Gäste unter Zugzwang

Trotz freiem Fall gefährlich: Das wird für den Club gegen Kaiserslautern wichtig

Johannes Lenz

Nordbayern-Redaktion

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17.2.2024, 06:00 Uhr
Im Hinspiel behielten die "Roten Teufel" dank dreier Treffer innerhalb von elf Minuten die Punkte im Fritz-Walter-Stadion.

© Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr Im Hinspiel behielten die "Roten Teufel" dank dreier Treffer innerhalb von elf Minuten die Punkte im Fritz-Walter-Stadion.

Das Gastspiel des 1. FC Nürnberg in Kaiserslautern am 5. Spieltag der Saison dürfte Christian Fiél wohl immer noch vor ein Rätsel stellen. Nach starker Anfangsphase und großen Chancen auf die eigene Führung wurde der FCN innerhalb von elf Minuten regelrecht überrannt - und fing sich zwischen der 19. und der 30. Spielminute drei Gegentreffer. Zwar kam der Club durch Schleimer noch vor der Pause zum Anschlusstreffer, doch nach dem Seitenwechsel gelangen nur noch zwei Abseitstreffer. Trotz ansprechender Leistung standen die Nürnberger am Ende ohne Punkte da - Mathenias rote Karte nach Notbremse in der 88. Minute machte den gebrauchten Tag perfekt.

Am Sonntag empfängt der Club die "Roten Teufel" zum Rückspiel im Max-Morlock-Stadion. Die Partie steht dieses Mal unter gänzlich anderen Vorzeichen, vor allem aus Sicht der Gäste: Nach dem Sieg im Hinspiel stand der FCK auf dem sechsten Tabellenplatz, preschte zwischenzeitlich sogar bis auf Rang drei vor - nur, um sich mittlerweile im Abstiegskampf wiederzufinden. Mit Friedhelm Funkel steht der bereits dritte Coach (Interimstrainer Oliver Schäfer nicht mit einbezogen) bei den Pfälzern am Seitenrand. Trotzdem - oder gerade deswegen - erwartet den Club ein schweres Spiel.

Die Ausgangslage

Der 1. FC Kaiserslautern befindet sich im freien Fall - neun ihrer letzten zehn Zweitligaspiele verloren die Pfälzer. Ein Trend, der eine eindeutige Sprache spricht - und den ein Blick auf die Tabelle untermauert: Nach zwischenzeitlichen Aufstiegsträumen sind die "Roten Teufel" mittlerweile auf den Relegationsplatz 16 zurückgefallen. Zwar hat der FCK bei noch 13 ausstehenden Partien und nur zwei Punkten Rückstand auf das rettende Ufer nach wie vor alle Chancen auf den Klassenerhalt, doch die Mannschaft von Neu-Trainer Friedhelm Funkel muss dringend anfangen zu punkten.

Beim FCN sieht die Situation deutlich entspannter aus: Der Club steht auf Rang 10 der Tabelle, acht Punkte beträgt das Polster auf die Abstiegsrelegation, ebenso viele Punkte sind es auf Rang drei. Auch wenn rechnerisch nach wie vor der Aufstieg drin ist, dürften die Blicke der Verantwortlichen eher nach unten gerichtet sein: Mit 29 Punkten ist der Klassenerhalt noch nicht eingetütet. Ein Dreier gegen den 1. FC Kaiserslautern wäre deshalb ein nächster wichtiger Schritt in Richtung Ligaverbleib.

Das Personal

Ein Schritt, den der Club ohne die Verletzten Hayashi, Lawrence, Lohkemper, Valentini und Schindler gehen muss. Marquez ist nach fünf gelben Karten in der Liga gesperrt, und neben Florian Hübner droht auch Benjamin Goller erkältungsbedingt auszufallen. Dafür rücken Can Uzun und Kanji Okunuki, die beim 1:1 in Wiesbaden beide gefehlt haben, zurück in die Mannschaft. Das Tor beim Club wird einmal mehr Carl Klaus hüten, wie Fiél auf der Pressekonferenz vor dem Spiel verraten hat. Beim 1. FC Kaiserslautern ist die Liste der Ausfälle weniger lang: Bis auf Hercher, Ronstadt und Zuck stehen Friedhelm Funkel alle Spieler zur Verfügung.

Der Gegner

Trotz der Ergebniskrise verfügt der FCK über eine gute Qualität im Kader, besonders in der Offensive: Richmond Tachie, Ba-Muaka Simakala und Aaron Opoku sind pfeilschnell und stark im Dribbling, Mittelfeldstratege Marlon Ritter ist spielerisch einer der stärksten Zehner der Liga. Diese Kombination trägt Früchte, nach 21 Spielen hat der 1. FC Kaiserslautern 43 Tore erzielt, vier mehr als der FCN. Die große Schwäche der Pfälzer ist die Defensive: 43 Gegentreffer hat die Mannschaft bereits hinnehmen müssen - so viele wie kein anderes Team in der Liga.

Zudem fehlt den Lauterern oft das nötige Spielglück: Der FCN und der FCK haben beide eine Tordifferenz von minus neun, der Club holte mit vergleichbarer Tor- und Gegentorstatistik allerdings acht Zähler mehr. Ein Grund dafür ist sicherlich auch die eklatante Auswärtsschwäche der "Roten Teufel": Erst fünf Zähler holte der 1. FC Kaiserslautern auf fremden Plätzen, nur Tabellenschlusslicht Osnabrück weist eine noch schlechtere Ausbeute vor.

Spieler im Fokus

Besonder aufpassen muss die Club-Abwehr auf Ragnar Ache: Der Ex-Fürther ist der gefährlichste Torschütze in Reihen der Pfälzer, zehn Tore gelangen dem wuchtigen Angreifer in dieser Saison bereits - und das, obwohl er sechs Spiele verletzungsbedingt verpasste. Alleine in den letzten drei Partien war Ache dreimal erfolgreich. Nicht nur aufgrund seines Treffers zum zwischenzeitlichen 3:0 im Hinspiel sollte die Defensive des FCN also gewarnt sein.

Beim Club werden alle Augen auf Can Uzun gerichtet sein: Der Zehn-Tore-Mann ist nach überstandener Erkrankung wieder dabei und wird aller Voraussicht nach auch in der Startformation stehen. Mit seinen 18 Jahren trägt Uzun quasi die komplette Offensive des Clubs auf seinen Schultern - und das auch noch mühelos, wie es scheint. Sein unbekümmerter Spielstil ist es, der ihn nicht nur zu einem außergewöhnlichen, sondern auch begehrten Spieler macht: Während die Entscheidung über seinen künftigen Verein wohl gefallen ist, buhlen sowohl der DFB als auch der türkische Verband um seine Dienste als Nationalspieler.

Die Übertragung

Zu sehen ist das Spiel live beim Bezahlsender Sky. Wer kein Abo hat, kann das Spiel aber auch hören: Das "Club Fanradio" und das "Fanradio powered by RPR1" des 1. FC Kaiserslautern übertragen die Partie im Audio-Livestream ebenso wie die Sportschau.

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