20:25! Der HCE unterliegt dem Bergischen HC klar

27.3.2021, 22:17 Uhr
Stark begonnen, stark nachgelassen: Was für Simon Jeppsson galt, galt diesmal für den gesamten HCE.

Stark begonnen, stark nachgelassen: Was für Simon Jeppsson galt, galt diesmal für den gesamten HCE. © Sportfoto Zink / Oliver Gold, Sportfoto Zink / OGo

Das Wetter am Spieltag als wechselhaft zu bezeichnen, wäre noch eine grobe Untertreibung gewesen. Regen wechselte sich mit Sonne ab und Sonne mit Regen, dazu kräftige Windböen, die dem Baumbestand rund um die Arena Nürnberger Versicherung ordentlich zugesetzt hatten. Pünktlich zur Partie des HC Erlangen gegen den Bergischen HC war zwar eine gespenstische Ruhe auf dem Areal neben dem Dutzendteich eingekehrt, auf dem Feld fand der wechselhafte Tag aber eine sehr eindrückliche Fortführung.

Die Gastgeber starteten stark und ließen stark nach, auf überzeugende Phasen der Gäste folgten wieder Böen des HCE, am Ende gerieten sie aber nur zu einem lauen Lüftchen. Um Bäume auszureißen oder im übertragenen Sinn wenigstens ein paar Äste zu knicken, reichte die Leistung nicht. Der BHC siegte mit 25:20 (15:11), wobei die Erlanger Niederlage auch höher hätte ausfallen können.

Auch Link fällt beim HCE verletzt aus

Nach zwei recht souveränen Siegen in Folge wollten Erlangens Bundesliga-Handballer den Schub auch gegen die Löwen aus Solingen mitnehmen. "Der Gegner steht auf einem Tabellenplatz, auf dem wir stehen wollen", sagte Trainer Michael Haaß im Vorfeld. Der Tabellenzehnte gegen den Siebten - im Selbstverständnis des HCE kehrt sich dieses Verhältnis schon bald um.

Dass dies noch eine Weile dauern könnte, zeigte der Samstagabend in der Nürnberger Arena. Ohne die beiden verletzten Linkshänder Sime Ivic und Antonio Metzner und auch ohne Kapitän Nikolai Link, dessen schmerzender Rücken einen Einsatz verhinderte, ging Erlangen ersatzgeschwächt ins Spiel, erwischte aber trotzdem den besseren Start. Simon Jeppsson erzielte nach schöner Hangtime das 4:2 (7. Minute).

Jeppsson erlaubt sich zu viele Fehler

Der schwedische Leuchtturm war es dann allerdings auch, der in der Folge den Erlanger Motor gehörig zum Stottern brachte. Nach zehn Minuten hatte Jeppsson bereits zwei gute Gelegenheiten ausgelassen, zwei Pässe nicht zum Nebenmann gebracht und sich einen technischen Fehler erlaubt. Zur Halbzeitpause war seine Trefferquote auf unter 50 Prozent gesunken (3/7).


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Wie abhängig der HCE in dieser Saison noch zu oft von einem stark aufgelegten Jeppsson ist, untermauerte der Auftritt gegen den Bergischen HC. Wobei natürlich nicht nur er nicht seinen besten Abend erwischte. Nico Büdel fehlte oft die Durchschlagskraft, Johannes Sellin ließ zwei gute Gelegenheiten liegen und musste bald Florian von Gruchalla weichen, Daniel Mosindi konnte nur punktuell das Fehlen von Ivic und Metzner kaschieren und der zuletzt so starke Klemen Ferlin ging mit einer Quote von nur 16 Prozent gehaltener Bälle in die Kabine.

Firnhaber wehrt sich - zu spät

Nach dem Seitenwechsel konnte an seiner Stelle Martin Ziemer die Teamkollegen und die Aufbauhelfer mit dem ein oder anderen abgewehrten Ball animieren, die Wende konnte aber auch er nicht herparieren. Die Baustellen waren einfach zu zahlreich.

Zur Pause stand es 11:15, als Haaß nach 44 Minuten seine zweite Auszeit des Spiels beantragte, war der Rückstand bereits auf sieben Tore angewachsen: 13:20. Erlangens Trainer probierte zwischendurch viel, stellte auf eine 5-1-Deckung um, schickte die jungen Benedikt Kellner und Tarek Marschall gemeinsam auf die Platte, aber als sich der bis dahin sehr gut abgeschirmte Sebastian Firnhaber zwölf Minuten vor Schluss noch einmal wehrte, war die Partie bereits entschieden. Am Ende reichte das lediglich dafür, um die Niederlage etwas erträglicher zu gestalten.

Erlangen: Ferlin, Ziemer; Von Gruchalla 6/4, Firnhaber 3, Mosindi 3, Jeppsson 3, Bissel 2, Kellner 2, Overby 1, Büdel, Sellin, Schäffer, Jaeger, Marschall.

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