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Freitag, 15.11.2019

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Drei Stichattacken in Nürnberg: Opfer in Lebensgefahr

Polizei hat mittlerweile drei Tatverdächtige festgenommen - 12.05.2019 14:40 Uhr

Drei Männer sind am Samstag bei drei verschiedenen Stichattacken in Nürnberg lebensgefährlich verletzt worden. Im jüngsten Fall, am Samstagnachmittag, hat ein 26-jähriger Türke in einem Hausflur in der Allersberger Straße mit einer Stichwaffe auf seinen Bekannten, einen 33-jährigen Italiener, eingestochen. Der mutmaßliche Täter wurde noch in unmittelbarer Nähe zum Tatort festgenommen. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth stellte Haftantrag gegen den 26-Jährigen. Er wird noch am Sonntag einem Ermittlungsrichter vorgeführt.

Das Opfer wurde zwar in einer Klinik notoperiert, schwebt aber laut Polizei noch immer in Lebensgefahr. Wie die Ermittler berichten, war dem Angriff wohl ein Streit vorangegangen. Angaben zur Tatwaffe wollte die Polizei nicht machen.

Schaulustiger wurde festgenommen

Am Fenitzerplatz in Schoppershof eskalierte bereits in den frühen Morgenstunden die Gewalt: Passanten fanden hier gegen 4.30 Uhr einen 27-jährigen Deutschen mit schweren Stichverletzungen vor. Er habe eine "Vielzahl von Stichen am gesamten Körper" erlitten, heißt es. Ein scheinbar Schaulustiger geriet schließlich in den Fokus der Ermittler.

Der 20-jährige Deutsche hatte "reges Interesse" an dem Fall und außerdem mehrere Verletzungen und Blutspuren am Körper. Er wurde vorläufig festgenommen. Nur kurze Zeit später gestand er die Tatvorwürfe und machte "umfangreiche Angaben zum Sachverhalt", so das Präsidium Mittelfranken. Gegen den 20-Jährigen wird jetzt wegen des Verdachts der versuchten Tötung ermittelt.

Dritter Angriff vor Asylbewerberunterkunft

Schon wenige Stunden zuvor gegen 1.15 Uhr musste ein 33-Jähriger mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Der Iraker geriet vor einem Asylbewerberheim in der Bogenstraße in Steinbühl mit seinem Mitbewohner in einen Streit. Dieser, ein 30-jähriger Iraker, stach schließlich mit einer Stichwaffe auf ihn ein. Der Tatverdächtige konnte zunächst flüchten. Nach ihm wurde auch am Sonntag intensiv gesucht, auch Bewohner des Heimes wurden mithilfe von Dolmetschern zum Hergang befragt.

Die Ermittlungen erwiesen sich zunächst als "sehr schwierig". Die Polizei sprach am Morgen von einem "Verständigungsproblem". Gegen 12.30 Uhr gaben die Ermittler jedoch einen Fahndungserfolg bekannt. Der 30-Jährige wurde in der Südstadt festgenommen. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth hat einen Antrag auf Haftbefehl wegen des Verdachts des versuchten Totschlags gestellt.

Während der Ermittlungen geriet jedoch noch ein 23-Jähriger in das Visier der Ermittler. Er soll an dem "Geschehen beteiligt gewesen sein" und ist ebenso Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft, so die Polizei. Allerdings ist der junge Mann derzeit flüchtig, weshalb die Beamten umfangreich nach ihm fahnden.

Dieser Artikel wurde am Sonntag gegen 14.40 Uhr aktualisiert.


+++ Länder fordern Messer-Verbot an öffentlichen Orten +++


 

jm

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