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Umsonst ins Freibad: NürnbergBad wurde Opfer von Betrügern

Gäste hatten Lastschriftverfahren missbraucht - 13.07.2020 13:42 Uhr

Spaß im Freibad haben, aber nichts dafür zahlen: Manche Nürnberger haben das Lastschriftverfahren missbraucht, indem sie den Eintritt zurückbuchen ließen.

© Foto: Andre Karambatsos


Wer derzeit in eines der Nürnberger Freibäder will, muss für seinen Besuch ein Ticket im Internet kaufen. Doch das klappt nicht immer reibungslos. Zum Beispiel funktionierte das Lastschriftverfahren zeitweise nicht. Eine Nachfrage bei NürnbergBad ergab, dass die Ursache kein technisches Problem war, sondern der Eigenbetrieb der Stadt Opfer von Betrügern wurde und deswegen diese Zahlungsoption vorübergehend eingeschränkt hatte.


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"Wir mussten die Zahlungsart Lastschrift kurzfristig stilllegen, weil damit enormer Missbrauch getrieben wurde", erklärt Joachim Lächele, Zweiter Werkleiter von NürnbergBad. Der Hintergrund: Wer per Lastschrift bezahlt, hat die Möglichkeit, über seine Bank diese Lastschrift-Zahlung rückgängig zu machen, zum Beispiel, wenn man selbst Opfer betrügerischer oder unrechtmäßiger Abbuchungen wurde. Das ist gängige Praxis und leicht durchzuführen. Dass diese Form der Rückbuchung möglich ist, soll also eigentlich Bankkunden schützen.

Option missbraucht

Besucher der Nürnberger Bäder haben diese Option jedoch missbraucht. "Es gab zahlreiche Menschen, die sich ein Online-Ticket gekauft haben und später die Lastschrift rückgängig gemacht haben", sagt Lächele. Nach dem Prinzip: Erst baden gehen, dann zurückbuchen. Der Schaden, der NürnbergBad dadurch entstand, ist groß. Allein in den vergangenen zwei Wochen beläuft er sich auf rund 2600 Euro. "Diese Summe ergibt sich aber nicht nur aus den 3,50 Euro, also dem gebuchten Eintrittspreis. Sondern der, von dessen Konto das Geld zurückgebucht wird, in dem Fall ist das NürnbergBad, muss pro Rückbuchung eine Strafe von 7,50 Euro zahlen", erklärt Lächele.

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Zugegeben: Eigentlich war es für einen richtig schönen Tag im Freibad zu kalt. Das hielt viele hartgesottene Schwimmer allerdings nicht davon ab, schon morgens im kühlen Nass ihre Bahnen zu ziehen.


Um weiteren Schaden vom Bäder-Betrieb abzuwenden, entschieden der Zweite Werkleiter und seine Kollegen, das Lastschrift-Verfahren solange nicht mehr anzubieten, bis man eine Lösung für das Problem gefunden hat. Die gibt es nun, eine Bezahlung per Lastschrift ist wieder möglich. Wie sie im Detail aussieht, wird nicht öffentlich gemacht. Wer jedoch diese Rückbuchung weiterhin zum Schaden des Bades vornimmt, wird mit Sanktionen rechnen müssen. Dass Badegäste so dreist sind, die Eintrittsgelder zurückzubuchen, damit hat Lächele nicht gerechnet. "Und wir mussten diese Möglichkeit zum Kartenkauf – bedingt durch die Corona-Maßnahmen – sehr schnell einrichten, uns fehlte einfach die Testphase."


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Grundsätzlich gilt übrigens: Auch wenn das Wetter plötzlich schlecht ist und den Besuch des Freibades vereitelt, verfallen die gekauften Tickets. Es gebe kein Recht zu sagen: Ich gehe ja nicht hin, dann kann ich mir auch das Geld zurückholen, betont Lächele. Der Kartenkauf per Lastschrift ist inzwischen wieder möglich. Alle anderen Zahlungsarten, die NürnbergBad beim Ticketkauf anbietet, darunter Visa, Mastercard, Giro-Pay und PayDirekt waren durchgehend uneingeschränkt freigeschaltet. In spätestens zwei Wochen soll auch eine Bezahlung über Paypal möglich sein, so Lächele. Für Badegäste, die keine Möglichkeit haben, vor ihrem Freibad-Besuch ein Online-Ticket zu kaufen, hat NürnbergBad am Südstadtbad, in der Allersbergerstraße 120, von Montag bis Freitag zwischen 10 und 14 Uhr einen stationären Vorverkauf eingerichtet. Dieser werde gut angenommen, so Lächele, im Schnitt kaufen dort 20 bis 30 Schwimmbegeisterte ihre Eintrittskarte.

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Der Badebetrieb in den Nürnberger Freibädern ist derzeit gestaffelt. Im Westbad dürfen zum Morgenschwimmen, zwischen 7 und 8.30 Uhr (Montag bis Freitag), 90 Personen gleichzeitig aktiv sein. Von 9 bis 12 Uhr, 13 bis 16 Uhr und 17 bis 20 Uhr können 450 Menschen baden. Zwischen den Zeitfenstern wird desinfiziert. In allen drei Bädern wurde dafür das Personal um je neun Mitarbeiter aufgestockt. Im Stadionbad sind die Zeiten wochentags auf 9 bis 12 Uhr, 13 bis 16 Uhr sowie 17 bis 21 Uhr festgelegt. Hier dürfen sich 410 Badegäste gleichzeitig schwimmen. Im Naturgartenbad genießen 370 Gäste das kühle Nass jeweils von 9 bis 12 Uhr, 13 bis 16 Uhr sowie von 17 bis 20 Uhr.


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Claudia Urbasek

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