Trainerwechsel

Nach dem Klauß-Aus: Der Club ist (wieder) Rekordmeister - oder etwa nicht?

Andreas Pöllinger
Andreas Pöllinger

Online-Redaktion, Sport

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4.10.2022, 17:53 Uhr

© Twitter Timleon_hsv

Dass der FCN in vielen, auch widersprüchlichen Kategorien von ganz oben grüßt, entspricht der Wahrnehmung von Deutschlands Traum- und Traumata-Club recht gut. In den fußballdeutschen Top-und-Flop-Listen? Ist der FCN immer vorne. Was nicht immer schlecht sein muss bei einem "Traditionsverein, der lebt und atmet" (Martin Bader). Und über das rot-schwarze Kollektivgedächtnis und das Miterleben der wechselhaften Vereinsgeschichte stets neue Anhänger rekrutiert.

Rekordmeister - gemünzt auf nationale Championate - war der neunmalige Titelträger dank seiner unfassbaren Dominanz in den 20er-Jahren bis 1987. Ehe die selbsternannten Bayern den Meister-Club überholten, vermutlich uneinholbar sogar. Rekord-Rekordmeister bleibt der FCN immerhin bis 2050. Gemünzt auf die Zeitstrecke als mit diesem Etikett versehener Platzhirsch. Dies rechnete Club-Historiker Harald Kaiser dem Autor dieses Textes nicht nur einmal vor.

Harald Kaiser, dem ehemaligen Kollegen vom kicker, darf man gerne glauben. Dass sich der Club in den Disziplinen Rekordaufsteiger und Rekordabsteiger äußerst beharrlich mit Arminia Bielefeld auseinandersetzt, ist den Anhängern des Altmeisters ebenso bekannt. Acht Mal hielten sowohl der FCN als auch die Ostwestfalen als Aufsteiger Einzug in Deutschlands Eliteklasse. Neun Abstiege aus der Bundesliga, hier ist der Club ungewollt spitze, sorgten derweil dafür, dass Nürnberg immer noch einen elementaren Rückschritt im Klassenkampf mehr auf dem Konto hat als der Konkurrent aus Bielefeld.

Nur fast an der Spitze?

Gleichgezogen soll der Club mit der Arminia nach der Trennung von Robert Klauß derweil - so nimmt man es zumindest auf Twitter wahr - in Sachen Trainerwechsel haben. 65 sollen es in Ostwestfalen und Franken inzwischen sein seit 1963. Eine Angabe, die dem bei solchen Zahlenspielen meist unverständigem Autor dieses Textes von einem Club-Reporter, der sich vor dem Heimspiel gegen Bielefeld auch mit dem Gegner ausgiebig befassen musste, so bestätigt wurde. Der Club selbst listet seit Gründung der Bundesliga inklusive der Doppellösung Wiesinger/Reutershahn allerdings 63 Trainer auf.

Eine kompetente Klärung des diffusen Sachverhalts war mittels Schnellrecherche nicht möglich. Selbst in den ersten Jahren nach Etablierung der deutschen Eliteklasse, in der Herbert Widmayers Arbeitsende in Nürnberg natürlich das erste Trainer-Aus war, fällt das Zählen aufgrund verschiedener Parameter schwer. Sagen kann man auf jeden Fall: Der FCN war schon immer vorne mit dabei.

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