Impfzentren

Verträge verlängert bis 30. April

RESSORT: Lokales / Sonstiges..DATUM: 05.10.2016..FOTO: Roland Fengler..MOTIV: Mitarbeiterporträt / Mitarbeiterportrait: Robert Gerner..ANZAHL: 1 von 1..Veröffentlichung nur nach vorheriger Vereinbarung
Robert Gerner

Schwabacher Tagblatt

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Vertrag verlängert bis 30. April: Das Impfzentrum des Landkreises Roth in Roth.

Vertrag verlängert bis 30. April: Das Impfzentrum des Landkreises Roth in Roth. © Robert Gerner, NN

Die Verträge wurden entsprechend verlängert. Allerdings haben die Zentren schon seit längerem nicht mehr täglich geöffnet. Das Schwabacher Impfzentrum sperrt die Tore in der Regel nur noch samstags von 9 bis 13 Uhr auf – und setzt darüber hinaus auf niederschwellige Angebote dort, wo viele Menschen sind: vor Supermärkten, bei Sportvereinen, bei der Tafel.

In Roth darf das Impfzentrum laut Landratsamt seit 1. Oktober nur noch an fünf Tagen pro Woche öffnen, sagt Abteilungsleiterin Kristina Walz.

Eher mobil unterwegs

Das Maximum werde vor Ort aber in der Regel gar nicht ausgeschöpft. „Der Schwerpunkt hat sich wieder auf die Impfangebote in den einzelnen Gemeinden verlagert“, so Walz.

Diese Woche zum Beispiel wurden am Donnerstag in Greding Impfungen angeboten und am gestrigen Freitag in der Leerstettener Kulturscheune.

Die mobilen Teams seien darüber hinaus in Pflegeeinrichtungen unterwegs, um dort Auffrischimpfungen zu verabreichen. „Auch an den Schulen gibt es regelmäßig Impfangebote.“ Der Ansturm sei nicht überwältigend. „Aber es ist auch nicht so, dass gar nichts los wäre“, sagt die Abteilungsleiterin.

Quote bei 62 Prozent

Allerdings lässt sich der Impffortschritt auch in der Region nur noch an den Stellen hinter dem Komma messen. Das Team des Münchener Gesundheits-Dienstleisters Vitolus, der das Rother Impfzentrum betreibt und der auch die Impfungen in Einrichtungen, Schulen und Gemeinden anbietet, konnte in der zu Ende gehenden Woche nur noch 114 Erst- und 121 Zweitimpfungen an den Mann beziehungsweise an die Frau bringen. In den Praxen der Haus- und Fachärzte im Landkreis war etwas mehr los (290 Erst- und 434 Zweitimpfungen). Unter dem Strich krempelten aber nur noch 959 Menschen die Ärmel hoch.

Vertrag verlängert bis 30. April: Das Impfzentrum der Stadt Schwabach bei der DJK

Vertrag verlängert bis 30. April: Das Impfzentrum der Stadt Schwabach bei der DJK © Gerner, NN

In Schwabach war die Entwicklung in dieser Woche umgekehrt. Das dortige Impfzentrum war bei Außenterminen so erfolgreich wie seit Mitte September nicht mehr (94 Erst- und 149 Zweitimpfungen). Bei den Hausärzten (88 Erst- und 123 Zweitimpfungen) war dagegen so wenig los wie seit dem Start im April nicht. Schwabach kam so insgesamt in den vergangenen Tagen auf 454 Impfungen.

Es wird auf jeden Fall von Woche zu Woche schwieriger Impfwillige zu finden, die doch noch die Spritze einer (wahrscheinlichen) Infektion mit möglicherweise schwerem Verlauf vorziehen.

Vollständig geimpft: 104184

Seit Ende Dezember wurden in Schwabach 32863 Menschen vollständig mit den Vakzinen von Biontech, Moderna oder Astrazeneca beziehungsweise dem Einmal-Impfstoff von Johnson & Johnson immunisiert. Im Landkreis Roth sind es 71321.
Weil es in den Praxen und auch in den Impfzentren viele „Grenzgänger“ gibt (also beispielsweise Bürger aus dem Landkreis, die ihren Hausarzt in Schwabach haben), muss man die Zahlen zusammenfassen, um zu einer realistischen Impfquote zu kommen. 104184 vollständig Immunisierte würde bei etwa 168000 Einwohnern eine Quote von 62,01 Prozent bedeuten.

Das liegt eher unter dem bundesdeutschen Schnitt von 65,1 Prozent. Allerdings sind in den lokalen Zahlen nicht alle Impfungen durch Betriebsärzte außerhalb der Stadt und des Landkreises erfasst.

Jetzt erst recht nicht?

Dr. Stefan Schmitzer, Leiter des Gesundheitsamtes Roth-Schwabach, glaubt nicht, dass es bei der Impfquote noch die großen Sprünge nach oben geben wird. Auch die Entscheidung, ab Montag für Coronatests zahlen zu lassen, werde nicht viele Skeptiker umstimmen. „Ich fürchte, es wird eine Art „Jetzt-erst-recht-nicht-Verweigerungshaltung geben.“

Schmitzer rechnet ähnlich wie der Berliner Virologe Christian Drosten damit, dass die Infektionszahlen, die sich derzeit auf einem stabilen Niveau bewegen, im Winter wieder deutlich ansteigen werden. „Wir bereiten uns im Amt darauf vor, indem wir jetzt neue Mitarbeiter einstellen und sie schulen“, berichtet der Amtsarzt. „Wir wollen schließlich nicht der nächsten Welle hinterherlaufen.“

Derzeit sind die Zahlen aber noch gut beherrschbar. Im Kreis Roth sank die Sieben-Tage-Inzidenz am Freitag deutlich von 66,8 auf 57,4. In Schwabach ging es leicht von 75,5 auf 77,9 nach oben.

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