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Tiergarten Nürnberg unterstützt Rettung von Delfinen

Kamerunflussdelfin verendet häufig in Fischernetzen vor der Küste Afrikas - 31.01.2021 18:16 Uhr

Kamerunflussdelfine leben in Flachwasserzonen des Meeres, direkt vor der Küste Afrikas.

29.01.2021 © Tiergarten Nürnberg / Tim Collins


Ein wesentliches Anliegen von Zoos ist es, so der Wissenschaftler, das Bewusstsein für gefährdete Arten und für Probleme des Artenschutzes weltweit zu schärfen. Dies gehöre zu den gesetzlich vorgeschriebenen Aufgaben der Tiergärten.

Daher engagiert sich die Nürnberger Einrichtung schon seit Jahren mit der Förderung konkreter Projekte oder mit der Veranstaltung von wissenschaftlichen Tagungen.

Weltweit vernetzt

Weltweit vernetzte Wissenschaftler haben nun eine Website in drei Sprachen erarbeitet, um die Öffentlichkeit für den Kamerunflussdelfin zu interessieren. Vor der Küste Afrikas leben noch geschätzt weniger als 3000 Individuen im Meer, das Gebiet erstreckt sich entlang von 19 Ländern.

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Bei seiner Eröffnung 1912 lag das Tiergarten-Areal noch in der Nähe des Dutzendteichs. 883 Tiere 193 verschiedener Arten beherbergte der Tiergarten damals - heute sind es über 3000 Tiere fast 300 unterschiedlicher Arten. Hier gibt's die schönsten Bilder aus über 100 Jahren Zoo-Geschichte!


Die Website informiert die dortige Bevölkerung auf Englisch, Französisch und Portugiesisch über die vorhandene Ökologie, über die Verbreitung der auch Souza genannten Delfinart und über den derzeitigen Forschungsstand.

Auf Fischer einwirken

"Der Souza kommt in flachen Küstengewässern vor", erklärt Tiergarten-Kurator Lorenzo von Fersen, "wir gehen davon aus, dass die hohe Sterblichkeit damit zusammenhängt. dass er als Beifang in Fischernetzen verendet."


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Daher müsse man auf die Fischer einwirken, dass sie beispielsweise auf Schleppnetze verzichten und stattdessen mit langen Leinen arbeiten, an denen Angelhaken mit Ködern befestigt sind. Auch Bauprojekte würden die küstennahen Lebensräume der Kamerunflussdelfine zerstören.

An Stress gestorben

Ohne dringend notwendige Schutzmaßnahmen könnte der Souza - wie der mexikanische Vaquita im Golf von Mexiko - extrem vom Aussterben bedroht sein. Bei den Vaquitas hat sich der Nürnberger Tiergarten ebenfalls an einer internationalen Hilfsaktion beteiligt. Von dieser Art gibt es nur mehr knapp 20 Einzeltiere.

Ein toter Vaquita: Von den kleinen Schweinswalen gibt es weniger als 20 Exemplare. Die Vaquitas stehen kurz vor dem Aussterben.

29.01.2021 © Omar Vidal/dpa


Doch das Vorhaben erlitt schwere Rückschläge: Beim Versuch, die wenigen verbliebenen Vaquitas zu fangen und in geschützten Meeresarealen zu halten, verstarb ein älteres Tier an Stress. Daraufhin wurde die Aktion eingestellt.

Gefahr des Verzettelns?

Besteht nicht die Gefahr, dass sich der Tiergarten mit einem zusätzlichen internationalen Delfinprojekt verzettelt? Schließlich fördert man weiterhin die Bemühungen um die restlichen Vaquitas. Außerdem ist am Nürnberger Tiergarten die Artenschutz-Gesellschaft Yaqu Pacha präsent, die sich unter anderem für den Schutz des südamerikanischen la-Plata-Delfins engagiert.

"Nein, wir verzetteln uns nicht", meint Kurator von Fersen, "wir müssen uns für die aussterbenden Delfinarten engagieren, bevor es zu spät ist." Beim Kamerunflussdelfin mit etwa 3000 Säugetieren sei die Überlebenschance noch groß. Aber man müsse jetzt handeln.

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