Opernball-Friseur schließt wegen Corona-Pandemie

NN-Redaktion Gesellschaft
Anette Röckl

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19.3.2020, 20:54 Uhr
Marcel Schneider mit seinem Team.

Marcel Schneider mit seinem Team.

Lange habe er mit sich gerungen: "Aber ich kann den Infektionsschutz hier nicht mehr zu 100 Prozent garantieren. Deshalb schließe ich den Salon ab Montag." Einige wenige Stammkunden bedient er am Freitag und Samstag in seinem Laden in Altenfurt noch, dann ist Schluss. Die Sicherheitsstandards hatte er in der letzten Zeit stark heraufgesetzt: Die Kundenzahl extrem reduziert, mit Mundschutz und Desinfektionsmitteln gearbeitet, für Abstand gesorgt. Trotzdem ist für ihn die Situation nicht länger haltbar. "Ich will und muss jetzt meine Kunden schützen, meine Mitarbeiter und vor allem auch meine 83-Jährige Mutter", sagt der Friseurmeister. In den sozialen Netzwerken bekommt er dafür viel Zustimmung: "Vernünftige Entscheidung!", kommentieren viele User.

Bayern: Frisöre dürfen noch öffnen

Laut der bayerischen Regierung zählen Friseure zu den Betrieben, die noch geöffnet haben dürfen. Ministerpräsident Markus Söder, findet Schneider, der selbst für die SPD im Rother Kreisrat ist, mache seine Sache sehr gut. "Er schafft Vertrauen und schürt keine Panik. Das ist wichtig in dieser Zeit." Trotzdem wünscht er sich eine einheitliche Regelung für alle: Dass ein Buchladen schließen muss, aber ein Friseur oder ein Baumarkt offen haben dürfen, das könne man niemandem begreiflich machen, sagt Schneider. Und auch ihn selbst verwunderte es stark. "Wir haben engen Kontakt zu Kunden."

Sein Entschluss, den Salon ab Montag zu schließen, fällt ihm schwer. Nicht nur emotional sondern auch finanziell: "Ich habe eine hohe Miete, ich habe vier Mietarbeiter. Wie das werden wird, kann ich nicht abschätzen." Die gesellschaftliche Solidarität und der Schutz der Gesundheit der Allgemeinheit, gehen für ihn aber vor. "Ich kann das nicht länger verantworten", sagt Schneider.


Söder droht mit Ausgangssperre für ganz Bayern


Generell appelliert er an alle Handwerksbetriebe, in der Krise nicht Entlassungen der Mitarbeiter in Erwägung zu ziehen oder umzusetzen, sondern Kurzarbeit zu beantragen. "Ich hoffe, dass wir diese schwere Zeit gemeinsam gut überstehen und dann wieder bessere Tage kommen."


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