Abschiedstour

Fokus auf St. Pauli: Club-Profi Tom Krauß will "sehr gute Saison nicht kaputtmachen"

Uli Digmayer
Uli Digmayer

Sportredaktion

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29.4.2022, 12:45 Uhr
Ein Herz für Nürnberg: Ob die Leipziger Leihgabe Tom Krauß dem Club erhalten bleibt, scheint noch offen.

© Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink Ein Herz für Nürnberg: Ob die Leipziger Leihgabe Tom Krauß dem Club erhalten bleibt, scheint noch offen.

Für einen Moment war Tom Krauß am Sonntag der vielleicht glücklichste Mensch im Max-Morlock-Stadion. Nach einem Abwehrfehler des SV Sandhausen hatte der Mittelfeldspieler des 1. FC Nürnberg nicht lange gefackelt und den Ball mit einem ebenso strammen wie platzierten Schuss aus knapp 17 Metern direkt unter die Querlatte gejagt. Der wichtige Ausgleich in der 25. Minute war der gerechte Lohn für einen zunehmend dominanten Auftritt der Heimelf, und wohl nicht nur Krauß dachte, dass sein drittes Saisontor der Schlüssel war, "um das Spiel zu drehen".

Das 2:1 durch Asger Sörensen nach der Pause schien dieses Gefühl auch zunächst zu bestätigen. Dumm nur, dass die Sache mit dem Spieldrehen dann wiederum Sandhausen übernahm und am Ende einen kaum erwarteten 4:2-Sieg bejubeln durfte. "Mir ging es danach überhaupt nicht gut", gestand Krauß, "das war schon eine sehr, sehr bittere Niederlage, weil aus dem Spiel heraus von Sandhausen eigentlich gar nichts kam und wir das gut echt verteidigt haben, dann bei den Standards aber absolut schläfrig waren."

Trainer Robert Klauß hatte seiner Mannschaft bewusst einen Tag Zeit gegeben, um "die Köpfe freizubekommen". Das sei ganz gut gelungen, berichtete Krauß am Dienstag vor dem Start in die neue Trainingswoche, Gesprächsbedarf bestand aber trotzdem noch. "Man muss viel reden", sagt Krauß. Über die Fehler, die zu dieser fatalen Niederlage geführt haben, aber auch, wie man nun, nachdem alle Aufstiegsträume wohl geplatzt sind, weitermachen möchte.

"Natürlich ist die Situation schwieriger geworden", räumt Krauß ein und sagt das, was Fußballer in solchen schwieriger gewordenen Situationen eben zu sagen pflegen: Man wolle nun einfach "von Spiel zu Spiel denken und schauen, für was es am Ende reicht". Es gehe aber auch darum, "dass wir eine sehr gute Saison spielen und die jetzt nicht kaputt machen wollen". Und deshalb möchte Krauß mit seinen Kollegen nach Möglichkeit schon am Freitag (18.30 Uhr, Live-Ticker auf nordbayern.de) den FC St. Pauli "ärgern und dieses Spiel gewinnen".

Für Krauß selbst könnten die letzten drei Partien auch zu einer kleinen Abschiedstournee werden. Nürnbergs Leihvertrag mit RB Leipzig läuft am Saisonende aus, wie es mit dem 20-Jährigen beruflich weitergeht, scheint immer noch offen. "Klar habe ich da auch ein Wörtchen mitzureden, aber das hängt von mehreren Faktoren ab", erklärt Krauß, ablenken lassen mag er sich von der ungewissen Zukunft nicht. Dass der Club gerne mit ihm weiterarbeiten möchte, ist kein Geheimnis, entsprechende Signale hat der körperlich robuste, zweikampfstarke Allrounder, der in Nürnberg immerhin zum U21-Nationalspieler gereift ist, bereits erhalten. Allerdings hätte der Verein mit dem im Winter vom 1. FC Köln ausgeliehenen Jens Castrop auch schon eine reizvolle Alternative in petto.

Alle Erwartungen erfüllt

So oder so dürfte der Deal die Erwartungen aller Beteiligten erfüllt haben. "Wenn mir jemand vorher gesagt hätte, dass ich hier über 60 Spiele mache und viele davon sogar von Anfang an, hätte ich das sofort unterschrieben", betont Krauß, der nach einer kleinen Schwächephase zuletzt wieder dreimal in Folge in der Startelf stand. "Damit klarzukommen, dass ich mal nicht spiele, auch das war eine Entwicklung, die ich nehmen musste und die wichtig ist für den Kopf", weiß Krauß: "Die anderen Spieler haben es auf der Position gut gemacht, das habe ich akzeptiert, auf meine Chance gelauert und sie dann genutzt." Ein Motto, das im Endspurt so ähnlich nun auch für den ganzen Club gelten könnte.

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