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Center Parcs im Fränkischen Seenland: Region reagiert gespalten

Einige befürchten Überlastung, andere freuen sich über wirtschaftlichen Impuls - 30.07.2020 09:11 Uhr

Wem gehört das Seenland? Darum dreht sich auch die Diskussionen um die Center-Parcs-Pläne für das Muna-Areal bei Langlau. Es gibt unterschiedliche Auffassungen. .

29.07.2020 © Foto: Kathrin Lucia Meyer


Verkehrsprobleme gebe es bereits jetzt im Umfeld, da würde der Zubau eines Parks mit möglicherweise um die 5000 Betten weitere Belastungen mit sich bringen. Die einheimischen Erholungssuchenden könnten in die Röhre schauen und möglicherweise sogar die Immobilienpreise steigen. "Es geht um eine Kommerzialisierung, statt den See einfach mal natürlich zu lassen", beschwerte sich eine Nutzerin via Facebook.


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Immer wieder war in den sozialen Medien auch der Wunsch nach einem sanften Tourismus an den Seen zu hören. Der sei zuletzt schon mit dem Ausbau der Freizeitanlage rund um die Seen, wie Wake-Board-Anlage oder Zip-Line immer mehr ausgehöhlt worden, hieß es von den Kritikern des Projekts.

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Aber auch der befürchtete Verlust von naturnahen Flächen sorgte für Kritik. "Ich finde es erschreckend, wie wir ohne Rücksicht auf Verluste auch noch das letzte Fleckchen Natur platt machen", ärgerte sich eine Frau. "Das 150 ha große Muna-Areal ist ein einzigartiges bisher kaum betretenes Naturreservat. Hier konnten sich viele Tier und Pflanzenarten ungestört entwickeln und leben", gaben Einzelne zu bedenken.


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Allerdings wurde dem entgegengehalten, dass das sogenannte Muna-Areal so schützenswert gar nicht sei. Immerhin handle es sich um eine mit Kampfmitteln verseuchte Fläche, die nach rund sechs Jahrzehnten Militärnutzung mit allerlei gefährlichen Stoffen belastet sein könnte. Würde eine Privatfirma das Areal auf eigene Kosten säubern, wäre das vielleicht sogar ein Gewinn für die Natur, hieß es. Wald müsste sicher trotzdem gerodet werden, aber zum einen handle es sich um relativ artenarme Nadelwaldmonokultur, zum anderen würden auch die Center-Parcs-Areale relativ naturnah gestaltet, wurde argumentiert.

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Das Lager der Befürworter freute sich vor allem über einen Impuls für den Tourismus und die Wirtschaft in der Region. "Na dann würde hier endlich mal was passieren in Sachen Tourismus und Erschließung. Das dümpelt ja furchtbar vor sich hin", wurde kommentiert. "Ich fände es eine Bereicherung für unser Seenland. Klar, es gibt auch Nachteile für einige, aber insgesamt ist der Center Parc ein in sich geschlossenes Konzept – für uns und die Gäste in den Fewos und Hotels hier am See fehlt ein tolles Spaßbad, dies wäre wirklich eine super Sache", so ein anderer Nutzer.


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"Seid doch froh wenn solch ein Unternehmen hier bei uns auf dem Land etwas machen/bauen will. Das sichert viele Arbeitsplätze und schafft viele neue Arbeitsplätze in und um die Region", stellte ein weiterer Beitrag die wirtschaftlichen Vorteile heraus. "Center Parcs wäre eine riesige Bereicherung für die ganze Gegend. Das Konzept ist wirklich sehr gut und durchdacht. Alleine wenn solch ein Badeparadies ähnlich dem im Allgäu hier gebaut wird. Im Umkreis gibt es nichts vergleichbares", hieß es an anderer Stelle.

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"Sehe ich komplett anders", hielt ein User entgegen. "Ein Center-
Parcs-Dorf, das dann mit Sicherheit einen eigenen privaten Zugang zum See einfordert, verschärft das ganze massiv und verdrängt unnötig andere Erholungsuchende." Das Stimmungsbild ist uneinheitlich, was sicherlich daran liegt, dass nach wie vor keine Details des Projekts bekannt sind. Eine offizielle Bestätigung seitens des Unternehmens, dass man ein Kaufangebot für das Areal abgegeben hat, steht weiter aus.


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Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben hatte bestätigt, dass "Angebote" eingegangen seien. Das 155 Hektar große Areal war für ein Mindestgebot von knapp zwölf Millionen Euro ausgeschrieben. Dass Center Parcs Interesse an dem Areal hat, bestätigten mehrere, gut informierte Quellen. Im Allgäu hatte Center Parcs zuletzt eine Anlage mit 1000 Ferienwohnungen und einem Investitionsvolumen von 350 Millionen Euro eröffnet.

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Jan Stephan

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