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Ortstermin am Brombachsee: So ist die Lage am Wochenende

Im Seenland ist es voll, aber bei weitem nicht überall - 09.08.2020 16:24 Uhr

Das Pleinfelder Seezentrum gehörte am Samstag zu den Hot Spots am See. Hier lag Handtuch an Handtuch und lange Schlangen bildeten sich vor der Gastronomie.

09.08.2020


Im Pleinfelder Ortskern haben sich die Massen an diesem Samstag schonmal nicht versteckt. Gegen 14.30 Uhr ist es hier nahezu totenstill. Ein paar Motorradfahrer, die in ihrer Lederkluft zu verdampfen drohen. Ansonsten Leere. Vielleicht ist es zu heiß für einen Spaziergang durch den Ort. Es hat Sonnenschein und rund 35 Grad. Besseres Seewetter gibt es nicht.


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Pedaliert man sich von Pleinfeld durch den Wald hinauf zum See, muss man die Massen nicht mehr suchen. Hier sind sie. Am Pleinfelder Badezentrum liegt Handtuch an Handtuch, die Menschen braten zu Tausenden nebeneinander. Am meisten Platz hat man im Wasser, wo es vergleichsweise ruhig zugeht, was an der erfrischenden Wassertemperatur von 22 Grad liegen mag.

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Viele der Strandgänger allerdings sind gar nicht wegen des Wassers da. Man hat den Eindruck, dass hier neben Familien vor allem auch Teenager und Twens, also Menschen zwischen 20 und 30 Jahren, unterwegs sind. Sehen und gesehen werden ist das Motto. Die Shisha ist bei vielen längst Teil der selbstverständlichen Ausrüstung für den Ausflug an den See.

Weil es in den vorderen Reihe kaum mehr Platz gibt, flüchten sich manche Sonnenfreunde an Plätze, die zu normalen Zeiten eher nicht als Liegeflächen gedacht waren. Die Grünstreifen entlang des Radwegs sind bei Pleinfeld "belegt", in Ramsberg findet man Sonnenbadende wenige Meter vom Parkplatz entfernt und in Absberg wird mitunter einfach gleich ein Zelt auf dem Parkplatz aufgeschlagen und als Basisstation für den Strandgang genutzt. Vereinzelt werden sogar die steilen Dämme zur Liegewiese umfunktioniert, obwohl man von hier aus kaum vernünftig ins Wasser kommt.

20-Meter-Schlange am Kiosk

Die Schlange am Kiosk ist am Pleinfelder Seezentrum jedenfalls gute 20 Meter lang, die vor dem Damen-WC etwas kürzer. Wer sich erholen will, braucht hier gute Nerven. Oder ein bisschen Wille zur Bewegung. Denn der See ist - trotz des großen Andrangs - längst nicht überall voll. Auch nicht an einem der heißesten Wochenenden des Jahres in der absoluten Hochsaison.

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Voll ist es überall da, wo Parkplätze nah sind und Sandstrände locken. Ein paar hundert Meter von den Hotspots finden sich auf allen Seiten des Sees Wiesen mit gutem Seezugang, wo man mit ein paar anderen auf dem Stressniveau eines mittleren Freibads-Tags zusammenliegt.

Am Strand und im Wasser wird es mit dem Mindestabstand mitunter schwierig: Auf den Badeplattformen in den Seen herrschte am Samstag stets reger Betrieb.

09.08.2020 © Foto: Jan Stephan


Das Südufer ist an diesen Tagen voller als die Seeseite im Norden und der Große Brombachsee ist stärker frequentiert als sein kleiner Bruder. In Ramsberg am Seezentrum etwa begegnet man - ähnlich wie in Pleinfeld - Verhältnissen, wie man sie aus italienischen Urlaubsgebieten an der Adria gewohnt ist. Es ist voll, es ist laut, es geht quirlig zu. Allerdings kommt hier die Infrastruktur besser mit als im kleinen Seezentrum Pleinfeld. Die Schlangen vor Gastonomie und WCs fallen deutlich kürzer aus.

Die gastronomischen Einrichtungen rund um den See sind eisern, was die Hygiene-Auflagen betrifft. Mundschutze, Einbahn-Regelungen und Kontakt-Infos - volles Programm, auch unter hohem Stress. Am Strand und im Wasser wird die Sache allerdings schwierig. Der Mindestabstand von 1,50 Meter bleibt hier oft Theorie. Spätestens, wenn rund 50 Menschen auf einer der Badeplattformen in der Ramsberger Bucht stehen. Aber gut, Fußball darf man auch wieder mit Vollkontakt spielen, vielleicht gilt das dann ja auch für die Arschbomben-Wettbewerbe, die auf den Plattformen mit großer Begeisterung durchgeführt werden.

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Mit Pferden gegen Parksünder

Die Polizei - die eine erhöhte Präsenz angekündigt hatte - sieht man bei dieser Radtour am See nur einmal. Die Beamten halten sich zurück, zeigen mit ihrem großen Bus eher symbolisch Flagge. In einer Pressemitteilung schickt das Polizeipräsidium allerdings später hübsche Bilder. Man war tatsächlich auch mit Hubschrauber und Pferdestaffel im Einsatz. Trotzdem stünde man am Strand auf verlorenem Posten, würde man hier ernsthaft die Abstandsregeln durchsetzen wollen.

Auch an der Ramsberger Bucht herrschte großer Andrang. Allerdings bekam man wenige hundert Meter entfernt wieder gut einen Platz auf den Liegewiesen.

09.08.2020


Da konzentriert man sich lieber darauf, mit Strafzetteln den Falschparkern Angst einzujagen, die zum Verdruss der Einheimischen, wenn die offiziellen Parkplätze voll sind, gerne auch die Dörfer zuparken. 150 Strafzettel werden im Laufe des Samstags verteilt, meldet die Polizei. Angesichts von Zehntausenden Badegästen sei das keine sonderlich hohe Zahl, stellt man noch fest.

Die Parkplätze scheinen an diesem Tag den Belastungen Stand zu halten. Zumindest einigermaßen. In Ramsberg ist man am frühen Nachmittag voll, es bilden sich aber keine Schlangen, weil die ersten Gäste den See verlassen und Platz machen für die Neuankömmlinge. In Absberg und Enderndorf gibt es gegen 15 Uhr ohne Probleme noch Stellplätze. Von einem Verkehrschaos ist nichts zu sehen. Auch wenn natürlich jede Menge los ist und der Andrang an sie Seen vor allem die Zubringerstraßen belastet.

Geheimtipp kleiner Brombachsee

Der Kleine Brombachsee ist am Südufer - zumindest an diesem Samstag - ein Geheimtipp. In Langlau ist wenig los und ein Platz am Strand zu bekommen. Erst auf der anderen Seeseite wird es wieder voller, erreicht in Enderndorf oder Absberg aber nicht die Ausmaße von Pleinfeld oder Ramsberg. Zudem gibt es zwischen den Seezentren weiter zahlreiche Wiesen, auf denen man ohne Stress den Sommer genießen kann.

Manch Ortskundige setzen auf das Nordufer - etwa Absberg und Allmansdorf - und einen der Trampelpfade, die ins Unterholz führen. Sie enden an kleinen Naturstränden , die man meistens für sich hat. Immer wieder sieht man vom Radweg aus bunte Sonnenschirme durch das Gebüsch leuchten. Ob das allerdings im Sinne des Erfinders und des Naturschutzes ist, sei dahingestellt.

JAN STEPHAN

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