Spital- und der Andreasturm werden nachts nicht mehr angestrahlt

Tagsüber wird er von der Sonne angestrahlt, nachts fehlt ihm nun die Beleuchtung. Um die Lichtverschmutzung zu reduzieren, hat die Stadt die Scheinwerfer für den Spitaltorturm abgeschaltet.

Tagsüber wird er von der Sonne angestrahlt, nachts fehlt ihm nun die Beleuchtung. Um die Lichtverschmutzung zu reduzieren, hat die Stadt die Scheinwerfer für den Spitaltorturm abgeschaltet. © Foto: Robert Renner

Die Türme der Andreas- und der Spitalkirche werden nicht mehr angestrahlt. Dies bestätigte in der jüngsten Stadtratssitzung Oberbürgermeister Jürgen Schröppel auf Nachfrage von Tobias Kamm (CSU) und verwies darauf, dass dies ein Ausfluss aus den Ergebnissen des Insektenpaktes ist.

Auch das Aktionsprogramm Insektenschutz des Bundesumweltministeriums nennt als ein Zeil die Reduzierung der Lichtverschmutzung. Denn: Nachtaktive Insekten werden von künstlichen Lichtquellen angelockt. Sie verenden an der Lichtquelle oder werden dort Opfer von Fressfeinden.

Insekten werden durch nächtliches Licht verwirrt

"Ein solches Verhalten der Insekten an Lichtquellen – beginnend als Anlockung und endend mit dem Tod der Tiere – wird als ,Staubsaugereffekt‘ bezeichnet", heißt es auf der BMU-Internetseite zum Aktionsprogramm Insektenschutz. Milliarden von Insekten verließen durch den Staubsaugereffekt ihren eigentlichen Lebensraum und könnten dort nicht mehr der Nahrungs- und Partnersuche nachgehen.

Um also nachtaktiven Tieren wie Fledermäusen, Insekten und Zugvögeln mehr ungestörte Lebensräume zu bieten, werden durch die neuen gesetzlichen Vorgaben in Bayern störende Lichtquellen reduziert. Himmelsstrahler und Einrichtungen mit ähnlicher Wirkung sind nun grundsätzlich unzulässig. Fassadenbeleuchtungen an öffentlichen Gebäuden müssen ab 23 Uhr abgeschaltet sein, außer sie sind aus Gründen der öffentlichen Sicherheit oder aufgrund von Rechtsvorschriften erforderlich.

Wanderfalken müssen geschützt werden

Die Maßnahmen in Weißenburg sind mit dem Stadtmarketingverein und mit den Stadtwerken abgesprochen, teilte der OB mit. André Goldfuß-Wolf, technischer Geschäftsführer der Stadtwerke, erläuterte, dass die zwei Türme in der Altstadt ausgewählt worden seien, weil bei der Beleuchtung von Türmen generell viel Licht am eigentlichen Objekt vorbeigehe. Beim Spitalturm komme hinzu, dass es die dort angesiedelten Wanderfalken zu schützen gelte.

Auf Nachfrage teilte Goldfuß-Wolf mit, dass es bisher "nicht viele Rückmeldungen" wegen des Abschaltens gegeben hat. Eine größere Diskussion zum Thema ergab sich im Stadtrat nicht.

Bereits seit Herbst wird auch die Wülzburg hoch über Weißenburg nachts nicht mehr beleuchtet. Der Grund ist ebenfalls der Artenschutz. Im Zuge der Mauersanierungen im Festungsgraben wurden die Scheinwerfer abgebaut. Die alte, viel Strom verbrauchende Beleuchtung wieder zu montieren, wäre nicht sinnvoll gewesen, es hätte auf LED-Technik umgerüstet werden müssen.

Die Entscheidung auf Gebäudebeleuchtungen zu verzichten, passt auch zur Agenda 2030, der Weißenburg im vergangenen Jahr beigetreten ist. Sie will nachhaltiges Handeln auf kommunaler Ebene fördern und formuliert 17 Ziele. Unter Nummer 15 mit der Überschrift "Leben an Land" ist aufgeführt, den Biodiversitätsverlust zu stoppen.

2 Kommentare