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Stadträte halten Stromtrasse durch Katzwang für inakzeptabel

Mit Kornburg ist noch ein weiterer Nürnberger Stadtteil massiv betroffen - 17.04.2021 17:59 Uhr

Kürzlich haben die Katzwanger gegen die geplante Trasse demonstriert. 

16.04.2021 © Günther Wilhelm Test


SPD-Fraktionschef Thorsten Brehm kritisierte die für die Verlegung der sogenannten Juraleitung (die Trasse führt von Raitersaich nach Altheim) in den derzeitigen Plänen vorgesehenen massiven Baumrodungen. Auch die Nähe der Leitung zur Wohnbebauung sei hochproblematisch – und zwar nicht nur in Katzwang, sondern auch in Kornburg.

Mindestabstand wird nicht eingehalten

Dies bestätigte auch der parteilose Baureferent Daniel Ulrich, der davon sprach, dass der bei Freileitungen empfohlene Mindestabstand zur Wohnbebauung von 400 Metern mitunter nicht annähernd eingehalten werde, stattdessen seien es stellenweise 50 bis 70 Meter.

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Brehm sagte, dass es ein Versäumnis der Staatsregierung sei, diese Mindestabstandsregeln im Landesentwicklungsplan nur als Soll-Bestimmung definiert zu haben und nicht als verbindliche Regelung. „Das Thema beschäftigt die Menschen in ganz Bayern.“

"Tennet erklärt nichts"

Auf breite Ablehnung stieß auch die für die Durchquerung von Katzwang geplante Erdverkabelung. Ulrich sagte, dass der hierfür nötige Aufwand mit dem Bau einer eingleisigen U-Bahn vergleichbar sei. „Hier wird etwas unterirdisch konzipiert mit einer Technik, die nicht erklärt ist“, sagte der Baureferent, der ohnehin das Kommunikationsverhalten von Tennet scharf kritisierte. Zwar seien mittlerweile die Pläne öffentlich im Internet einsehbar, aber der Netzbetreiber habe die Bürger nicht ordentlich beteiligt.

Vergleich mit der Deutschen Bahn

Auch die Deutsche Bahn sei mit ihrer Standortfavorisierung für das ICE-Werk vorgeprescht und ebenfalls nicht ergebnisoffen in den Prozess gegangen – aber immerhin versuche das Unternehmen, den Flurschaden einigermaßen zu begradigen. Unter anderem stellten sich Vertreter des Unternehmens nun im Ausschuss den Fragen der Räte. Die Öffentlichkeitsarbeit von Tennet dagegen sei „sehr traurig“, so Ulrich.

Hat Nasser Ahmed Einfluss?

Konrad Schuh, stellvertretender Vorsitzender der CSU-Fraktion im Stadtrat, betonte, „keinerlei Verständnis“ für die Pläne des Unternehmens zu haben. Er formulierte seine Hoffnung, dass der bei dem Unternehmen beschäftigte neue SPD-Parteichef Nasser Ahmed vielleicht seinen Einfluss geltend machen könnte.

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Ahmed, der nicht dem Stadtplanungsausschuss angehört und daher bei der Sitzung nicht anwesend war, hat im Gespräch mit unserer Zeitung aber bereits betont, dass er bei Tennet in einem völlig anderen Bereich arbeite.

Stadt geht juristisch vor

Weil sich einige der von der Trasse betroffenen Flächen im städtischen Besitz befinden, sei die Stadt nicht völlig ohne Einfluss. Man werde sich einen Anwalt nehmen und juristisch gegen Tennet vorgehen, kündigte Baureferent Ulrich an.

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