Samstag, 26.09.2020

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Grünes Licht für Amazon-Logistikzentrum in Limbach

Die Gegner sind nach wie vor unzufrieden - 15.08.2020 05:57 Uhr

In diesen Dimensionen ist das Amazon-Logistikzentrum bei Limbach geplant.

© Grafik: Birdeye


Vertreter des Internetgiganten und des mit ihm kooperierenden Immobilienentwicklers P 3 Logistik Parks erläuterten vor den Ratsmitgliedern und gut zwei Dutzend Zuhörern das Vorhaben im Süden des Ortsteils Limbach. Wie berichtet, sollen ein Verteilzentrum mit integriertem Verwaltungstrakt und ein Parkhaus, dazu Stell- und Rangierflächen im Freien errichtet werden. Die Gebäude nehmen 5600 Quadratmeter ein.

Arbeit im Dreischichtbetrieb

Bis zu 100 Menschen werden laut Amazon-Planer Karsten Frost an sechs Tagen in der Woche (Sonntag ist frei) im Dreischichtbetrieb arbeiten. Sie benötigen Frost zufolge weder eine abgeschlossene Schulausbildung noch Fachkenntnisse, sollten aber Deutsch oder Englisch verstehen.


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Die Sortierer verdienten mindestens 11,91 Euro in der Stunde, außerdem gebe es Zuschläge und Prämien. Des Weiteren entstünden 20 bis 25 Arbeitsplätze für Maschinentechnik, Service und Management. Die Ladungen "einer mittleren zweistelligen Anzahl von Lkw pro Nacht", so Frost, werden in der riesigen Sortierhalle auf die kleineren Lieferwägen verteilt, die den Endkunden auf der "letzten Meile" anfahren. Die "Lieferpartner" schwärmen laut Amazon vor allem in Richtung Bamberg und Coburg, nach Erlangen und Würzburg aus, in aller Regel über Fernstraßen wie die B 505 und die A 3.

"Die wollen nicht über die Dörfer gurken", sagte Frost und wollte so zum Ausdruck bringen, dass die Gemeindebürger nicht unter höherem Verkehrsaufkommen zu leiden hätten. Dafür kämen von Anfang an Gewerbesteuereinnahmen, denn es werde eine GmbH mit Sitz in Pommersfelden gegründet.

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Obendrein versprach der Mann von Amazon: "Wir wollen ein Bestandteil von Pommersfelden sein, nicht Geld machen und dann schnell wieder weggehen." Ebenso wie Christian Tretiak von P 3 stellte er in Aussicht, dass sein Unternehmen sich auch an gesellschaftlichen und sozialen Projekten am Standort beteiligen werde. Roland Seubert beeindruckte all das nur wenig. Der Gemeinderat aus Limbach und einstige Sprecher der gegen das Vorhaben gerichteten Bürgerinitiative warf Bürgermeister Gerd Dallner vor, den beiden Firmen in der Sitzung eine Plattform für eine "Werbeveranstaltung" geboten zu haben. Die Gegner hingegen hätten im Anhörungsverfahren kaum Gehör gefunden.

Vielmehr seien die Flyer der Initiative von der damaligen Rathausspitze als "irreführend und reißerisch" verunglimpft worden. "Hier wurde mit zweierlei Maß gemessen und das ist nicht in Ordnung", sagte Seubert.

Man will transparent sein

Dallner, der zu Zeiten des Bürgerentscheids und der Aufstellung des Bebauungsplanes im April das Amt noch nicht übernommen hatte, hielt dem entgegen: Die Einladung sei "der Versuch, Transparenz in die Angelegenheit zu bringen. Das Ganze soll nicht stillschweigend als Bauantrag durchgewunken werden". Eigentlich war bereits für den 26. April eine Informationsveranstaltung angesetzt gewesen, erinnerte der neue Bürgermeister, diese sei aber wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden.

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Über den Bauantrag selbst wurde nicht mehr debattiert. Die Ratsmitglieder hätten vorab die Möglichkeit gehabt, sich damit vertraut zu machen, so Dallner. Die Verwaltung kam zum Befund, dass die Pläne die Vorgaben des Bebauungsplanes komplett erfüllten. Mit zwei Gegenstimmen stimmte der Gemeinderat dem Vorhaben schließlich zu.

Die ausschlaggebende Entscheidungshilfe ist nach Überzeugung des Rathauschefs der Bürgerentscheid gewesen, an dem sich am 5. April 68 Prozent der Wahlberechtigten beteiligt und davon 60 Prozent für den einschlägigen Bebauungsplan ausgesprochen hätten. In Limbach seien die Einwohner zu 90 Prozent dagegen gewesen, hallte es Dallner aus dem Zuhörerbereich entgegen.

Der Bürgermeister unterstrich eingangs, dass entgegen anders lautender Gerüchte der Grundstücksverkauf an P 3 erst vor wenigen Tagen beim Notar beurkundet worden sei. Von vorab vollendeten Tatsachen, wie es vereinzelt behauptet worden sei, könne daher nicht die Rede sein.


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Karl-Heinz Panzer

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