Corona

Kreuzimpfung: Diese Vorteile hat eine Kombination aus Biontech und AstraZeneca

11.6.2021, 10:43 Uhr

Viele erhielten am Anfang Astrazeneca: Menschen der Priogruppe 1 etwa, auch Frauen und Männer unter 60 Jahre. Dann machten Schlagzeilen von Sinusvenusthrombosen in dieser Altersgruppe - besonders bei Frauen - die Runde. Und die Ständige Impfkommission (Stiko) änderte ihre Empfehlung: Jüngere sollten nun lieber einen mRNA Impfstoff wie Biontech oder Moderna erhalten. Es sei denn, sie entscheiden sich freiwillig für einen Vektorimpfstoff wie Astrazeneca.

Für alle, die bereits eine Dosis Astrazeneca erhalten hatten und unter 60 Jahre alt sind, stellt sich nun die Frage: Welchen Impfstoff wählen? Bei Astrazeneca und der in ausführlichen Studien untersuchten Kombination bleiben? Oder zu Biontech wechseln? Neue Studien legen nun nahe: Eine Kreuzimpfung von Astrazeneca mit Biontech hat durchaus Vorteile, das verfolgt auch Dr. Heidemarie Lux, koordinierende Impfärztin der Stadt Nürnberg und Präsidentin des Ärztlichen Kreisverbands, genau.

Impfreaktionen sind größer

Zwar ist laut einer noch nicht veröffentlichten Untersuchung aus England die Impfreaktion wie Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit stärker, allerdings zeigen Untersuchungen aus Spanien und Saarbrücken: Auch der Schutz ist höher. Auch höher, als bei einer zweifachen Impfung mit Biontech.


Wie viel Abstand zur Zweitimpfung?


Grund kann sein, dass Astrazeneca und Biontech unterschiedliche Immunantworten provozieren. Vektorimpfstoffe wie Astrazeneca befeuern die Produktion von T-Helferzellen, mRNA-Impfstoffe wie Biontech die von Antikörpern. Auch daher könne eine Kombination sinnvoll sein, denn sowohl T-Helferzellen als auch Antikörper bekämpfen Viren.

Wichtig ist Lux aber eines: Alle Impfstoffe seien gut. Sowohl Astrazeneca als auch Biontech (als auch die Kombination) böten einen fast 100 prozentigen Schutz vor schweren Krankheitsverläufen und Krankenhausaufnahmen. Und auch vor Mutanten, wie der Delta-Variante (auch indische Variante genannt).

Schwere Verläufe verhindern

“Wir impfen nicht gegen Husten, Schnupfen, Heiserkeit”, sagt Lux. Es gehe vielmehr darum, ähnlich wie bei der Grippe-Impfung, schwere Verläufe zu verhindern.