Nach der Abstimmungs-Niederlage

Club-Vorstand Rossow: Schmerzen, Trotz und Selbstkritik

Foto: Eduard Weigert Datum: 27.3.19..Wolfgang Laass....Mitarbeiterportrait
Wolfgang Laaß

NN-Sportredaktion

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"Das ist trotz 71,6 Prozent Zustimmung ein Abstimmungsergebnis, das uns schmerzt": Niels Rossow. © Sportfoto Zink / Daniel Marr via www.imago-images.de

Wer für den Club ist, muss verlieren können, wer für den Club arbeitet, natürlich auch. Niels Rossow hat am Samstagabend verloren. Zwar nur eine Abstimmung auf der virtuellen Jahreshauptversammlung und ganz knapp, aber eben eine von immenser Tragweite für die wirtschaftliche Zukunft des 1. FC Nürnberg. Folglich konnte es für den Vorstand nur ein schwacher Trost sein, dass sein indirekter Sieg zuvor ähnlich hauchdünn ausfiel.

Demnach braucht er künftig kein Mitglieder-Votum, wenn das Vereinsgrundstück in Teilen belastet oder gar verkauft werden soll, was aktuell kein Thema ist. Dass ihm die Versammlung allerdings nicht die nötige Drei-Viertel-Mehrheit samt Vertrauen zur Gründung einer Marketing-GmbH geschenkt hatte, tat ihm auch noch zwei Tage danach weh. Und zwar richtig.

Lediglich 32 Ja-Stimmen fehlten, hochgerechnet auf derzeit etwa 23200 stimmberechtigte Mitglieder sind das 0,14 Prozent der Gesamtheit. Von der nach gut zehn Stunden Sitzung noch gut 950 online dabei waren. "Das ist trotz 71,6 Prozent Zustimmung ein Abstimmungsergebnis, das uns schmerzt", sagt Rossow. "Das aber nichts daran ändert, dass sich der 1. FC Nürnberg erneuern muss, dass der 1. FC Nürnberg neue Strukturen braucht."

Schlünz macht weiter

Gemeint sind zunächst die internen; dass Neuzugang Dirk Schlünz vom FC Sankt Pauli und sein Team den Übergang von der Fremd- zur Eigenvermarktung jetzt erstmal als Abteilung im e.V. meistern müssen, sei nicht so tragisch, aber bei insgesamt 350 bis 400 Sponsoren eben nicht mehr zeitgemäß. Schlünz hat seinen Dienst bereits am 1. Oktober angetreten und nicht vor, jetzt wieder zu gehen, nur weil die geplante GmbH jetzt frühestens 2022 zustande kommt. Wenn überhaupt.

"Die Welt bricht jetzt nicht zusammen", sagt Rossow, betont ausdrücklich die Handlungsfähigkeit seines Clubs. Trotzdem stellen sich und stellen sie sich viele Fragen. Warum es in die Hose gegangen ist, warum sich insgesamt 270 Menschen nicht abholen ließen. Die Angst vom schleichenden Verkauf ihres Lieblingsvereins treibt viele um und wühlt sie auf, obwohl die Anteilsmehrheit an der GmbH beim e.V. verbleiben soll. Deshalb wäre es wohl auch schlauer gewesen, die Begrenzung der fremden Einflüsse in den Satzungsänderungsantrag einzubauen.

"Wir hätten unsere Absichten vorab einfach deutlicher und noch stärker kommunizieren müssen, da nehme ich mich nicht aus", erklärt Rossow, "wenn man sein Ziel nicht erreicht, hat man nie alles richtig gemacht." Auch er nicht. "Natürlich sparen wir nicht mit Selbstkritik."

Der Blick richtet sich nach vorn. Auf den Antrag 2022. "Beim nächsten Mal", versichert Rossow, "werden wir es besser machen." Was erst noch zu beweisen wäre.


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