Mittwoch, 14.04.2021

|

Mehr Kultur und Aktion in die Höchstadter Innenstadt

Attraktivität steigern: Höchstadt will sich schon jetzt für die Zeit nach der Pandemie wappnen. - 09.03.2021 11:40 Uhr

Blick aus dem Bürgermeisterzimmer auf den Marktplatz: Wie geht es weiter nach Corona?

08.03.2021 © Foto: Matthias Kronau


In seinen mittlerweile rund 25 Jahren Amtszeit als Bürgermeister musste sich Gerald Brehm immer wieder mit der Entwicklung der Innenstadt befassen. Straßen- und Platzsanierungen, Debatten zum Bau des St. Anna-Heims an der Stadtmauer und der Bau des Geschäftshauses am Vogelseck, dazu immer wieder Unterstützung für Einzelhändler. Da kommt einiges zusammen.

Grundlegender Wandel

Gestern allerdings räumte der Bürgermeister in einem Pressegespräch ein, dass nun doch alles anders geworden sei. Waren die Anstrengungen vergangener Jahre stets darauf gerichtet, die Innenstadt weiterzuentwickeln in der Hoffnung, sie könne dauerhaft als Vor-Ort-Alternative mithalten mit den attraktiven Zentren in der Umgebung, so hat Corona die Situation möglicherweise grundlegend gewandelt.

Online-Handel als Problem

Der Feind der Innenstadt heißt nicht etwa Corona. Die Gefährdungen sind nach Ansicht von Brehm auch nicht Einkaufszentren in der Nähe. "Das Problem sind Amazon und Co.", sagt der Bürgermeister, gemeint sind also die großen Onlinehändler. Das Problem gibt es seit Jahren, hat sich aber massiv verschärft. Mittlerweile würden alle Generationen den schnellen Einkaufsklick nutzen. Diese Entwicklung kleinzureden, wäre fatal. "Die herkömmlichen Ladenstrukturen sind in Gefahr." Ein Problem nicht nur für Höchstadt, aber eben auch.

Genau deswegen befasst sich ein Team innerhalb der Verwaltung derzeit intensiv mit einer Neuausrichtung des Stadtentwicklungskonzeptes. Trotz vieler Anstrengungen in den Vorjahren: "Wir als Stadt müssen noch aktiver werden", so Brehm, und das heißt: "Wir müssen mehr Geld in die Hand nehmen." Aber für was?

"Die Psyche will Gemeinschaft"

Den Ansatz gab es schon länger, aber jetzt wird er überlebenswichtig: Höchstadt muss noch mehr Kultur und Aktivität auf die Straße bringen. Denn das Einkaufserlebnis alleine wird es nach Ansicht des Bürgermeisters nicht schaffen, genug Leben in die Innenstädte zu bringen. "Aber die Psyche will Gemeinschaft und Gemeinsamkeit." Eine gute Ladenstruktur und kulturelle Vielfalt könnten gemeinsam dem einsamen Online-Konsum-Klick Paroli bieten.

Bilderstrecke zum Thema

Höchstadter Kellerberg: Bierbauch und Wahrzeichen

Über 200 Lagerkeller und ein Labyrinth mit einer Gesamtlänge von mehr als 2000 Metern: So unscheinbar der Kellerberg von außen aussieht, so viel steckt in seinem Inneren. Wir haben reingeschaut.


Einzelhandel, Kultur, Gastronomie, touristische Angebote und der Slogan "Gesundheitsstadt Höchstadt" (etwa: Angebote im Engelgarten, Kneippanlage) sollen zu einem stimmigen Gesamtpaket geschnürt werden. Im April oder Mai soll ein entsprechendes Konzept vorgestellt werden. "Wer Ideen in dieser Richtung hat, der kann sich sehr gerne bei uns melden", betont Gerald Brehm.

Eine Idee, die über Höchstadt hinausweist, hätte er schon beizutragen: Amazon so besteuern, dass ein Teil direkt an die Kommunen fließt.

 

mk

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Höchstadt