Donnerstag, 15.04.2021

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Herzogenaurach: Füttern von Wasservögeln nicht erlaubt

Neue Hinweistafeln weisen auf das Verbot auch abseits der Vogelgrippe hin - 21.02.2021 17:53 Uhr

Die Kanadagans verdrängt heimische Vögel. Nun gibt es einen Fall von Vogelgrippe.

19.02.2021 © Eduard Weigert


Ein Hauptgrund für die übermäßig große Population ist das Füttern. Die Stadt hat Informationstafeln am Aurachufer, an der Aurachwiese westlich des Freibads und am Wiwaweiher aufgestellt, die Passanten auffordern, die Wasservögel nicht zu füttern. Auch das Futter selbst stellt ein Problem dar: Reste sinken auf den Gewässergrund, verfaulen und begünstigen Algenwachstum.

Sauerstoff wird entzogen

Dadurch wird den Fischen und Wasserpflanzen Sauerstoff entzogen. Fische können sterben und Pflanzen eingehen, das Gewässer kippt um. Liegengebliebene Lebensmittel können auch Ratten und Tauben anziehen. Das Füttern der Wasservögel ist nicht notwendig und, nachdem im Landkreis ERH eine tote Kanadagans mit dem Geflügelpest-Virus entdeckt wurde, zurzeit auch amtlich untersagt.

Freilebende Wildtiere

Enten, Graugänse und Kanadagänse sind freilebende Wildtiere und finden in ihrer natürlichen Umgebung ausreichend Nahrung. Brot kann im Magen der Tiere aufquellen und zu Verdauungsstörungen bis zum Tod der Tiere führen.

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Gefahr für Tier und Mensch: Alle Fakten zur Vogelgrippe

Die Vogelgrippe hat bereits Hunderttausende Tiere das Leben gekostet - nicht nur, weil Hühner oder Puten meist innerhalb weniger Tage an der Infektion sterben, sondern auch weil in betroffenen Nutztierbetrieben der gesamte Bestand gekeult werden muss. Das Virus ist aber nicht nur für Vögel gefährlich.


In Herzogenaurach breitet sich vor allem die Kanadagans aus. Sie kommt aus Nordamerika und hat hier keine natürlichen Fressfeinde. Deshalb nimmt die Population stark zu. Sie verdrängt heimische Gänse und Enten und bringt das Ökosystem aus dem Gleichgewicht.

Füttern strikt verboten

Nach der Reinhaltungssatzung der Stadt Herzogenaurach und aufgrund des Erlasses des Landratsamtes ist das Füttern von Wildtieren verboten.

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Geflügelpest in Vorpommern: 30.000 Puten wurden getötet

In einem Mastputenbetrieb in Heinrichswalde (Mecklenburg-Vorpommern) ist die Geflügelpest ausgebrochen. 30.000 Tiere wurden getötet, ebenso wie weitere 1000 Tiere von Privatbesitzern im Umkreis von drei Kilometern des Betriebs.


Das Fütterungsverbot ist ein wichtiger Baustein zur Eindämmung der Gänsepopulation. Vergrämungsmaßnahmen oder Bejagung sind äußerst schwierig. Die Vögel sind sehr intelligent und lernen sehr schnell, dass von Schreckschüssen keine Gefahr droht. Die Gänse fallen zwar unter das Jagdgesetz, eine Bejagung ist jedoch im befriedeten Bereich der Kernstadt nicht zulässig.

 

nn

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