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Illegale Diskotheken in Nürnberg: Fünf Bars haben Probleme

Ordnungsamt kontrollierte 14 Lokalitäten in der Noris - 14.04.2015 15:11 Uhr

Bar oder Disco? Diese Frage beschäftigt seit geraumer Zeit das Nürnberger Ordnungsamt. © dpa


14 Clubs in der Innenstadt wurden kontrolliert - für fünf davon haben die Kontrollen nun Konsequenzen. In einem Bericht des Ordnungsamtes an den Rechts- und Wirtschaftsausschuss der Stadt heißt es, dass zwei der beanstandeten Betriebe nicht mehr als Bar, sondern (ohne Genehmigung) schon als Tanzlokal betrieben werden. Außerdem verstoßen sie gegen die maximal erlaubte Personenzahl. Einer der beiden Clubs soll zudem Mängel in Sachen Brandschutz aufweisen – wenn auch ein Sachverständiger bereits bestätigt hat, dass dies keine Gefahr für Leib und Leben der Gäste bedeute.

Drei weitere Betriebe gelten nach Ansicht der kontrollierenden Stadtmitarbeiter zwar noch als Schank- und Speisegaststätten, jedoch gewähren auch sie mehr Personen Einlass, als sie eigentlich dürften.

Abgrenzung zwischen Bar und Diskothek ist schwierig

Zusperren müssen die beanstandeten Lokale deshalb nicht. Sie bekommen die Chance zur Nachbesserung und können ihren Betrieb etwa so umgestalten, dass er wieder als Schankwirtschaft durchgeht. Oder sie müssen – soweit dies möglich ist – eine Nutzungsänderung beantragen.

Gegenüber der Bauordnungsbehörde und dem Ordnungsamt haben die betroffenen Gastronomen bereits geäußert, auch in Zukunft an ihren bisherigen Konzepten festhalten zu wollen – eine Reduzierung auf weniger Gäste scheidet für sie aus finanziellen Gründen aus. Anträge auf Nutzungsänderung liegen bereits vor, müssen seitens der Stadt nun aber noch geprüft werden.

Innenstadt-Discos rebellieren gegen illegale Bars

Welche Betriebe genau beanstandet wurden, darüber schweigt sich das Ordnungsamt aus. Erstmals werden in dem Bericht jedoch offiziell die kontrollierten Betriebe genannt. Ein Großteil davon war der Nürnberger Zeitung bereits aus einem anonymen Schreiben "wütender Diskothekenbesitzer" bekannt. Mittlerweile ist auch bekannt, wer das seitenlange Schreiben verfasst hat.

Die Betreiber der Innenstadt-Discos hatten sich im Sommer vergangenen Jahres an die NZ und die Stadt gewandt, weil sie sauer darüber waren, dass Bars ihnen Konkurrenz machen. Barbetreiber – so die Argumentation der Disco-Betreiber – müssten sich an viel weniger Auflagen halten und könnten dadurch Kosten sparen. Für die Gäste sei dies manchmal jedoch ein nicht zu unterschätzendes Risiko, schließlich gelten etwa im Hinblick auf den Brandschutz wesentlich laxere Vorschriften.

"Stadt muss die Betreiber nach Kräften unterstützen"

Der Bezirksvorsitzende der Jungen Union Nürnberg-Fürth-Schwabach, Stephan Beer, findet das Vorgehen des Ordnungsamtes gegen kleine Bars in der Innenstadt merkwürdig. "Wurden die denn früher nicht richtig kontrolliert?", sagte er gegenüber den Nürnberger Nachrichten.

"Die Stadt muss die Betreiber nach Kräften unterstützen", fordert Stephan Beer. Nürnberg müsse sich unbedingt ein lebendiges Nachtleben erhalten. Beer fragt sich, warum die Mängel in den fünf Bars nicht früher aufgefallen sind. "Die wurden schließlich mal so genehmigt. Hat die Stadt in den letzten Jahren denn nie mehr kontrolliert, ob alles in Ordnung ist? Oder ist die aktuelle Aktion vielleicht übertrieben?"

Er fordert, zusammen mit seinem Stellvertreter Johannes Eichelsdörfer, die Stadt dazu auf, die Bars zu unterstützen und wo möglich ihren Ermessensspielraum zu nutzen, wenn es darum geht, welche Auflagen eine Bar tatsächlich erfüllen muss.

Mehr dazu - auch welche 14 Clubs kontrolliert wurden - im NZ-Blog "Senf dazu - Nürnberg debattiert".

Dieser Artikel wurde am 4. April um 9.49 Uhr aktualisiert.

Julia Vogl

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