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Öffentlicher Dienst: Verdi ruft heute in Franken zu Streiks auf

37 Betriebe und Dienststellen legen ihre Arbeit nieder - 19.10.2020 06:41 Uhr

Neue Streiks im öffentlichen Dienst: Verdi ruft in Mittelfranken zum Streik auf.

© Christian Charisius, dpa


"Bereits im Frühjahr 2020 haben wir der Arbeitgeberseite einen 'Kurzläufertarifvertrag' angeboten, damit Streiks in Zeiten von Corona vermieden werden können. Dies hat der Verband kommunaler Arbeitgeber (VKA) leider abgelehnt und die Beschäftigten damit in den Streik gezwungen", erklärt Rita Wittmann, Geschäftsführerin von Verdi Mittelfranken. Laut Gewerkschaft laufen die Tarifverhandlungen seit dem 1. September 2020 - bisher aber ergebnislos und mit "Null Angebot", wie es in einer Mitteilung heißt.

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Die Beschäftigten würden demnach nicht nur auf die Straße gehen, "weil viele von Ihnen seit Frühjahr dieses Jahres extrem viel für unsere Gesellschaft geleistet haben, sondern weil sie vielfach am Ende ihrer Kräfte sind". Wittmann erhebt zudem Vorwürfe gegenüber den Kommunen und dem Gesundheitswesen: "Ich bin mir sicher, dass in den letzten Jahren viele OPs auf Grund von fehlendem Personal verschoben werden mussten und nicht wegen ausufernden Streiks im Gesundheitswesen."

Wittmann warnt vor noch mehr offenen Stellen

"Wenn jetzt nicht endlich gehandelt wird, hat das noch mehr offene Stellen in diesen Bereichen zur Folge. Und das gefährdet die Bürgerinnen und Bürger, aber auch die alten Menschen in Pflegeheimen und das auch schon längst vor Corona", so sollen laut Wittmann viele Beschäftigte ihre Situation beschrieben haben.

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Die Gewerkschaft Verdi ruft deshalb am Montag, den 19. Oktober 2020, in den Städten Nürnberg, Fürth, Erlangen, Herzogenaurach, Ansbach und vieler Gemeinden in Mittelfranken aus den unterschiedlichen Dienststellen zum Streik auf. Zudem wird auch die kommunale Verkehrsüberwachung ihre Arbeit niederlegen. Betroffen sind ebenfalls die N-Ergie, die Stadtwerke Erlangen, die Infra Fürth, als auch im Gesundheitsbereich die Lebenshilfe Nürnberg, Norisinklusion, Nürnbergstift, ANregiomed und das Klinikum Fürth. Hinzu kommen die Beschäftigten der Bundesagentur für Arbeit, des Wasserschifffahrtsamts Nürnberg und das BA-IT-Systemhaus.

Corona: Nicht Tausend Streikende auf dem Kornmarkt

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Aufgrund der steigenden Corona-Zahlen wird nicht mit mehreren Tausend Menschen auf dem Kornmarkt demonstriert, sondern es finden in Mittelfranken viele kleinere Aktionen und Kundgebungen statt, heißt es in der Mitteilung. Ab 12 Uhr findet auf dem Kornmarkt eine "gemeinsame Delegiertenstreikversammlung" statt, zu der aus allen streikenden Betrieben und Dienststellen jeweils ein bis zwei Delegierte kommen und über "ihre Streiks" und die Situation der Beschäftigen berichten werden. Auf Schildern und Transparenten sollen zudem die Betriebe und die Anzahl der Streikenden gezeigt werden, sodass virtuell die Menge am Kornmarkt dargestellt wird.

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