Castingtour in Nürnberg

Das Supertalent: Franken stellen sich heute für die TV-Show unter Beweis

25.6.2021, 15:49 Uhr
O sooole mio: Der 60-Jährige Florin Lucian Heinemann probiert bei der Show sein Glück. Er ist extra aus Niedersachsen dafür angereist.

O sooole mio: Der 60-Jährige Florin Lucian Heinemann probiert bei der Show sein Glück. Er ist extra aus Niedersachsen dafür angereist. "Ich mach' es aus Spaß, viel Hoffnung hab' ich nicht", sagt er. © Günter Distler, NNZ

Wenn im Herbst die RTL-Casting-Show "Das Supertalent" in die 15. Staffel geht, könnten auch einige fränkische Kandidaten dabei sein. Denn die Casting-Crew macht heute in Nürnberg Halt. Im Ringhotel Loew's Merkur hinter dem Hauptbahnhof können sich die potenziellen Talente vorstellen. Ehe es in den Wartesaal geht, steht allerdings erst mal ein Corona-Test an. In jeder Stadt sucht sich das Fernsehteam einen Partner, in diesem Fall ist es der Arbeiter-Samariter-Bunds Jura. "Schon sehr ungewöhnlich", sagen Kerstin Syttny und Diana Marx, die zwei netten Mitarbeiterinnen des ASB, über ihren Einsatz. In der Garage, neben Autos und Altpapier, hat man ihnen eine Ecke eingeräumt für das Mini-Testzentrum. "Ob wir Supertalente haben?", lachen die beiden, "Sicher! Aber die halten wir lieber geheim."

Florin Lucian Heinemann will sein Gesangstalent dagegen heute präsentieren. Sichtlich nervös ist der 60-Jährige, der extra aus dem niedersächsischen Wolfenbüttel angereist ist. Vor 25 Jahren hat er im Braunschweiger Staatstheater im Opernchor gesungen, sein Vater war auch Opernsänger. "Es liegt in unserer Familie", sagt er. Ein bisschen Klassik und Pop möchte er zum Besten geben. "O sole mio", "L'ultima canzone" und vielleicht das Trinklied aus der Verdi-Oper "La Traviata".

"Ich mache es meiner Frau zuliebe, die schwer krank ist"

Große Hoffnungen weiterzukommen, macht er sich nicht. "Ich mach' es nur zum Spaß und um mal rauszukommen, zwei, drei Tage Urlaub", sagt er. Vor allem macht er es seiner Frau zuliebe, die seit Jahren schwerkrank in einem Heim lebt. "Es war ihr Wunsch, dass ich das versuche", sagt er und lächelt. Dann muss er weg, sich noch ein bisschen einsingen.

Lächelnd in den Spagat: Für Tänzerin Sabine Werner aus Nürnberg kein Problem. Die 27-Jährige möchte mit einem zeitgenössischen Solo-Tanzstück überzeugen.

Lächelnd in den Spagat: Für Tänzerin Sabine Werner aus Nürnberg kein Problem. Die 27-Jährige möchte mit einem zeitgenössischen Solo-Tanzstück überzeugen. © Günter Distler, NNZ

Sabine Werner tanzt sich derweil ein. Barfuß steht die zierliche 27-Jährige aus Nürnberg im Warteraum auf dem Teppich. "So habe ich mehr Erdung, beim zeitgenössischen Tanz ist das besser", erklärt sie. Sie arbeitet als Tanzpädagogin in vier Tanzschulen und tanzt seit 21 Jahren. "Als ich drei war, habe ich meinen Eltern schon gesagt, dass ich Tänzerin werden will", sagt sie, während sie zum Aufwärmen vollkommen mühelos in den Spagat gleitet. Als Kind hat sie ganz klassisch mit Ballett begonnen, in Nürnberg am Ballettförderzentrum eine Ausbildung gemacht. Spagat, das könne jeder lernen: "Es kommt schon auch auf den Körperbau an, aber in einem Monat kann man es lernen." Sie will hier aber keine Gymnastik vorführen, sondern ein Contemporary-Solotanzstück.

Sie hat sich spontan entschieden, herzukommen. "Wieso nicht? Einfach mal ausprobieren", ist ihre Devise. Außer ihren Geschwistern weiß niemand von der Aktion. Aufgeregt? "Immer!", sagt sie und kichert. "Aber sobald ich die Bühne betrete, ist das weg." Dass Dieter Bohlen, bislang das Aushängeschild der Sendung, in der neuen Staffel nicht mehr in der Jury sein wird, findet sie schade. "Ich hätte ihn gern kennen gelernt." Angst vor seiner Kritik hätte die Wahl-Fränkin aus Wiesbaden nicht gehabt. "Die muss man immer im Leben aushalten", findet sie.


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Ob sie und andere fränkische Talente es in die Show geschafft haben, wird man im Herbst sehen. Wer spontan sein Talent beweisen will, kann das heute noch bis 18 Uhr tun.

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