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Schweinepest in Deutschland: Bayern stellt Zäune auf

Bauern in Deutschland drohen Exportstopps für Schweinefleisch - 10.09.2020 16:46 Uhr

Bayern erhöht nach dem ersten bestätigten Fall von Afrikanischer Schweinepest in Deutschland die Schutzvorkehrungen.

10.09.2020 © Bernd Wüstneck, dpa


Mit kilometerlangen Schutzzäunen und angehobenen Abschussprämien für Wildschweine ist der Freistaat aus Sicht von Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) gut auf den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) vorbereitet. Von einem in Brandenburg bestätigten Fall sei Bayern nicht betroffen, teilte das Ministerium am Donnerstag mit. Ein rund um den Fundort festgelegtes, gefährdetes Gebiet reiche nicht so weit. Daher gebe es für den Freistaat keine tierseuchenrechtlichen Folgen.

Wer Fragen hat, könne sich aber an eine ASP-Hotline beim Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) wenden unter 09131 6808 5700. Schweinehaltende Betriebe seien zudem aufgerufen, die allgemeinen "Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen" einzuhalten.

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Die Afrikanische Schweinepest ist auf dem Vormarsch. Experten glauben, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis in der Region der erste Fall auftritt. Wird ein Hausschwein vom Virus infiziert, droht der Fleischexport einzubrechen. Wir haben Antworten auf die dringendsten Fragen gesammelt.


Die ASP wurde von Afrika nach Europa eingeschleppt. Betroffen waren bislang Länder wie Polen, Bulgarien und Rumänien. Am Donnerstag wurde die Tierseuche zum ersten Mal in Deutschland, bei einem toten Wildschwein in Brandenburg nahe der Grenze zu Polen, bestätigt.

Die Krankheit führt bei Wild- und Hausschweinen häufig nach kurzer Krankheit zum Tod. Es gibt keine Impfstoffe dagegen. Für Menschen ist das Virus ungefährlich.

Finanzieller Schutzschirm für Bauern gefordert

Deutschland hat nun den Status als "seuchenfrei" verloren - es drohen damit Exportstopps für Schweinefleisch etwa ins Nicht-EU-Ausland wie Asien. "Der Bund bemüht sich gegenwärtig intensiv darum, mögliche Handelsbeschränkungen durch Drittländer auf ein Minimum zu reduzieren", heißt es in der Mitteilung des Münchner Ministeriums.

"Bayern steht in intensivem Austausch mit Brandenburg sowie den anderen Bundesländern und dem Bund", sagte Minister Glauber. "Im Sinne der Tiergesundheit und der Seuchenbekämpfung muss verhindert werden, dass die Afrikanische Schweinepest in die Haus- und Wildschwein-Bestände im Freistaat eingeschleppt wird." Zum Schutz der bayerischen Tierhalter habe die Staatsregierung frühzeitig Vorsorge getroffen. "Wir sind darauf vorbereitet, schnell und konsequent handeln zu können", so Glauber. Der Bund müsse sich jetzt um einen finanziellen Schutzschirm für bäuerliche Betriebe kümmern.

Bayern hatte unter anderem 350 Kilometer Zaunmaterial beschafft, darunter Elektrozäune und solche, die mit Duftstoffen Tiere abhalten sollen, und das zentrale Tierseuchenlager aufgestockt. Entlang der Bundesautobahnen zu Thüringen, Sachsen und Tschechien wurden Schutzzonen eingerichtet; das läuft derzeit noch. Darüber hinaus sollen Jäger dafür sorgen, dass der Wildschweinbestand schrumpft. Für Keiler - also männliche Tiere - wurde für das aktuelle Jagdjahr die Abschussprämie in den grenznahen Landkreisen zu Thüringen, Sachsen und Tschechien von 20 Euro auf 100 Euro pro Tier verfünffacht.


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dpa

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