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Ungesicherte Bahnschienen: CSU fordert Konsequenzen

Bahn sieht aber keinen Bedarf, die offenen Zugänge im Stadtgebiet zu ändern - 25.09.2019 11:57 Uhr

In der Walzwerkstraße Richtung Dr.-Carlo-Schmid-Straße gibt es einen offenen Zugang zu den Gleisen.

© Foto: Rurik Schnackig


Zwischen der Walzwerkstraße und der Dr.-Carlo-Schmid-Straße spielen viele Kinder. Es gibt kleine Spielplätze und ein frei zugängliches Wegstück, das an "Rödl & Partner" vorbeiführt. Wer etwa auf der Hälfte des kleinen Weges abbiegt, steht unmittelbar vor vier Gleisen.

Spielende Kinder berichten, dass sie hier einmal einen Feldhasen gesehen haben, der über die Schienen gehoppelt ist. In diesem Moment kam ein Zug. "Der Hase hat es gerade noch geschafft", erinnern sich die Kinder. Der Anblick des panischen Tieres hat sich im Gedächtnis eingebrannt, keiner der jungen Zeugen würde sich den Gleisen auch nur nähern. Aber was, wenn sich doch jemand dazu hinreißen lässt? Und wie sieht es anderswo aus?

Der Sör-Ausschuss befasste sich mit einem Übergang in der Sittenbacher Straße in Laufamholz. Auch dort befindet sich am Ende der Straße ein ungesicherter Übergang. Laut CSU, die einen Antrag gestellt hat, nutzen viele den Überweg, um auf kurzem Weg in den Reichswald südlich der Bahnstrecke zu gelangen. Das Waldstück wird gerne als Naherholungsgebiet genutzt. Ersichtlich ist der Schleichweg durch heruntergetretenen Schotter.

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CSU fordert Konsequenzen

Natürlich ist das verboten. Ein Schild weist darauf hin. Auch gibt es ein unversperrtes Türchen. Doch weder das eine noch das andere hat bislang verhindert, dass Leute die Gleise überquerten. Die CSU forderte in ihrem Antrag Konsequenzen: Die Stadt Nürnberg soll ein Betreten der Gleise durch eine wirksame Absperrung dauerhaft unterbinden.

Bürgermeister Christian Vogel betonte, dass die Zuständigkeit hier bei der Bahn liegt. "Wir können nochmals den Druck auf die Bahn erhöhen", kündigte er an und fügte hinzu: "Die Bahn ist kein einfacher Partner."

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Kein Rechtsanspruch

Schon mehrfach Kontakt gab es diesbezüglich mit dem Unternehmen. Die Bahn argumentiert, dass jeder mündige Bürger wisse, dass eine große Gefahr von Bahnanlagen ausgeht. Zudem müssten die Gleise grundsätzlich für Rettungskräfte erreichbar sein. Dies sei vergleichbar mit Lärmschutztüren an Lärmschutzwänden, die man mit einem Vierkant öffnen kann. "Grundsätzlich besteht kein Rechtsanspruch darauf, dass Infrastrukturanlagen der DB Netz AG eingezäunt werden", heißt es. Im Ausschuss vermutet man, dass die Bahn hier einen Präzedenzfall fürchtet. Wenn sie damit beginnt, irgendwo im Bundesgebiet Zäune zu ziehen, würden andere Städte dies auch fordern.

So übernimmt nun die Stadt nach Absprache mit der Bahn wenigstens eine einfach zu handhabende Sicherungsmaßnahme: Das Türchen wird mit einem Schloss dauerhaft verschlossen – auch wenn zu befürchten sei, dass sich ein neuer Trampelpfad bildet, in dem der umliegende Zaun niedergetreten wird. In diesem Fall, so kündigt die DB Netz AG bereits an, würde sie nicht für eine Reparatur aufkommen.

Selbstverantwortung gefordert

Marco Daume, Technischer Werkleiter bei Sör, hätte gern eine sicherere Lösung für die offenen Zugänge. Da dies nicht möglich ist, appelliert er an die Selbstverantwortung der Einzelnen und betont nochmals, dass ein Betreten verboten ist.


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Uns geht es nicht darum, den Zug der Zeit ins negative Licht zu rücken, sondern zu dokumentieren, wie das Leben in und mit der Bahn aktuell funktioniert. Was ist gut, was läuft verkehrt? Die Ergebnisse fassen wir zusammen und liefern Hintergrundberichte.

 

 

Rurik Schnackig E-Mail

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