Wann öffnen die Nürnberger Freibäder?

3.5.2021, 14:49 Uhr
Das Westbad wird für die kommende Freibadsaison fit gemacht. Hier ist noch das alte Wasser im ungesäuberten Becken. 

Das Westbad wird für die kommende Freibadsaison fit gemacht. Hier ist noch das alte Wasser im ungesäuberten Becken.  © Stefan Hippel, NNZ

„Wir könnten eröffnen, wenn wir dürfen“, sagt Joachim Lächele, Zweiter Werkleiter. Etwa drei Tage Vorlaufzeit bräuchte der städtische Eigenbetrieb bei den Freibädern, etwa um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Kurzarbeit zu holen. Dann würden das Westbad und das Stadionbad ihre Pforten öffnen. Bei den Hallenbädern wären es einige Tage mehr, da das Wasser noch erwärmt werden muss.

"Wir warten auf ein Signal von der Politik - in welche Richtung auch immer", so Lächele. Er zeigt sich abwartend und hoffnungsvoll. NürnbergBad setzt auf das gleiche Konzept wie 2020, „denn es hat funktioniert“, wie Lächele betont.

Abstand und Zeitfenster

Das heißt am Beispiel des beliebten Westbads: vier über den Tag verteilte Zeitfenster, in denen in der Früh maximal 200, ansonsten je 500 Menschen nach vorheriger Anmeldung ins Bad dürfen. Das Schwimmbecken wird in vier Doppelbahnen unterteilt, in denen Kreisverkehr herrscht. Es gibt einen Abstand von 1,5 Metern – maximal 52 Personen dürfen gleichzeitig ins Becken. Auch im Kleinkinderbereich und im Nichtschwimmerbecken ist die Zahl der Badegäste begrenzt.

Die Vorbereitungen laufen.

Die Vorbereitungen laufen. © Stefan Hippel, NNZ

Kritik seitens der Besucher gab es im Vorjahr kaum. Einzelne forderten, dass das Aufsichtspersonal härter durchgreifen solle. Manche monierten: „Der vor mir in der Bahn schwimmt zu langsam, ich kann den Abstand nicht einhalten“, berichtet Lächele. In den Bädern habe sich nach einer gewissen Eingewöhnungszeit alles gut eingespielt, „irgendwann haben die Menschen aufeinander aufgepasst“.

Gesperrte Duschen

Allen Widrigkeiten zum Trotz – wie zum Beispiel gesperrte Umkleidekabinen und Duschen – genossen viele Badegäste die ungewohnte Leere. Sind sonst an Spitzentagen rund 8000 Menschen im Westbad, lag die Besucherzahl zu Corona-Zeiten bei maximal 1700.

„Wirtschaftlich war es nicht zufriedenstellend“, sagt Lächele und spricht pandemiebedingt von einem Mehrverlust von über 2,6 Millionen Euro.

Tierische Gäste

Zum Vergleich: Im Jahr 2019 lockte die Freibadsaison insgesamt 267.600 Besucher in die drei städtischen Bäder, 2020 zählte NürnbergBad lediglich 165.200 Gäste. Darunter das Westbad: Hier sank die Besucherzahl von 2019 mit 151.472 Badegästen im Vorjahr fast um die Hälfte auf 79596. Das Freibad in St. Johannis startete mit Corona-Verspätung – parallel mit dem Stadion- und Naturgartenbad – erst am 8. Juni 2020 in die Saison.

Das wussten übrigens auch tierische Gäste zu schätzen: Drei Entenpaare haben sich zu Stammgästen entwickelt und sind eifrig im Becken auf und ab geschwommen. Bis zur Eröffnung. „Wir mussten sie immer wieder verjagen – und das Wasser säubern“, erinnert sich Lächele.

Hoffen auf Filmnächte

Bei den Events wurde im Vorjahr alles abgesagt, diese Saison „planen wir ganz vorsichtig mit Veranstaltungen“, informiert Matthias Bach von NürnbergBad. „Wenn das Mobile Kino mitspielt, können wir uns durchaus die Filmnächte im Naturgartenbad vorstellen. Vorausgesetzt die rechtlichen Coronavorgaben stimmen“. Die Vintage-Poolparty im Stadionbad hat dagegen auch dieses Jahr keine Chance.