Corona

Schließen in Bayern die Impfzentren?

13.6.2021, 15:20 Uhr
So sieht der Eingang in Fürths Impfzentrum aus.

So sieht der Eingang in Fürths Impfzentrum aus. © Birgit Heidingsfelder

„Noch sind die Impfzentren ein wichtiger Bestandteil der Impfkampagne“, betonte das Bundesgesundheitsministerium. Die Gesundheitsministerkonferenz hatte im März beschlossen, dass der Bund den Betrieb der Impfzentren bis mindestens zum 30. September 2021 finanziert.

Hessen hatte jüngst als erstes Bundesland bekanntgegeben: Ende September ist Schluss mit dem Spritzensetzen in den 28 Impfstraßen.

Zurückhaltender zeigt sich Bayern: Die Frage nach einer möglichen Fortsetzung der Immunisierung in den Impfstraßen sei noch „Gegenstand der Abstimmungen von Bund und Ländern“. Eine Entscheidung sei aktuell nicht abzusehen. Das hänge von vielen Faktoren ab, etwa dem Impffortschritt und der möglichen Notwendigkeit von Auffrischungsimpfungen.

Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) teilte am Sonntag mit, dass die Schließung der Impfzentren zum 30. September ein Fehler wäre. Die Aufrechterhaltung sei notwendig, weil derzeit nur ein Viertel der Menschen in Bayern geimpft sei. Außerdem brauche es eine zeitnahe Perspektive für die vielen BRK-Mitarbeiter in den Impfzentren.

Das Bayerische Rote Kreuz ist mit über 40 Impfzentren im Auftrag der Landkreise und kreisfreien Städte der größte Impfzentrumsbetreiber im Freistaat. Rund 2000 BRK-Mitarbeiter sind in den Zentren eingesetzt.

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, Helmut Dedy, forderte Bund und Länder auf, für eine weitere Finanzierung zu sorgen. „Die Impfzentren machen einen guten Job. Die Teams sind eingespielt“, sagte er der „Passauer Neuen Presse“ (Samstag). Er wies darauf hin, dass Verträge, die die Kommunen geschlossen haben, bis Ende Juni gekündigt werden müssten, wenn die weitere Finanzierung nicht gesichert sei. „Wenn hier der Schalter umgelegt ist, sind die Impfzentren bald zu - dann wohl endgültig.“

Nach derzeitigem Stand laufen die Impfzentren in Baden-Württemberg bis zum 15. August. Das Hamburger Impfzentrum in den Messehallen soll bis mindestens August in Betrieb sein.

48,1 Prozent haben eine Erst-Impfung

Einige Länder haben noch kein festes Enddatum und wollen die Entscheidung über eine Schließung der Impfzentren vom jeweiligen Impffortschritt oder von den Bund-Länder-Verhandlungen abhängig machen. Dazu zählen neben Bayern auch Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und das Saarland.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Samstag sind bislang 25,7 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland vollständig geimpft. 48,1 Prozent haben ihre erste Impfung bekommen.