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Freitag, 05.06.2020

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Demos in der Oberpfalz: Trassengegner machen mobil

Bürgerinitiativen im Landkreis beteiligen sich an Protest-Aktionstag am Sonntag - 23.05.2020 14:11 Uhr

In Mühlhausen gingen Trassengegner im Oktober auf die Straße - noch ohne Mundschutz. Der ist am Sonntag selbstverständlich Pflicht, wenn es dort heißt "Demokratie braucht öffentliche Bürgerbeteiligung (und kein Kasperltheater)". © Frank Heidler


An zahlreichen Orten entlang der geplanten Stromtrassen Juraleitung, Südlink, Südostlink, Ostbayernring und Ultranet sind rund 60 Aktionen geplant, um gegen "die Beschleunigung von Planungsverfahren durch rechtswidriges Unterhöhlen der Öffentlichkeitsbeteiligung beim Netzausbau" zu protestieren.


Stromtrassen in der Region kommen anders als geplant


Auch zwischen Freystadt und Dietfurt wird zwischen 15 und 18 Uhr gegen die Juraleitung demonstriert. In Forst ist ein Fotoshooting mit Plakaten, Protestkreuzen und Luftballons geplant. Am benachbarten Sportflugplatz Sondersfeld/Forst werden im voraussichtlichen Abstand die Betonfundamente der Strommasten in realer Größe abgesteckt und dann für Foto- und Filmaufnahmen die Strecke mit Ultraleicht-Flugzeugen abgeflogen.

Auch in Döllwang stellen sich Mitglieder der örtlichen Bürgerinitiative für ein Protestfoto auf, das eine Drohne von oben schießt. Am Zeller Sportplatz wird die BI Dietfurt Masten in Originalgröße auslegen.

Mundschutz, aber kein Maulkorb

An der Aumühle zwischen Ellmannsdorf und Mühlhausen ist die Fotoaktion "Mundschutz ist kein Maulkorb!" geplant. In Mühlhausen lautet das Motto am Sonntag: "Demokratie braucht öffentliche Bürgerbeteiligung (und kein Kasperltheater)". Vor drei Bannern mit Trassenkreuzen unter der jetzigen Stromleitung werden Handspielpuppen auf hohen Stäben tanzen.


Stromtrasse: So könnte die Juraleitung verlaufen


In Winterzhofen ist der Treffpunkt am Feuerwehrhaus oder um 13.40 Uhr direkt am Aktionsplatz am Flurbereinigungsweg zwischen Winterzhofen und Windrad, wo ein Foto mit dem Trassenkreuz geschossen wird.

Bilderstrecke zum Thema

Alles, was Sie über die Stromtrasse wissen müssen

Der Netzbetreiber Amprion plant eine rund 450 Kilometer lange Hochspannungsleitung von Sachsen-Anhalt bis ins schwäbische Meitingen. Ursprünglich verlief der bevorzugte Trassenkorridor quer durch Ober- und Mittelfranken sowie durch die Oberpfalz. Im Juni 2015 präsentierte Wirtschaftsminister Gabriel einen neuen Verlauf.


Der Protest an den geplanten Stromtrassen sei bunt und vielfältig, sagt Dörte Hamann, die Sprecherin bundesweites Bündnis der Trassengegner-Bürgerinitiativen. An manchen Orten würden die 50 Meter breiten Baustellen-Schneisen der Erdkabel-Trassen von Südlink und Südostlink dargestellt, um den geplanten massiven Eingriff in die Natur darzustellen. In Altenthann (Landkreis Regensburg) wollen rund 30 Traktoren die geplanten Trassenverläufe des Südostlinks blockieren.

"Die Bereitschaft, spontan und trotz widriger Umstände aufgrund der Corona-Pandemie so viele Versammlungen anzumelden, ist ein deutliches Zeichen an die Bundesregierung, dass der Eingriff in die demokratischen Rechte nicht ohne Protest hingenommen wird", erklärt die Leinburgerin in einer Pressemeldung.

Das bundesweite Aktionsbündnis der Trassengegner fordert ein Umdenken für den dringend notwendigen Klimaschutz. Ein vorrangig verbrauchsnaher und regionaler Ausbau von Erneuerbaren Energien könne auch in Krisenzeiten die sichere Energieversorgung gewährleisten und sei zusätzlich kostengünstiger und schneller zu realisieren.

Die Protestaktionen am 24. Mai werden ausschließlich unter freiem Himmel, mit gebotenem Abstand zueinander und wenn nötig auch mit Mundschutz stattfinden.

nn

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