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Influencer aus Georgensgmünd will groß in Mode kommen

Tobias Rußwurm vertreibt seine erste Kollektion mit großem Erfolg. - 06.01.2021 14:00 Uhr

Mit Nadel und Faden agiert Robias Rußwurm gar nicht. Dafür als Influencer im Netz. Und vieles an kreativer Arbeit für seine Modekollektion erledigt der leidenschaftliche Jungdesigner digital.

05.01.2021


Kein Wunder, dass Rußwurm auf Hochtouren an der Folgekollektion arbeitet. "Ich will meine Marke noch weiter pushen", erklärt er - ganz schamlos, denn: "Meine Marke heißt Shameless Studios."

Die Intention dieses Markennamens sei, "etwas mit Seele und Charakter zu kreieren". Nämlich: "Be wild, be real, be shameless." Für Rußwurm steht fest: Er will qualitative und stilvolle Mode kreieren und einen Lifestyle verkörpern. Seine Mode entwirft er selbst. Mit Shirts, Sweatshirts, Hosen, Socken und Mützen wolle er bald als "Vollausstatter" den Markt bedienen. Qualität, Schnitte und besondere Designs spielen für den leidenschaftlichen Jungdesigner eine große Rolle.

Beim Vertrieb setzt Rußwurm auf sein eigenes Talent: "Ich bin seit sieben Jahren auf Instagram aktiv und habe eine große Reichweite und Community aufgebaut." Über 235 000 Menschen folgen ihm auf Instagram, davon gut 70 Prozent Männer und 30 Prozent Frauen. Mit Bildern und Videos erreicht Rußwurm hauptsächlich die Gruppe der 18- bis 28-Jährigen.


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Neben sich setzt er auch auf sein großes Netzwerk aus medial präsenten Menschen. Beispielsweise auf befreundete Content Creator, Rapper und Profisportler. "Kontakte spielen eine entscheidende Rolle", sagt Rußwurm, "ich bin sehr dankbar für jeden, der mich unterstützt."

"Früher kauften wir Kleidungsstücke im Laden, kaum einer kannte die Person dahinter. Durch Social Media erhält man nun persönliche Einblicke über die Menschen, das finde ich gut. Die Leute wollen doch wissen, was und wer dahintersteckt."

Das Kaufverhalten und der Markt haben sich in den letzten Jahren verändert. Das Internet bietet unzählige Möglichkeiten, die Rußwurm aktiv nutzt. Die Kundschaft der Zukunft "ticke" anders, da die Digitalisierung vieles vereinfacht. Früher wurde Zeitung ausgetragen in der Hoffnung, dass die gewünschte Person die richtige Werbung erhält. Heute kann man auf Social Media exakt bestimmen, wer welche Werbung bekommt und zu wem sie genau passt.

Alles ist digital

Daher ist der Eintritt zu Facebook, Instagram und anderen Plattformen nicht kostenlos, man muss mit seinen Daten bezahlen. Rußwurm setzt total auf den "eCommerce": "Das Geschäft boomt und ist die Zukunft."

Sein Arbeitstag beginnt sehr früh. "Im Schnitt arbeite ich über zwölf Stunden am Tag." Zu Nadel und Faden greife er allerdings nicht: "Größtenteils läuft alles digital ab; selbst die Entwürfe für die Kleidungsstücke." Gelernt hat er etwas ganz anderes: "Ich bin Groß- und Außenhandelskaufmann und war einige Jahre bei Audi in Ingolstadt im Vertrieb."


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Sein Sportstudium brach er für den direkten Weg in die Selbstständigkeit ab. Dann begann seine erfolgreiche Karriere auf Social Media. Neben der Affinität für Mode, Reisen und Sport griff Rußwurm auch gern zur Kamera. Seine Fotos stellte er auf Social Media "als Inspiration" zur Schau.

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Zur großen Überraschung erhielt er viel positives Feedback: "Ich hatte anfangs keine konkrete Zielsetzung und war verblüfft, wie schnell sich alles entwickelt hat." Er bereiste die Welt und beeindruckte mit seinen Bildern. Sein Hauptthema auf seinem Kanal ist nach wie vor die Mode. Er hat verschiedene Werbepartner und "platziert" in seinen Bildern und Videos Produkte für namhafte Unternehmen.

Tobias Rußwurm betrachtet sich selbst als einen Pionier der "Influencer"-Szene: "Ich war von Anfang an dabei und bin mitverantwortlich, dass der Beruf sich so entwickelt hat." Wichtig sei, sich richtig in den sozialen Medien zu positionieren: "Man soll den Menschen immer einen Mehrwert bieten, ehrlich und authentisch agieren, motivieren und inspirieren."

Seine Eigenvermarktung habe funktioniert: "Ein tolles Gefühl." Ein Leben lang will er jedoch nicht als "Influencer" arbeiten. Vielmehr sieht er darin ein Sprungbrett für den nächsten Schritt: seine Modemarke zu etablieren.

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MARCO FRÖMTER

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