Schießbuden-König

So rettete das Nürnbärland einen kuriosen Selfie-Rekord

4.8.2021, 15:02 Uhr
Seit fast 50 Jahren machen sie das gleiche Foto: Alfons Dinnebier aus Weißenburg hält mit seiner Frau Maria einen Schießbuden-Selfie-Rekord. Auch 2021 konnte er ein Foto machen - dank dem Nürnbärland und dem

Seit fast 50 Jahren machen sie das gleiche Foto: Alfons Dinnebier aus Weißenburg hält mit seiner Frau Maria einen Schießbuden-Selfie-Rekord. Auch 2021 konnte er ein Foto machen - dank dem Nürnbärland und dem "Bayerischen Schützenhaus". © "privat, repro: Stefan Hippel, NNZ

Mit diesem Foto von 1974 auf der Weißenburger Kärwa startet die Serie. Seitdem macht Alfons Dinnebier mit seiner Frau Maria jedes Jahr ein Foto an der Schießbude.

Mit diesem Foto von 1974 auf der Weißenburger Kärwa startet die Serie. Seitdem macht Alfons Dinnebier mit seiner Frau Maria jedes Jahr ein Foto an der Schießbude. © privat, Repro Stefan Hippel, NNZ

Die Pandemie stellt viele vor gravierende Probleme. Manche stellt sie vor eher kuriose Schwierigkeiten. Alfons Dinnebier aus Weißenburg zum Beispiel. Der Rentner hält einen Rekord für die meisten jährlich aufeinanderfolgenden Schießbuden-Selfies. 1974 macht er auf der Weißenburger Kirchweih beim "Schützenhaus Hubertus" das erste Foto, seitdem schießt er jedes Jahr dort ein Bild. Seine Frau Maria ist immer neben ihm zu sehen. Das Rekord-Institut für Deutschland (RID) bestätigt ihm damit einen Weltrekord. Einige Schlagzeilen in Zeitungen hat ihm sein ungewöhnliches Hobby schon eingebracht, auch die BR-Sendung "Heimat der Rekorde" berichtete schon über die Schießbuden-Serie.

Und Dinnebier möchte sie unbedingt halten. Sogar einen Urlaub hat das Ehepaar deshalb schon einmal verschoben. "Wenn man einmal aussetzt, ist es aus", sagt Dinnebier. Dieses Jahr stand der Rekord auf der Kippe, denn die Weißenburger Kärwa fiel aus - aber das Nürnbärland war die Rettung. Als die Dinnebiers von der Gelegenheit erfuhren, machten sie sich gleich am ersten Tag auf den Weg nach Nürnberg.

Sofort auf nach Nürnberg

"Wir wollten nicht warten - nicht, dass doch noch etwas dazwischen kommt. Man weiß es ja mit Corona nicht", sagt Dinnebier. Beim "Bayerischen Schützenhaus" konnte der Franke dann sein 48. Schießbuden-Selfie machen, die Serie war fortgesetzt. Schon vergangenes Jahr stellte die Nürnberger Schießbude sicher, dass die Selfie-Kette nicht unterbrochen wurde. Damals stand sie während der Nürnberger Sommertage auf dem Hauptmarkt.

In einer dicken Mappe hat Dinnebier die Fotos aus den fast fünf Jahrzehnten versammelt. Sie zeigen auch den modischen Wandel: Von Schlaghose und engen Hemden geht es über 90er-Jahre-Frisuren bis in die heutige Zeit mit Masken auf dem Gesicht. "Es zeigt auch die Veränderungen und Metamorphosen des eigenen Lebens", sagt der 71-Jährige.

Erst mit Sohn, dann mit Enkel

Anfangs ist Sohn Gerald als Steppke zu sehen, Jahrzehnte später mit seiner Ehefrau, später mit den eigenen Kindern. Den eigenen Alterungsprozess, sagt Dinnebier, versuche man natürlich optisch hinauszuzögern. "Lieber ein trübes Bild als ein faltiges", sagt er und lacht. Die Qualität der Fotos war früher oft nicht so gut. "Heute sind sie so scharf, dass man jeden Pickel darauf erkennt. Das arbeitet quasi gegen einen", sagt der Franke. Der gelernte Friseur, der bei der Bundeswehr das Schießen lernte, trifft übrigens auch nicht immer aufs erste Mal die Schussserie in Folge, die es braucht, um ein Foto zu bekommen. "Da braucht man schon manchmal mehrere Schuss, nach zwei Maß Bier trifft man ja auch anders", witzelt er. "Aber wie ich schieße, ist ja auch wurscht, Hauptsache, ich habe am Ende ein Bild mit der Jahreszahl."

Auch dieses Jahr ist das nun auch gesichert, dank des Nürnbärlandes. Von der Größe des Platzes und vom Angebot der Schausteller am Dutzendteich war das Ehepaar beeindruckt. "So etwas gibt es bei uns nicht." Noch mehr beeindruckte sie, dass man einen Weg gefunden hat, den Freizeitspaß stattfinden zu lassen. "Wenn man will, dann findet man auch eine Möglichkeit", sagt Dinnebier. Er wiederum will die Serie fortsetzen "so lange wie es geht". Am liebsten natürlich, wenn auch das wieder geht, auf der Weißenburger Kärwa.

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