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"Baustellen-Tetris" in Altenfurt: Sanierung von Straßen und Kanälen

Infrastruktur-Modernisierung zieht sich insgesamt über 20 Jahre - 13.03.2021 16:21 Uhr

Mammutprojekt Kanal- und Straßensanierung: Derzeit wird in der Hermann-Kolb-Straße vor der Grund- und Mittelschule gebaut. 

03.03.2021 © Roland Fengler, NNZ


Auch Kanalrohre kommen in die Jahre: Bereits 1938 wurden in den damals noch jungen Siedlungen Schmutzwasserkanäle verlegt, in den 1970ern kamen Kanäle für die Ableitung von Regenwasser hinzu. Die alten Betonrohre lösten sich im Laufe der Zeit auf, weiß Volker Nachtmann.

Neue Rohre halten 100 Jahre

Der kommissarische Werkleiter bei der Stadtentwässerung und Umweltanalytik Nürnberg (SUN) berichtet, dass es heute viel haltbarere Materialen gibt. Unter anderem habe der verwendete Beton mittlerweile eine wesentlich höhere Qualität und die Wände werden mit Steinzeug verstärkt. „Wenn wir heute ein Rohr verlegen, hält das 100 Jahre“, ist Nachtmann überzeugt. Die Lebenszeit der Kanäle lasse sich auch durch so genannte „Inliner“, spezielle Schläuche, erhöhen, die in ältere Rohre eingezogen werden.

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Viele Sanierungs- und Ausbau-Projekte konnten auch in den großen Ferien abgeschlossen werden, etwa an der Dürrenhofstraße oder an der Radmeisterstraße. Doch einige Baustellen werden auch in den nächsten Wochen noch für Staus und Behinderungen sorgen. Ein Überblick.


Aber auch Nachverdichtung machte eine umfangreiche Sanierung des Gebiets notwendig: Nach der Eingemeindung nach Nürnberg setzte in Altenfurt und Moorenbrunn ein Bauboom ein. „Die hydraulische Leistungsfähigkeit war nicht mehr gegeben“, sagt der SUN-Leiter. Hinzu kam schließlich, dass man Ende des 20. Jahrhunderts nicht mehr auf getrennte Systeme für Regen- und Schmutzwasser setzte, sondern nur noch ein Rohr für das Mischwasser verwendete – und das muss dann freilich entsprechend groß sein.


Kanalsanierung ist teures Mammutprojekt


Bereits 1982 begann die Stadt mit dem Bau eines Vorflutkanals, der das Wasser aus den südöstlichen Stadtteilen aufnehmen sollte. In den Wohngebieten ging es dann 2007 richtig los. Über 16 Kilometer Kanal wurden verlegt, derzeit sind 320 Meter im Bau und 440 Meter stehen noch aus, rechnet Volker Nachtmann vor. Anschließend kommen - nach fast 20 Jahren Bauzeit noch Nachbesserungen auf SUN zu.

Millionen-Investition in die Infrastruktur

Es ist eines der größten Kanalbauprojekte in der Stadt. Und auch die Kosten sind enorm: 22,5 Millionen Euro hat die Stadt bereits investiert. Bis zu 33 Millionen sind für das gesamte Projekt genehmigt – so viel, hofft der SUN-Leiter, wird es am Ende aber nicht kosten. Insgesamt gibt SUN pro Jahr durchschnittlich 16 bis 18 Millionen Euro für den Kanalbau im Stadtgebiet aus.

Straßensanierung in der Wittelsbacher Straße

Derzeit ist SUN noch in der Herman-Kolb-Straße und in der Grünberger Straße aktiv. In der Wittelsbacher Straße bespielt dagegen der Servicebetrieb Öffentlicher Raum (Sör) die Baustelle: Hier werden die stark sanierungsbedürftige Fahrbahn und die Gehwege im kommenden Jahr für 1,2 Millionen Euro erneuert. Der erste Bauabschnitt zwischen Wettinerstraße und Von-Soden-Straße wird ab 8. März in Angriff genommen und soll bis Mitte Juni 2021 fertiggestellt sein. In einem zweiten Bauabschnitt gehen die Bauarbeiten dann bis zur Welfenstraße weiter. Schließlich wird in einem dritten Bauabschnitt die Wittelsbacher Straße von der Welfen- bis zur Hermann-Kolb-Straße saniert.

„Einschränkungen und Beeinträchtigungen für Anlieger und Verkehrsteilnehmer sind leider nicht zu vermeiden“, so Nadine Francke von Sör. Die jeweils im Bau befindlichen Abschnitte müssen für den Autoverkehr mit Ausnahme von Rettungsfahrzeugen und Feuerwehr gesperrt werden. Jeweils ein Gehweg bleibt aber offen. Die Mülltonnen müssen die Bewohner außerhalb der Absperrungen zur Abholung aufstellen. Und auch ihre Autos müssen sie außerhalb des Baubereichs parken.


Busse müssen weichen: VAG informiert über Umleitungen


Die betroffenen Bürger wurden informiert. Alle diese Baustellen zu koordinieren und auch noch die VAG-Busse umzuleiten – in diesem Fall sind die Linien 57 und 96 betroffen - sei enorm aufwändig, weiß Volker Nachtmann „Das ist fast wie Baustellen-Tetris“, sagt der SUN-Leiter.

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