen."

Sozialpass auf Landkreisebene?

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Stadtrat Peter Simon, dessen Fraktion den Antrag auf die zügige Umsetzung eines HerzoPasses gestellt hatte, nahm den Gedanken auf, einen Sozialpass auf Landkreisebene zu schaffen. Ein ERHPass, der umfassende Vergünstigungen ermöglichen könnte.

Stufen-Strategie der Verwaltung

Daraufhin machte German Hacker deutlich, dass die Verwaltung in Herzogenaurach eine Stufenstrategie verfolgt: Zunächst sollen die Verhandlungen mit der Stadt Erlangen fortgeführt werden. Führen diese nicht zu greifbaren Ergebnissen, wird es entsprechende Gespräche mit dem Landkreis geben. Und wenn auch das nicht fruchtet, "dann machen wir es eben selber", kündigte German Hacker an.

HANS VON DRAMINSKI

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