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Montag, 30.11.2020

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Pfarrer sprechen nicht mehr mit: Neue GmbH für Kindergärten

Damit werden die Verwaltungen der Einrichtungen gebündelt - 21.10.2020 12:04 Uhr

Teil der neuen gemeinnützigen GmbH soll auch die Kindertagesstätte St. Johannes in Neumarkt werden, bei der es in jüngerer Vergangenheit einige Probleme in der Verwaltung gab.

20.10.2020 © Foto: Günter Distler


Weniger Verantwortung, mehr Zeit für die eigentlichen Aufgaben. Die Pfarreien in den Dekanaten Neumarkt und Habsberg suchen Entlastung bei der Verwaltung der Kindergärten und Tagesstätten. Aus diesem Grund entschloss sich die Diözese Eichstätt dazu, eine gemeinnützige GmbH zu gründen und als Träger der beteiligten Einrichtungen zu etablieren.


Diözese Eichstätt rechnet mit sattem Minus


Die Teilnahme an der GmbH ist freiwillig. Pfarreien, denen der Aufwand des Personal- und Gebäudemanagements, der Verwaltung und der Administration zu viel ist, können sich anschließen. Damit ist nicht mehr der Pfarrer der Hauptverantwortliche, sondern der Geschäftsführer der GmbH und damit die Diözese Eichstätt.

Probleme in St. Johannes

Bisher haben 22 Kindertageseinrichtungen ihr Interesse an der GmbH bekundet. Das entspricht etwa 50 Prozent aller Tagesstätten in den beiden Dekanaten. "Aus der Erfahrung der zwei bisher schon bestehenden GmbHs in Ingolstadt und Franken wissen wir aber, dass die Anzahl meist im Laufe der Zeit wächst", sagt Ordinariatsrat Rainer Kastl. Teil der GmbH soll auch die Kindertagesstätte St. Johannes in Neumarkt werden, bei der es in jüngerer Vergangenheit einige Probleme in der Verwaltung gab. "Menschen sind nicht perfekt. Durch die Umstrukturierung kann so etwas wie in St. Johannes aber verhindert werden", so Kastl.


Zweier-Team leitet Kindergarten St. Johannes


Für die Eltern der betroffenen Einrichtungen ändert sich nichts, außer dass es einen neuen Ansprechpartner bei Problemen rund um das Personal oder mit der Verwaltung gibt. Die Gründung der GmbH soll auch nicht automatisch Grund für eine Erhöhung der Kosten für die Eltern sein. Man verspricht sich vom Zusammenschluss mehrerer Kindertageseinrichtungen, die Abläufe zu vereinfachen und vereinheitlichen und dadurch in vielen Bereichen Kosten einzusparen.

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Im Laufe dieser Woche endet die Frist für Kirchenstiftungen mit Kindertagesstätten, ihr Interesse an der GmbH zu bekunden. Zeitgleich wird die Stelle des Geschäftsführers ausgeschrieben, den die Verantwortlichen noch in diesem Jahr zu finden erhoffen. Im April des nächsten Jahres könnte die GmbH dann notariell beurkundet werden, so dass die neue Geschäftsstelle, die in Zukunft im Raum Neumarkt beheimatet sein soll, ihre Arbeit aufnehmen kann.

Ab September 2021, so der Plan, startet die neue gemeinnützige GmbH die Bewirtschaftung der 22 teilnehmenden Einrichtungen. Doch damit soll sich nicht alles ändern, sagt Kastl: "Auch wenn der Pfarrer ab diesem Zeitpunkt rechtlich nicht mehr mitspricht, sollen die Einrichtungen im Bewusstsein der Gemeinden weitergeführt werden."

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