Corona-Meldepflicht für Haustiere: Das müssen Besitzer wissen

5.7.2020, 05:43 Uhr
Im Verdachtsfall sollte der Tierarzt einen Abstrich aus Nase und Rachen für den Corona-Test nehmen.

Im Verdachtsfall sollte der Tierarzt einen Abstrich aus Nase und Rachen für den Corona-Test nehmen. © Foto: M. Marten/Deutscher Tierschutzbund

Sogar Goldhamster kann es treffen. Sie dürften, an den Käfig gewöhnt, unter einer Quarantäne am wenigsten leiden. Bei Katzen sieht das anders aus. Auch sie können sich beim Menschen mit Covid-19 infizieren. Haben sie sich das Virus eingefangen, sollten sie zu Hause bleiben, sagt Elke Reinking vom Friedrich-Loeffler-Institut in Greifswald, das die Infektionswege bei Tieren erforscht. Bei Freigängern sei das natürlich eine Herausforderung. "Aber da ist Solidarität mit der Nachbarskatze gefragt", findet Reinking.

Noch gibt es keine Hinweise darauf, dass Haustiere ihre Halter mit Covid-19 anstecken können. Umgekehrt kam das allerdings schon mehrfach vor. Der Bundesrat hat deshalb gestern einer Meldepflicht für Haustiere zugestimmt. Eine Pflicht, zum Tierarzt zu gehen, wenn Hund oder Katze husten oder schlecht Luft bekommen, gibt es nicht. Tierärzte und Labore allerdings müssen diagnostizierte Fälle ab sofort den Veterinärbehörden melden.

Auch Tiger trifft’s

Vor allem für die Forschung sei die Meldepflicht wichtig, sagt Dag Encke, Chef des Nürnberger Tiergartens. Seit sich Tiger in einem New Yorker Zoo bei einem Pfleger infiziert haben, wisse man, dass auch große Katzen betroffen sein können. "Die überstehen das ganz gut", so Encke. Bislang habe es bei der Belegschaft keine Infektion gegeben. Der Tiergartendirektor: "Toi, toi, toi."

Sicherheitshalber habe man vom kürzlich eingeschläferten Gorillaweibchen Lena Proben genommen. Das Ergebnis, so Encke, sei noch nicht da. Anfällig für das Virus sei vor allem die Massentierhaltung. In den Niederlanden etwa mussten acht Zuchtfarmen sämtliche Nerze töten.

Niemand sollte seiner kranken Katze mit dem Wattestäbchen in der Nase herumstochern, rät Elke Reinking vom Friedrich-Loeffler-Institut. Der Test setzt wie beim Menschen einen Abstrich aus Nase und Rachen voraus. Sie sagt: "Bei Katzen ist das gar nicht ohne." Tierbesitzer sollten jetzt nicht nervös werden. Weltweit seien nur 20 Fälle von Infektionen bei Katzen und bei sehr wenigen Hunden bekannt.

Nur wenn ein Veterinäramt den Test anordnet, werden die Kosten übernommen. Wer sein Haustier freiwillig testen lässt, muss das selbst bezahlen. Es habe bisher weder einen Verdacht noch eine Nachfrage nach Tests gegeben, sagt Tierarzt Andreas Gutbrod von der Tierklinik am Hafen. Auch seine Kollegin Angela Till winkt ab. "Allenfalls nebenbei" sei Corona in ihrer Praxis ein Thema.

Miriam Bader vom Nürnberger Tierheim stimmt mit ein. Das sei noch nicht vorgekommen. Doch im Fall der Fälle "müssten wir testen", sagt sie. Bisher sei auch noch kein Tier wegen einer Corona-Infektion im Tierheim abgegeben worden.

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